von Jörg Bernhard
Die Unzufriedenheit der Investoren über die neuen italienischen Macht- bzw. Ohnmachtverhältnisse lässt sich am besten über den Euro ablesen. In Erwartung eines Scheiterns Berlusconis kletterte die Gemeinschaftswährung anfangs der Woche noch über die Marke von 1,33 Dollar, um zum Wochenschluss zeitweise unter 1,30 Dollar abzustürzen. Da die US-Politik angesichts des schwelenden US-Haushaltsstreits auf internationale Investoren auch nicht gerade den besten Eindruck hinterlässt, kann man das überraschende Wochenplus durchaus als Beweis relativer Stärke werten, zumal der Dow-Jones-Index am Donnerstag sogar ein neues Fünfjahreshoch markierte.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Mittwoch) und Wochenhoch (Montag) in einer Spanne von 295 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 22 zu 8 ausgesprochen positiv aus. Während defensive Werte wie Merck KGaA (+3,9 Prozent), HeidelbergCement (+4,1 Prozent) und Fresenius (+4,8 Prozent) die Liste der DAX-Gewinner anführten, verbuchte die Deutsche-Bank-Aktie mit minus 5,4 Prozent den höchsten Wochenverlust.
Deutsche Bank: Wochenminus von über fünf Prozent
Eine Herabstufung der Analysten von Goldman Sachs hat die Aktie des deutschen Bankenprimus vor dem Wochenende regelrecht abstürzen lassen. Das ursprüngliche neutrale Rating wurde auf Sell und das Kursziel von 47,00 auf 37,30 Euro reduziert. Der zuständige Analyst begründete seine negative Einschätzung mit den geplanten Auflagen der US-Notenbank Fed für ausländische Banken. In diesem Zusammenhang erwartet der Experte einen zusätzlichen Kapitalbedarf der US-Tochter in Höhe von 13 Milliarden Dollar. Nun befürchten Börsianer, dass die Deutsche Bank ihr Kapital erhöhen muss. In solchen Fällen reagieren die Märkte immer wieder mit demselben Reflex: Verkaufen.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum