von Jörg Bernhard
In der vergangenen Woche wehte dem deutschen Branchenprimus aus unterschiedlichen Richtungen heftiger Gegenwind entgegen. So war einem Pressebericht zu entnehmen, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die LBBW und die Deutsche Bank aufgefordert habe, die Umstrukturierung in eine Trennbank zu simulieren. Außerdem fing sich das Institut für die Ankündigung, dass man den eigenen Kunden weiterhin Investments in Agrarrohstoffe ermöglichen wolle, heftige Kritik ein. Des Weiteren verhängte die US-Energieaufsicht wegen Manipulationen an der kalifornischen Strombörse gegen die Deutsche Bank eine Strafzahlung in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Zur Wochenmitte kamen dann auch noch Gerüchte auf, dass am Donnerstag eine Gewinnwarnung oder Kapitalerhöhung veröffentlicht werde. Vor diesem Hintergrund verspricht die Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse für das Gesamtjahr extrem spannend zu werden.
Skepsis der Analysten wächst
Nach der Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für das dritte Quartal ging es mit dem Aktienkurs der Deutschen Bank tendenziell bergauf. Kein Wunder, schließlich war bei den meisten Kennzahlen eine Verbesserung feststellbar. So erhöhte sich gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode der Umsatz um 19,2 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn kletterte um 16,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro – lediglich beim Nettogewinn gab es einen Rückgang um 2,8 Prozent auf 755 Millionen Euro zu beklagen. Auf Sicht von zwölf Monaten erzielte die Deutsche-Bank-Aktie zwar ein Kursplus von 10,9 Prozent, mit dem Optimismus der Analysten ging es jedoch signifikant nach unten. So reduzierte sich in diesem Zeitraum die Zahl der Kaufempfehlungen von 22 auf 11, während die Zahl neutraler Halte-Empfehlungen von 16 auf 10 sank. Ohne besser als erwartete Quartalszahlen dürfte es hier wohl kaum einen Trendwechsel nach oben geben.