von Jörg Bernhard
In der Finanzszene fragt man sich nun: War`s das oder gilt das Motto „Schlimmer geht`s immer?“ Eines dürfte klar sein: Die seit dem Jahreswechsel verteilten Vorschusslorbeeren waren offensichtlich des Guten zu viel und das Ausrufen des Trendwechsel erwies sich als verfrüht. Von ihrem Jahreshoch hat sich die im Staatsbesitz befindliche Bank mittlerweile um rund ein Drittel ermäßigt. Auf einem Gebiet ist die DAX-Bank allerdings spitze, und zwar bei der Volatilität. Mit einer historischen 250-Tage-Volatilität in Höhe von 44 Prozent übertrifft die Bankaktie die vergleichbare Risikokennzahl des DAX um mehr als das Doppelte.
Analysten sind mehrheitlich bearish
Das hat ganz klar Seltenheitswert, dass die Analysten eines DAX-Unternehmens mehrheitlich zum Verkauf raten. Vor zwölf Monaten waren noch die Optimisten in der Überzahl. Damals gab es 18 Kaufurteile, 15 Verkaufsurteile und 21 Halteemfehlungen. Aktuell hat sich dieses Verhältnis ins Gegenteil verkehrt. Neun Analysten raten zum Verkaufen, lediglich vier zum Kaufen und elf geben sich neutral. Und was auch nicht gerade positiv stimmt: Mehr als die Hälfte möchten den Wert offensichtlich gar nicht mehr beobachten. Gemäß der vorläufigen Zahlen wurde für das Gesamtjahr ein Nettoergebnis von sechs Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bei der anstehenden Bilanzpressekonferenz sollten auf keinen Fall weitere Hiobsbotschaften gemeldet werden. Das Beruhigen der Gemüter dürfte hier oberste Priorität haben, schließlich erwies sich die Commerzbank-Aktie in der abgelaufenen Börsenwoche mit minus 7,4 Prozent wieder einmal als schlechtester DAX-Wert. Bleiben die Börsianer bearish, droht ein weiterer Anstieg der Volatilität. Dieser macht sich ja bekanntlich vor allem in Abwärtsphasen bemerkbar.
Bildquellen: Commerzbank AG