von Jörg Bernhard
Am Nikolaustag markierte der deutsche Leitindex mit fast 7.555 Punkten ein neues 52-Wochenhoch. EZB-Chef Mario Draghi sorgte mit seiner Andeutung weiterer Zinssenkungen für gute Laune unter den Börsianern. Vor dem Wochenende erhielten die Marktakteure vorübergehend Rückenwind vom US-Arbeitsmarkt bevor der Index zum Konsumentenvertrauen eine leichte Verstimmung generierte. Sowohl die Arbeitslosenrate (7,7 Prozent) als auch die Zahl neu geschaffener Stellen (146.000) fiel besser als erwartet aus. Und auch die Angst vor der "Fiskalklippe" verlor summa summarum an Schrecken.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Dienstag) und Wochenhoch (Donnerstag) in einer Spanne von 137 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 24 zu 6 positiv aus. Als größter Wochengewinner ging die Aktie von Deutsche Lufthansa (+4,23 Prozent) ins Wochenende, dicht gefolgt von ThyssenKrupp (+4,21 Prozent). Auf der Verliererseite mussten die Henkel-Vorzüge mit minus 3,5 Prozent den höchsten Wochenverlust hinnehmen.
ThyssenKrupp mit kleinem Comeback
Der Stahlwert ThyssenKrupp, der in der Vorwoche die Liste der DAX-Verlierer anführte, profitierte in der abgelaufenen Handelswoche vom „Großreinemachen“ in der Führungsriege. Wegen der desolaten Entwicklung des Auslandsgeschäfts in Brasilien und in den USA mussten gleich drei Vorstände gehen. Obwohl die Dividende „wackelt“ und die Jahreszahlen am Dienstag aller Voraussicht nach verheerend ausfallen werden, schöpften die Börsianer offensichtlich wieder Mut. Ob dies gerechtfertigt war, wird sich am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz zeigen. Aus charttechnischer Sicht ist es wichtig, dass die Marke von 15,50 Euro erfolgreich verteidigt wird. Hier verläuft nämlich eine wichtige Unterstützungszone.
Bildquellen: Julian Mezger