von Jörg Bernhard
Die erste größere Korrektur seit Anfang November wurde durch eine Rückkehr der Eurokrise maßgeblich verursacht. Sowohl die Korruptionsvorwürfe gegen die spanische Regierung als auch die guten Umfragewerte für Silvio Berlusconi lösten eine regelrechte Verkaufswelle aus, die allein am Montag ein Tagesminus von 2,5 Prozent generierten. Da der Leitindex in den Wochen zuvor um rund 900 Punkte zugelegt hatte, war die Wahrscheinlichkeit einsetzender Gewinnmitnahmen relativ groß. Verstärkt wurde der negative Wochenauftakt durch die Hiobsbotschaft der Commerzbank, die mit einem überraschend hohen Quartalsverlust in Höhe von 720 Millionen Euro die Börsianer schockierte. Damit hat sich die Hoffnung auf einen Turnaround erst einmal erübrigt. Vor dem Wochenende landete die DAX-Bank mit minus 7,4 Prozent am Indexende. Ähnlich schlecht entwickelte sich die Aktie von Merck KGaA (-6,5 Prozent) sowie Infineon (-5,0 Prozent).
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Mittwoch) und Wochenhoch (Montag) in einer Spanne von 300 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern mit 7 zu 23 eindeutig negativ aus.
Daimler-Aktie fährt an die Indexspitze
Obwohl der schwäbische Automobilkonzern 2012 ein Umsatzplus in Höhe von sieben Prozent auf 114,3 Milliarden Euro erzielte, musste er beim Vorsteuergewinn einen Rückgang um zwei Prozent auf 8,6 Milliarden Euro hinnehmen. Während bei anderen deutschen Autobauern die Geschäfte wie geschmiert laufen, befindet sich bei Daimler weiterhin Sand im Getriebe. Offensichtlich haben die Akteure an den Finanzmärkten Schlimmeres erwartet und reagierten vor allem in der zweiten Wochenhälfte mit massiven Käufen. Die geplante Ausschüttung einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 2,20 Euro dürfte dabei sehr geholfen haben, schließlich weist der DAX-Wert damit eine ausgesprochen attraktive Dividendenrendite von 4,8 Prozent auf. Am Freitag verbuchte der Titel einen Wochengewinn in Höhe von 4,9 Prozent und setzte sich damit an die Indexspitze.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum