von Jörg Bernhard
Börsianer werden wieder mutiger, weil die Sorge um den Euro markant nachgelassen hat. Von der Konjunkturfront kamen zudem keine Hiobsbotschaften, so dass Investoren – in Vertrauen auf die von der EZB in Aussicht gestellten Hilfszusagen – wieder etwas kauffreudiger wurden. Denn nach wie vor fehlt es angesichts einer durchschnittlichen Umlaufrendite in Höhe von lediglich 1,23 Prozent an interessanten Anlagealternativen. In der abgelaufenen Börsenwoche pendelte der Leitindex zwischen Wochentief (Montag) und Wochenhoch (Freitag) in einer Spanne von 159 Punkten. Diese geringe Tradingrange führte auf Wochensicht beim Angstbarometer VDAX-New zu einem Rückgang um 10,2 Prozent. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 22 zu 8 erneut ausgesprochen positiv aus. Unter den drei stärksten Wochengewinnern befanden sich die Aktien von Merck KGaA (+11,1 Prozent), Commerzbank (+6,1 Prozent) und Deutsche Bank (+5,4 Prozent).
Merck profitiert von guten Quartalszahlen
Die Aktie der Merck KGaA profitierte von der Bekanntgabe besser als erwarteter Halbjahreszahlen. Für 2012 zeigten sich die Hessen zuversichtlicher und hoben ihre Ziele für das operative Ergebnis und den Umsatz an. Das gute Geschäft im zweiten Quartal war vor allem auf den Erfolg der eingeleiteten Sparmaßnahmen und die starke Nachfrage aus den Schwellenländern zurückzuführen. Positive Analystenkommentare verstärkten die Kauflaune der Börsianer zusätzlich.
Die Finanzwerte Deutsche Bank und Commerzbank profitierten von einem Abflauen der Ängste um den Euro. Auf das vor dem Wochenende abgegebene Bekenntnis zum Euro durch Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierten die Börsianer mit massiven Käufen. Beide Finanzwerte konnten den Rückenwind gut gebrauchen schließlich verloren sie seit dem Jahreswechsel bislang 9,2 Prozent (Deutsche Bank) bzw. 3,1 Prozent (Commerzbank) an Wert. Zum Vergleich: Der DAX verbuchte im selben Zeitraum ein Plus in Höhe von über 19 Prozent.
Bildquellen: Julian Mezger