von Jörg Bernhard
Am Donnerstag schaffte der DAX, über der Marke von 7.400 Punkten zu schließen. Im Vorfeld des EU-Krisengipfels dominierten eindeutig die Bullen das Geschehen. Futter für ihren Optimismus lieferten neben positiven Konjunkturdaten aus China und den USA vor allem die jüngsten Entspannungssignale aus dem Krisenland Spanien, wo die Zinsen auf Talfahrt gingen. Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende trübten dann jedoch die charttechnische Stimmung, schließlich scheiterte der DAX damit zum wiederholten Male an den im Bereich von 7.400 Zählern verlaufenden Widerständen. 2011 stürzte der Index nach mehreren erfolglosen Ausbruchversuchen regelrecht ab – in der Spitze um fast 2.500 Punkte.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Montag) und Wochenhoch (Donnerstag) in einer Spanne von 210 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 26 zu 4 ausgesprochen positiv aus. Die Liste der Wochengewinner führten die Deutsche Bank (+5,6 Prozent) und Infineon (+5,1 Prozent) an, während die höchsten Kurverluste bei K+S (-3,2 Prozent) und Continental (-2,2 Prozent) zu Buche schlugen.
Deutsche Bank mit relativer Stärke
Bei der Deutschen Bank griffen Investoren wieder zu. Die Hoffnung, dass Spanien demnächst Hilfe beantragen könnte und besser als erwartete Quartalszahlen bei der Citigroup waren für den Optimismus maßgeblich verantwortlich. Die am Donnerstag erfolgte Herabstufung durch JPMorgan von „Neutral“ auf „Underweight“ wurde hingegen bestens verkraftet. Vor dem Wochenende drückten skeptische Töne der Ratingagentur Moody's bezüglich der deutschen Bankenlandschaft auf die Stimmung. Deren Ausblick bleibe negativ, teilten die Bonitätsprüfer in ihrer neuesten Studie mit. Problem: Die schwachen Erträge dürften angesichts des harten Wettbewerbs und der niedrigen Zinsen in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter schrumpfen. Hinzu komme die sich eintrübende Konjunktur. Das lasse die Gefahr von Kreditausfällen steigen. Verluste könnten viele Banken nur eingeschränkt wegstecken.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum