von Jörg Bernhard
Die Hoffnung auf geldpolitische Weihnachtsgeschenke der Fed trieb den DAX auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Selbst die italienische Regierungskrise und das angedrohte Comeback von Silvio Berlusconi konnte an der positiven Grundstimmung der Börsianer nichts ändern. Deutsche Blue Chips wollen den Jahreswechsel offensichtlich auf einem höheren Kursniveau begehen. Und auch die in den USA weiterhin anstehende Einigung zwischen Demokraten und Republikanern tat der Kauflaune der Investoren keinen Abbruch. Keine gute Stimmung dürfte nach dem Aufmarsch von Polizei und Staatsanwaltschaft in der Zentrale der Deutschen Bank geherrscht haben. Mittlerweile wird wegen des Umsatzsteuerbetrugs bei CO2-Zertifikaten sogar gegen Co-Chef Fitschen ermittelt. Der Marktwert des Unternehmens ermäßigte sich auf Wochensicht um fast zwei Milliarden Euro. Auch mit Justizia scheint der Branchenprimus derzeit auf Kriegsfuß zu stehen. So verlor die Bank den seit zehn Jahren andauernden Prozess gegen die Erben der insolventen Kirch-Gruppe. Gutachter sollen nun im Laufe des kommenden Jahres den Schaden ermitteln. Kirch hatte zu Lebzeiten die Bank auf mehr als zwei Milliarden Euro verklagt. Die Deutsche Bank wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa das Urteil anfechten.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Montag) und Wochenhoch (Mittwoch) in einer Spanne von 169 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 20 zu 10 eindeutig positiv aus. Als größter Wochenverlierer ging die Aktie von Deutsche Bank (-5,5 Prozent) ins Wochenende, während der Stahlwert ThyssenKrupp mit plus 9,2 Prozent den höchsten Wochengewinn erzielte.
ThyssenKrupp mit starkem Rebound
Der DAX-Wert ThyssenKrupp hat einen großen Teil der im November erlittenen Kursverluste wieder aufgeholt. Aus charttechnischer Sicht sieht es damit wieder recht „ordentlich“ aus, zumal die 200-Tage-Linie zurückerobert wurde. Nun wird die Luft für den DAX-Wert aber wieder dünner, da im Bereich von 18 bis 19 Euro massive Widerstände auftreten. Deren Überwinden dürfte sich als schwieriges Unterfangen erweisen.
Bildquellen: Julian Mezger