von Jörg Bernhard
Obwohl US-Notenbankchef Ben Bernanke bei seinen Rechenschaftsberichten vor dem US-Senat und dem –Repräsentantenhaus keine konkreten Hinweise auf weitere geldpolitische Stützungsmaßnahmen gab, spekulierten Börsianer auf die schützenden Hände der Notenbanker. Schützenhilfe erhielten sie dabei von enttäuschenden US-Konjunkturdaten. In diesem Zusammenhang sind vor allem die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Verkaufszahlen bestehender Eigenheime sowie der Konjunkturausblick der Philadelphia Fed hervorzuheben. Aus charttechnischer Sicht scheint der Respekt des Index vor der bei 6.800 Punkte verlaufenden Widerstandszone relativ groß zu sein, am Freitag drehte der DAX bei 6.776 Zählern nach unten.
In der abgelaufenen Börsenwoche pendelte der Leitindex zwischen Wochentief (Montag) und Wochenhoch (Freitag) in einer Spanne von 265 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 24 zu 6 ausgesprochen positiv aus. Den höchsten Wochenverlust musste die Aktie von RWE (-6,4 Prozent) hinnehmen, während sich die Infineon-Aktie mit einem Wochenplus von 7,7 Prozent an die Indexspitze setzte.
Infineon: Technische Gegenbewegung
Beim Chiphersteller Infineon kann der starke Wochengewinn als technische Erholung eingestuft werden. Zur Erinnerung: Ende Juni sprach das Unternehmen eine Gewinnwarnung aus – die Aktie rauschte daraufhin in den Keller. Das Management rechnet mittlerweile mit einem im Vergleich zum Vorquartal leicht rückläufigen Umsatz und einer Gesamtsegmentergebnis-Marge von rund 12 Prozent. Etwas weniger als zwei Monate zuvor hatte der Konzern noch prognostiziert, dass Umsatz und Marge wie im vergangenen Quartal ausfallen dürften. Am 31. Juli erfahren die Anleger, wie sich Umsatz und Gewinn im dritten Quartal entwickelt haben. Dann wird sich zeigen, ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt waren.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum