von Jörg Bernhard
Diverse Quartalszahlen großer DAX-Unternehmen wurden zum Anlass genommen, Gewinne mitzunehmen. Zur Erinnerung: Seit Mitte November legte der deutsche Leitindex – ohne nennenswerte Konsolidierung – um 900 Punkte zu. Am Donnerstag präsentierten zum Beispiel Infineon und Deutsche Bank aktuelle Unternehmenszahlen, wobei der Bankenprimus für das vierte Quartal einen Milliardenverlust veröffentlichte, der an der Börse überraschenderweise regelrecht bejubelt wurde und unter sämtlichen Indexmitgliedern mit 5,1 Prozent den höchsten Wochengewinn erzielte. Die Aktie von Bayer landete hingegen mit einem Wochenminus von 3,9 Prozent am Indexende.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Donnerstag) und Wochenhoch (Montag) in einer Spanne von lediglich 106 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern mit 17 zu 13 leicht positiv aus.
Bayer-Aktie wegen Todesfällen unter Druck
Das Pharmaunternehmen Bayer litt unter Berichten, dass ein Medikament der Leverkusener für den Tod mehrere Patienten verantwortlich gemacht wird. Bei dem Produkt handelt es sich um Diane 35, eine Antibabypille, die auch zur Behandlung von Akne verschrieben wird. In Frankreich soll die Pille für den Tod von vier Frauen verantwortlich sein. Die Betroffenen sind laut der Arzneimittelaufsichtsbehörde ANSM seit der Zulassung des Mittels im Jahr 1987 an den Folgen von Venenthrombosen gestorben. Weltweit ist Diane 35 in 135 Ländern zugelassen.
Bei der Deutschen Bank reagierten die Börsianer – trotz eines ausgewiesenen Quartalsverlusts in Höhe von 2,2 Milliarden Euro – überraschenderweise mit massiven Käufen. Sie honorierten die Entwicklung der Eigenkapitalbasis und begrüßten, dass die mittelfristigen Renditeziele und die Dividendenausschüttung nicht reduziert wurden.