von Jörg Bernhard
Nach einem starken Wochenstart übernahmen am deutschen Aktienmarkt wieder die Bären das Kommando. Die vor dem Wochenende zu beobachtende Kursrally im Zuge des EU-Krisengipfels konnte daran nichts ändern. Zuvor hatte die pauschale Herabstufung des Ausblicks für die Bonität der Euro-Länder bei den Börsianern für Unruhe gesorgt. Zwischen Wochentief (Freitag) und Wochenhoch (Montag) lag beim DAX in der abgelaufenen Handelswoche eine Bandbreite von fast 368 Punkten. Das Verhältnis zwischen Wochengewinnern und -verlierern fiel mit 8 zu 22 relativ negativ aus.
Lediglich eine Aktie erzielte eine bessere Performance als der Index. Dabei handelte es sich um den Konsumtitel Henkel, der einen Wochengewinn von 1,7 Prozent verbuchte. Fundamentale Gründe gab es hierfür allerdings keine, wobei der defensive Charakter des Unternehmens den Ausschlag für die leichte Outperformance gegeben haben dürfte.
Metro: Vorweihnachtlicher Ausverkauf
Unter einer regelrechten Verkaufswelle litt der Kaufhauswert Metro. Ein zweistelliges Wochenminus in Höhe von 18,0 Prozent war summa summarum nach einer am Dienstag erfolgten Gewinnwarnung zu beklagen und machte die Aktie mit Abstand zum größten DAX-Verlierer der Woche. Der schwache Start ins Weihnachtsgeschäft nahm das Unternehmen zum Anlass, die bisherigen Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten zu revidieren. Laut Management belasten derzeit in vielen Ländern Europas negative Währungseffekte und die Staatsschuldenkrise die Konjunkturentwicklung sowie das Konsumentenvertrauen. Mit einem erwarteten Umsatz von 67,3 Milliarden Euro und einem EBIT vor Sonderfaktoren in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, sollen beide Kennzahlen „leicht unterhalb des Vorjahresniveaus“ liegen. Schwer erwischt hat es wieder einmal die Commerzbank (-11,5 Prozent), deren Kapitalbedarf sich aufgrund der verschärften Eigenkapitalregeln auf 5,3 Milliarden Euro belaufen soll.