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07.02.2012 20:14

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Boeing gerät im US-Wahljahr in die Mühlen der Politik

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   LONDON (Dow Jones)--Dem US-Flugzeugbauer Boeing drohen Probleme beim Export. Der staatliche Außenhandelsfinanzierer Export-Import Bank of the United States (Ex-Im Bank), ein wichtiger Finanzier der Boeing-Ausfuhren, ist im Wahljahr zwischen die Mühlen der Politik in Washington geraten. Das könnte dem Erzrivalen Airbus in die Karten spielen.

   Die Ex-Im unterstützt im Außenhandel tätige Banken vornehmlich mit Garantien des US-Finanzministeriums. Zudem übernimmt die staatliche Bank das Kreditrisiko. "Wenn die Finanzierung des Außenhandels ins Stocken gerät, ist Boeing zuerst und am stärksten betroffen", warnt der Regierungsvertreter. "Die USA sind dabei, eine der Kronjuwelen der amerikanischen Exportwirtschaft zu unterminieren", sagte er weiter. Das spiele Flugzeugherstellern aus Europa, China und Brasilien in die Karten.

   Die Ex-Im Bank hat bislang 90 Milliarden ihres 100 Milliarden Dollar schweren Budgets ausgeschöpft, der der Behörde noch bis Mai zu Verfügung steht. Ex-Im will das Limit auf 140 Milliarden Dollar ausdehnen. Aber die politischen Auseinandersetzungen in der US-Hauptstadt lähmen den Kongress.

   Die Chancen, dass Ex-Im ihr bestehendes Limit bis Mai ausschöpft, stünden bei über 50 Prozent, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter zu Dow Jones Newswires. "Das wäre das erste Mal seit 77 Jahren, dass die Ex-Im ihre Finanzierung stoppen müsste", so die informierte Person.

   Boeing verfolgt die Entwicklung sehr genau. "Wir sind besorgt, was die Auslieferung unserer Flugzeuge angeht", sagte ein Sprecher des Konzerns. "Wir werden auch weiterhin mit Partnern aus der Industrie alles daransetzen, die Bedeutung der Ex-Im beim Außenhandel hervorzuheben."

   Boeing müsste womöglich mit eigenen Mitteln einspringen, sagen Branchenvertreter. Der Flugzeuggigant verfüge über die notwendigen Ressourcen, um kurzfristige Finanzierungsmaßnahmen bereitzustellen. Allerdings wären die Zinsen höher und das finanzielle Engagement von Boeing bei den Kunden dürfte deutlich ansteigen.

   Einen temporären Ausfall der Ex-Im-Finanzierung könnte Boeing verkraften, meinen auch Analysten. "Es ist zwar unerfreulich, aber ein einmaliger Vorgang dieser Art sorgt noch nicht für eine Implosion", sagt Adam Pilarski, Senior Vice President bei der Aviation-Beratungsfirma Avitas. Die Situation sei zwar besorgniserregend, meint auch Michel Merluzeau von einer Researchfirma aus Seattle, die auf Luftfahrt und Verteidigung spezialisiert ist. "Ich denke, alle werden wieder zu Sinnen kommen", so der Analyst. "Das ist Teil des politischen Spiels in Washington."

   Ein Banker, der im Bereich Flugzeugfinanzierung tätig ist, ist dagegen nicht so optimistisch. Er fürchtet, dass die Entscheidung des Kongresses auf einen Zeitpunkt nach den Präsidentschaftswahlen im November verschoben wird.

   Ein Ausfall der Ex-Im wäre ein weiterer Rückschlag für den Markt. So haben europäische Banken bereits damit begonnen, ihre Aktivitäten im Flugzeugbereich zurückzufahren. Die Institute müssen ihre Bilanzen nach und nach an die bevorstehenden verschärften Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA anpassen.

   Der Verfügungsrahmen bei Ex-Im ist schon zwei Mal ausgedehnt worden - einmal im September und einmal im Dezember bis Ende Mai. Sollten sich die Politiker nicht einigen, gibt es keinen Plan B. "Den Leuten bei Ex-Im wird nichts anderes übrig bleiben, als den Stift fallen zu lassen und die Exportfinanzierung einzustellen", sagt der Regierungsvertreter. "Darunter leiden dann sowohl die kleinen als auch die großen Unternehmen."

-Von Kaveri Niththyananthan, Dow Jones Newswires; (David Kesmodel hat zu diesem Bericht beigetragen) +49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/mgo/kla (END) Dow Jones Newswires

   February 07, 2012 13:43 ET (18:43 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 43 PM EST 02-07-12

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