von Jörg Bernhard
Summa summarum verbuchte der deutsche Leitindex mit einem Schlussstand von 6.410,11 Punkten einen leichten Wochenverlust in Höhe von 0,1 Prozent. Für schlechte Stimmung sorgten auch negative Konjunkturdaten aus den USA. Vor allem am Freitag drückte der Arbeitsmarktbericht für Juni auf die Stimmung der Börsianer. Dieser enttäuschte mit Blick auf die Zahl neu geschaffener Stellen. Die Zahl lag mit 80.000 Jobs signifikant unter dem Erwartungswert von 90.000 Stellen.
In der abgelaufenen Börsenwoche pendelte der DAX zwischen Wochentief (Montag) und Wochenhoch (Donnerstag) in einer Spanne von 251 Punkten. Das Verhältnis zwischen Kursgewinnern und -verlierern fiel mit 16 zu 14 relativ ausgeglichen aus. Ein kräftiger Kurssprung beförderte die Vorzugsaktie von Volkswagen (+5,1 Prozent) an die DAX-Spitze, während die Commerzbank mit 6,5 Prozent den höchsten Wochenverlust hinnehmen musste.
VW schluckt Porsche
Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen gab es in den vergangenen Tagen mehrere positive Meldungen. Zum einen lösten gestiegene Absatzzahlen am US-Automarkt, wo das Unternehmen insgesamt 38.170 Modelle abgesetzt hat (+34,2 Prozent gegenüber Vorjahr) massive Käufe aus. Zum anderen honorierten Anleger aber auch die Nachricht, dass VW den Sportwagenhersteller Porsche bereits ab 1.August komplett übernehmen wird. Außerdem gab sich Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch optimistisch, trotz der sich eintrübenden Lage in Europa positive Ergebnisse im zweiten Quartal zu erzielen. Pötsch sprach am Donnerstag in Wolfsburg von einer "guten" Entwicklung.
Davon kann bei der Commerzbank angesichts eines Wochenverlusts von 6,5 Prozent nicht gesprochen werden. Der DAX-Wert bewegt sich damit eindeutig in Richtung eines neuen Jahrestiefs. Das Misstrauen gegenüber Banken ist nach wie vor groß. So haben zum Beispiel neun Großbanken auf Anweisung der US-Finanzmarktregulierer detaillierte Pläne ausgearbeitet, wie sie im Falle ihres eigenen Versagens möglichst schnell und schonend abgewickelt werden können. Ihr „Testament“ musste auch die Deutsche Bank machen.
Bildquellen: Julian Mezger