von Jörg Bernhard
Börsianer hoffen weiterhin auf die geldpolitische Rückendeckung durch die EZB. Diese war bislang allerdings lediglich von verbaler Natur. Noch dominiert unter den Marktakteuren vor allem die Hoffnung auf bessere Zeiten. Sollte der Leitindex aber weiterhin unterhalb von 7.000 Zählern verharren, könnte sich Enttäuschung darüber breitmachen und markante Verkäufe nach sich ziehen. Nach dem Abpraller an der oberen Trendlinie droht dem DAX nun ein Test der unteren Trendbegrenzung. Diese verläuft in etwa bei 6.500 Zählern. In der abgelaufenen Börsenwoche pendelte der Leitindex zwischen Wochentief (Montag) und Wochenhoch (Donnerstag) in einer Spanne von 143 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 20 zu 10 deutlich positiv aus. Den höchsten Wochenverlust erlitt die Commerzbank-Aktie (-6,5 Prozent) hinnehmen, während die Aktie von ThyssenKrupp den höchsten Wochengewinn von 9,7 Prozent verbuchte.
Commerzbank nach Zahlen schwächer
Nach dem am Donnerstag gemeldeten Gewinneinbruch im ersten Halbjahr ist bei der Commerzbank weiterhin keine Besserung in Sicht. Es droht in den kommenden Monaten angesichts der ungelösten Schuldenkrise in Europa und der schwächeren Wirtschaftslage in Deutschland sogar eine weitere Abwärtsentwicklung. „Für das zweite Halbjahr erwarten wir keine Stabilisierung des Marktumfelds“, meinte Finanzvorstand Stephan Engels.
Steil bergauf ging es hingegen mit der ThyssenKrupp-Aktie. Hier wirkten sich besser als erwartet ausgefallene Halbjahreszahlen positiv aus. Bereits im Vorfeld der Bekanntgabe zog der Kurs des Stahlwerts kräftig an. So macht die sich eintrübende Konjunktur ThyssenKrupp schwer zu schaffen. Im vergangenen Quartal brach der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 80 Prozent auf 122 Millionen Euro ein, meldete das DAX-Unternehmen am Freitag. Analysten hatten allerdings mit einem noch schlechteren Ergebnis gerechnet.
Bildquellen: Julian Mezger