von Jörg Bernhard
Nach einem starken Wochenstart reagierten die Börsianer mit einer massiven Verkaufswelle auf das zur Wochenmitte veröffentlichte Fed-Protokoll. Investoren interpretierten dieses dahingehend, dass die Zeiten des extrem billigen Geldes früher als erwartet zu Ende gehen könnten. Schwache Konjunkturdaten aus Europa verstärkten dabei den Negativtrend. Schlechter als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerindizes haben die Kauflaune der Börsianer empfindlich belastet. Die Eurokrise dürfte an den Finanzmärkten immer wieder für Unruhe sorgen. Dies ließ sich zuletzt besonders gut an der Kursentwicklung des Euro ablesen. Dieser fiel gegenüber dem Dollar auf Wochensicht um über ein Prozent zurück, was an den Devisenmärkten als heftiger Rückschlag gilt.
In der abgelaufenen Börsenwoche schwankte der DAX zwischen Wochentief (Donnerstag) und Wochenhoch (Mittwoch) in einer Spanne von 223 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 17 zu 13 relativ positiv aus. Während BASF (+5,1 Prozent) und Bayer (+5,8 Prozent) die höchsten Wochengewinne verbuchten, ging es mit der Vorzugsaktie von VW (-7,5 Prozent) steil bergab.
Volkswagen auf rasanter Talfahrt
Trotz der Veröffentlichung von Rekordzahlen musste die Aktie des Autokonzerns einen herben Wochenverlust hinnehmen. Europas größter Autokonzern hat 2012 zwar einen Rekordgewinn von knapp 21,9 Milliarden Euro eingefahren - Ausblick und Dividende enttäuschten allerdings. Für 2012 schlug der Konzern eine Dividende von 3,50 Euro je Stammaktie und 3,56 Euro je Vorzugsaktie vor. Das sind zwar in beiden Fällen 0,50 Euro mehr als vor einem Jahr, Analysten hatten allerdings einen deutlicheren Zuwachs erwartet. Aus charttechnischer Sicht hat sich bei der VW-Aktie die Lage erheblich eingetrübt, da der seit Mitte 2012 gebildete Aufwärtstrendtrend nach unten verlassen wurde. Die nächste Woche dürfte daher sehr spannend werden.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum