von Jörg Bernhard
Am Donnerstag hält das Münchner Versicherungsunternehmen Allianz nämlich seine Bilanzpressekonferenz ab. Einen Tag danach steht das Management Analysten Rede und Antwort. Nach eigenen Angaben rechnet der Versicherer für 2011 mit einem operativen Ergebnis in Höhe von acht Milliarden Euro, plus oder minus 0,5 Milliarden. Von solchen Zahlen können viele andere Gesellschaften aus dem Finanzsektor nur träumen. Doch so richtig Grund zum Feiern dürfte die Allianz nicht haben, schließlich war das Jahr 2011 angesichts diverser Naturkatastrophen wie dem Tsunami in Japan, dem Erdbeben in Neuseeland und den Überschwemmungen in Thailand ein extrem schadensreiches Jahr – nicht zu vergessen die katastrophale Lage beim Euro.
Analysten geben sich mehrheitlich bullish
Die Niedrigzinsphase bereitet vor allem bei der Anlage von Kundengeldern erhebliches Kopfzerbrechen. Und auch die gehaltenen Staatsanleihen aus Griechenland, Italien, Spanien usw. haben dazu geführt, dass sich die Allianz-Aktie nicht mehr als konservatives Investment titulieren lässt. Nichtsdestotrotz halten die meisten Analysten den Versicherungswert für kaufenswert. Derzeit empfehlen ihn 22 zum Kauf, 5 zum Halten und nur einer zum Verkauf. Die ausgesprochenen Kursziele reichen von 60 bis 112 Euro und ergeben einen durchschnittlichen Mittelwert von 100,98 Euro. Auf Basis des Schlusskurses vom Freitag entspräche dies einem Potenzial von 12,6 Prozent.
Aus charttechnischer Sicht ist vor allem das Mitte Januar erfolgte Überwinden der 200-Tage-Linie positiv zu werten, wenngleich diese noch eine leichte Abwärtstendenz aufweist. Das Mitte Februar ausgelöste Verkaufssignal beim Timingindikator RSI trübt hingegen das Gesamtbild etwas, doch solange der seit Herbst 2011 zu beobachtende Aufwärtstrend nicht nach unten durchbrochen wird, besteht wenig Handlungsbedarf. Die 200-Tage-Linie, die noch knapp oberhalb von 80 Dollar verläuft, sollte jedoch unbedingt verteidigt werden.