von Jörg Bernhard
Auf die politische Unsicherheit im Zeichen der US-Präsidentenwahl folgte die konjunkturelle Unsicherheit. Sollte sich nämlich Obama in puncto US-Staatshaushaushalt bis Ende Dezember nicht mit dem von Republikanern dominierten Repräsentantenhaus einigen, droht der konjunkturelle Absturz der US-Wirtschaft über die sogenannten „Fiskalklippe“, weil in diesem Fall automatische Steuerhöhungen und Ausgabenkürzungen greifen würden. Und auch die Eurokrise schwelt weiterhin munter weiter. Am Montag und Dienstag steht wieder einmal ein EU-Krisengipfel auf der Agenda, der über das weitere Schicksal Griechenlands entscheiden soll. Europas Wirtschaft entwickelt sich weiterhin bergab – ein Ende dieses Trends ist noch nicht absehbar.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Freitag) und Wochenhoch (Mittwoch) in einer Spanne von 371 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 4 zu 26 ausgesprochen negativ aus. Die Liste der Wochengewinner führte die Aktie von Münchener Rück (+2,3 Prozent) an, während die Commerzbank (-12,7 Prozent) die mit Abstand höchsten Kurverluste verbuchte.
Finanzwerte im Fokus der Börsianer
Der Rückversicherer gab zur Wochenmitte bekannt, dass er in den ersten neun Monaten 2012 einen Gewinnsprung erzielt hat. Für 2012 erwartet das Management nun ein höheres Konzernergebnis als bisher angestrebt - vorausgesetzt die Belastungen aus dem Wirbelsturm „Sandy“ und weiteren möglichen Großschadenereignissen halten sich im derzeit erwartbaren Rahmen. Von Januar bis September erzielte die Gesellschaft ein operatives Ergebnis von 3,74 Milliarden Euro (Vorjahr: 402 Millionen Euro).
Eine völlig gegensätzliche Entwicklung gab es bei der Commerzbank zu beobachten. In Reaktion auf das vorgelegte Zahlenwerk sahen die Börsianer vor allem den vorsichtigen Ausblick des Managements kritisch. Die Rückkehr der Eurokrise tat ein Übriges, die schlechte Stimmung unter den Börsianern zu verstärken.
Bildquellen: Julian Mezger