von Jörg Bernhard
Die Tendenz der vergangenen Monate lässt sich auf folgenden Nenner bringen: Gefangen zwischen Hoffen und Bangen. Ab Dienstag kannte der deutsche Leitindex aber nur noch eine Richtung – und die wies nach oben. Vor dem Wochenende ließ der Index die Marke von 7.400 Punkten leicht hinter sich. Damit befindet er sich von seinem am 21. September markierten 52-Wochenhoch bei fast 7.480 Zählern nicht mehr weit entfernt. Die beschlossene Rettung Griechenlands und die Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikaner zur Beilegung des Streits um den US-Staatshaushalt haben die Investoren zu Käufen animiert. Wenig berauschend fielen hingegen diverse US-Konjunkturindikatoren aus. Eine positive Ausnahme stellte allerdings der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter (Dienstag) dar. Dieser wuchs mit 2,3 Prozent auf Jahressicht deutlich stärker als von Analysten erwartet.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Mittwoch) und Wochenhoch (Freitag) in einer Spanne von 169 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 25 zu 5 überwiegend positiv aus. Als größter Wochengewinner entpuppte sich die Aktie von Continental (+5,9 Prozent), während ThyssenKrupp mit minus 7,3 Prozent und großem Abstand zum zweitschlechtesten DAX-Wert das Schlusslicht bildete.
ThyssenKrupp bleibt angeschlagen
Beim Stahlwert ThyssenKrupp bleiben die Börsianer allerdings „bearish“ gestimmt. Laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ könnte sich der geplante Verkauf der neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA bis Herbst kommenden Jahres verzögern. Diese weitere Verzögerung wäre schlecht für das Unternehmen und kam bei den Investoren gar nicht gut an.
Zeitgleich mit dem Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschlands ging es hingegen mit der Aktie von Continental bergauf. Dies war jedoch weniger dem Wetter, sondern vielmehr einem neuen Wachstumsprogramm geschuldet. Der Abstand gegenüber den drei weltgrößten Reifenanbietern soll verkürzt werden. So will man weitere Marktanteile gewinnen, um sich an das derzeitige Spitzentrio heranzuarbeiten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres legte Continental beim Reifenumsatz um fast 14 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zu. Parallel hierzu will das Unternehmen aber auch bei Bremsen, Antriebs-, Informations- und Sicherheitssystemen Gas geben.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum