von Jörg Bernhard
Ein großer Stein ist den Börsianern rund um den Globus nach der Last-Minute-Einigung zwischen Demokraten und Republikanern vom Herzen gefallen. Den Kompromiss bejubelten die Anleger nach den Neujahrsfeiern mit einem Tagesplus beim DAX von fast 2,2 Prozent während der Dow-Jones mit plus 2,4 Prozent sogar noch stärker haussierte. Danach kehrte allerdings wieder Ernüchterung ein, schließlich ist der nächste Streit um den US-Haushalt bereits vorprogrammiert. Außerdem ließ das am Donnerstag veröffentlichte Fed-Protokoll den Schluss zu, dass die Notenbanker die derzeitigen Stützungskäufe im Volumen von 85 Milliarden Dollar pro Monat im Laufe des Jahres beenden könnten. Aus charttechnischer Sicht bewegt sich der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit Werten von über 70 Prozent zudem in der überkauften Zone. Dadurch wächst das Risiko eines technisch bedingten Rücksetzers.
In der verkürzten Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Freitag) und Wochenhoch (Mittwoch) in einer Spanne von 62 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 25 zu 5 ausgesprochen positiv aus. Den besten Start ins neue Handelsjahr erwischte die Aktie von Infineon (+6,4 Prozent), während K+S mit einem Wochenminus in Höhe von 3,9 Prozent am stärksten zurückfiel.
Infineon haussiert weiter
Seit Mitte Oktober hat sich die Infineon-Aktie von 5,00 auf fast 6,60 Euro verteuert. In der vergangenen Woche stufte die National-Bank Infineon von „Halten“ auf „Kaufen“ herauf und erhöhte das Kursziel von 5,00 auf 7,50 Euro. Die „eher positive Kursreaktion“ auf den schwachen Jahresausblick seit November lasse darauf schließen, dass dieses Negativszenario auf dem Kursniveau bereits eingepreist gewesen sei, schrieb der zuständige Analyst in einer Studie vom Donnerstag. Er meinte, der Halbleiterhersteller habe gute Chancen, schon bald wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum