von Jörg Bernhard
Während der DAX sein 52-Wochenhoch um lediglich 4,2 Prozent unterschreitet, notiert die Infineon-Aktie fast 33 Prozent unter diesem Verlaufshoch. Grund: Die Sorge um die Weltkonjunktur hat bei dem Technologietitel „gnadenlos“ zugeschlagen. Nun warten die Börsianer gespannt, wie sich Umsätze und Ergebnisse im vierten Quartal entwickelt haben. Die Neunmonatszahlen wiesen (gegenüber Vorjahr) einen leichten Umsatzrückgang um 1,3 Prozent auf 2,922 Milliarden Euro und einen Einbruch des Gewinns pro Aktie von 0,87 auf 0,26 Euro aus. Beim Ausblick für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Umsatzrückgang um drei Prozent und einer Gewinnmarge zwischen 13 und 14 Prozent. Nach dem Ende Juli erfolgten Update zur Geschäftslage ging es mit dem DAX-Wert tendenziell bergab, wobei die bei 4,90 Euro verlaufende charttechnische Unterstützungszone erfolgreich verteidigt wurde.
Gewinnrückgang für 2013 erwartet
Auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen soll Infineon 2012 0,36 Euro pro Aktie verdient haben, was einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 15 entspräche. Im Jahr 2013 soll der Gewinn auf 0,24 Euro zurückgehen und damit ein KGV von 22 mit sich bringen. Intel, der globale Marktführer im Chipsektor, ist mit 10,4 erheblich attraktiver bewertet. Und auch mit Blick auf die Dividendenrendite haben die US-Amerikaner die besseren Karten. Mit über vier Prozent übertrifft die geschätzte Dividendenrendite von Intel den Vergleichswert bei Infineon (2,3 Prozent) um 81 Prozent. Bleibt zu hoffen, dass es nicht zu einer Dividendenkürzung bzw. –streichung kommt. Eine deutlich bessere Rendite als Triple-A-Staatsanleihen bieten beide Hightechs. Über einen in diesen unsicheren Zeiten nicht zu unterschätzenden Vorteil verfügt ebenfalls die US-Firma: Mit einer historischen 60-Tage-Volatilität von 24 Prozent wurden in der Vergangenheit die Nerven der Intel-Aktionäre weniger stark als bei Infineon (38,1 Prozent) beansprucht.