23.01.2013 16:40
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Börse Frankfurt-News: Bullen brauchen neue Impulse (Markttechnik)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 23. Januar 2013. Mit der anhaltenden Kraftlosigkeit hat sich das Chartbild im DAX verschlechtert. Technische Analysten erkennen zumindest auf kurze Sicht Abwärtsrisiken.

 

Als Ruhe vor dem Sturm bezeichnen manche technische Analysten den eingeschränkten Bewegungsdrang im DAX und raten Anlegern zu erhöhter Aufmerksamkeit. "Denn auf längere Phasen sehr geringer Kursvolatilität folgen meist impulsive Bewegungen", beschreibt Heinz Imbacher von der Baader Bank. Einen Hinweis auf die derzeit vergleichsweise lethargische Haltung der Marktteilnehmer erkennt Christoph Geyer im Handelsverlauf am gestrigen Dienstag. "Obwohl zu Beginn leichter Verkaufsdruck entstand, hielt sich der deutsche Bluechip-Index im Rahmen der Seitwärtsspanne." Für den Februar rechnet der technische Analyst der Commerzbank mit leichteren Notierungen im DAX und schließt einen Test der Aufwärtstrendlinie im Bereich um 7.400 Punkte nicht aus.

 

Schwinden die Reserven?

 

Auch Gregor Bauer stellt sich die Frage, ob dem DAX die Puste ausgeht. Nach dem rasanten Anstieg seit November 2012 zeigt der hiesige Bluechip-Index nach Ansicht des Charttechnikers erste Ermüdungserscheinungen. "Es wirkt beinahe so, als ob alle Kursphantasie in der rasanten Entwicklung, kommend aus dem Bereich um 6.900 Punkte, bereits enthalten ist." Von der Hochstimmung Richtung 8.000 Zähler sei derzeit nichts mehr zu spüren, Rationalität kehre zurück an die Märkte. "Vieles deutet auf eine Konsolidierung im DAX." Selbst die stark gestiegenen Konjunkturerwartungen im Rahmen des am gestrigen Dienstag veröffentlichten ZEW-Finanzmarktreports hätten den deutschen Aktienindex nicht beflügeln können. "Bestenfalls haben die Daten ein weiteres Abrutschen verhindert."

 

"Das Pulver der Investoren scheint seit der Höchstmarke bei 7.789 Punkten vom 2. Januar 2013 verschossen. Charttechnisch läge der entscheidende Widerstandsbereich um 8.000 bis 8.150 Zähler. Die nächste markante Unterstützung macht Bauer in der Region um 7.450 bis 7.600 Punkten aus und rät Anlegern an diesem Punkt zu erhöhter Wachsamkeit. "Ein Durchbruch hätte das Kursziel von 6.950 Zählern zur Folge."

 

Kurslücke weiterhin entscheidend

 

Nach Ausbildung des Hochs von 7.790 Punkten befindet sich das deutsche Aktienbarometer nach Beobachtung von Martin Siegert bereits seit 14 Tagen in einer engen Handelsspanne und damit in einer Seitwärtskorrektur. "Die im Rahmen des Novembertiefs im DAX-Bereich um 6.951 Punkte gebildete dritte Kurslücke innerhalb des intakten Aufwärtstrends ist deshalb weiterhin tonangebend", meint der technische Analyst der LBBW. Mit dem Schließen dieser potenziellen "Erschöpfungslücke" rutsche der DAX unter die Marke von 7.602 Zählern. "Das kommt einer mittelfristigen DAX-Kurskorrektur bis in den Bereich um 7.470 bzw. 7.450 Punkte gleich." Durchbreche der DAX diese Unterstützungsmarke, stütze der Bereich um 7.380 Punkte.

 

Hürden auf dem Weg nach oben erkennt Siegert um 7.790 und 7.803 bzw. 7.823 Zähler, im Extremfall gefolgt von einem Widerstand um 7.916 Punkte. "Nach Überwindung der 7.767 Punkte durch einen Tagesschlusskurs wird ein Test dieser Marke eingeleitet."

 

Investorenlaune steigt wieder

 

Anleger zeigen sich hingegen wieder optimistischer. Die Umfrage der Frankfurter Börse bei 300 aktiven Investoren ergibt einen Bull/Bear-Index von 61,1 Punkten im Vergleich zu 55,6 Punkte aus der Vorwoche. Damit setzt sich der Wert deutlich von der 50-Punkte-Marke ab, die Optimisten und Pessimisten voneinander trennt. Das Bullenlager gewinnt 8 Prozent. Mit 48 Prozent rechnen knapp die Hälfte der Befragten mit steigenden Kursen.

 

Der Bull/Bear-Index misst den absoluten Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

 

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© 23. Januar 2013 / Iris Merker

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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