von Jörg Bernhard
Die Unruhen in Portugal, Spanien und Griechenland haben gezeigt, dass die Eurokrise weiterhin für negative Überraschungen sorgen kann. Ausgestanden dürfte die Staatsschuldenkrise noch lange nicht sein. Die diesbezügliche Unsicherheit lässt sich vor allem an den täglichen Richtungswechseln ablesen. Die Tatsache, dass sich selbst Notenbanker wie Charles Plosser (Philadelphia Fed) skeptisch über die Erfolgsaussichten der in Aussicht gestellten Lockerungsmaßnahmen äußern, sorgen nicht gerade für Optimismus. Negative US-Konjunkturdaten wie der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter fielen zudem deutlich schlechter als erwartet aus. Vor diesem Hintergrund scheint die technische Korrektur keine große Überraschung zu sein, schließlich kletterte der DAX seit Anfang Juli in der Spitze um 1.300 Punkte nach oben.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Freitag) und Wochenhoch (Montag) in einer Spanne von 225 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 3 zu 27 eindeutig negativ aus. Bei den einzigen drei Wochengewinnern handelte es sich mit Fresenius SE (+3,5 Prozent), FMC (+3,2 Prozent) und Merck KGaA (+0,9 Prozent) ausschließlich um defensive Pharmawerte. Die höchsten Wochenverluste mussten die Aktien von Infineon (-11,9 Prozent) und Commerzbank (-11,8 Prozent).
Infineon nach Gewinnwarnung auf Talfahrt
Die Aktie des Chipkonzerns Infineon litt unter einer Gewinnwarnung. Das Management rechnet in den kommenden Monaten mit einem Gewinneinbruch und will sein Sparprogramm verschärfen. Die Geschäftszahlen für das soeben zu Ende gehende Schlussquartal des Geschäftsjahres 2011/12 lägen am unteren Ende der Prognose. Außerdem rechne man mit etwas weniger Umsatz als im Vorquartal und einer Gewinnmarge von rund 12 Prozent. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahrs aber sagte Infineon einen Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent und eine Marge von nur noch fünf bis sieben Prozent voraus. Detaillierte Informationen sollen bei der Vorlage der Bilanzzahlen am 14. November veröffentlicht werden.
Bildquellen: Julian Mezger