13.08.2012 10:59
Bewerten
(0)

Börse Frankfurt-News: Ende des Sommerhochs? (Wochenausblick)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. August 2012. Rund 1.000 Punkte, d.h. 16 Prozent, hat der DAX in den vergangenen zwei Monaten zugelegt, jetzt scheint dem deutschen Aktienbarometer allerdings die Puste auszugehen.

 

Die Hoffnung auf Unterstützung von geldpolitischer Seite in der immer noch ungelösten Eurokrise hält die Aktienmärkte weiter in lange nicht gekannten Höhen. Allerdings ist der Schwung weg, die 7.000er Marke macht dem DAX offenbar schwer zu schaffen. Nicht nur aus charttechnischer Sicht spricht einiges dafür, dass der Sprung darüber vorerst noch ausbleiben wird. Nach einem Plus von 1,2 Prozent in der Vorwoche notiert der DAX am Montagmorgen mit 6.934 Punkten ganz leicht im Minus.

 

Saisonaler Rückgang

 

Andreas Hürkamp von der Commerzbank erwartet, dass das deutsche Aktienbarometer eine Verschnaufpause einlegen wird. "Ab Mitte August kommt häufig Gegenwind für DAX-Investoren auf", erklärt der Analyst. Seit 1965 habe der DAX von Mitte August bis Ende September durchschnittlich 2,7 Prozent verloren, in 16 der vergangenen 47 Jahre sogar mehr als 5 Prozent. Mittelfristig gesehen bleibt Hürkamp aber im Lager der DAX-Bullen und hält an ihrem Kursziel von 7.200 Punkten fest.

 

Quartalszahlen unterstützen

 

Robert Halver von der Baader Bank ist optimistischer: Ihm zufolge stellt die Berichtsaison für das abgelaufene zweite Quartal - anders als befürchtet - doch keine Belastung für die Aktienmärkte dar. "Im S&P 500 haben 76 Prozent der berichtenden Unternehmen mit ihren veröffentlichten Gewinnzahlen überrascht. Im DAX übertrafen 73 Prozent der Unternehmen die Gewinnschätzungen der Analysten." Trotz der wirtschaftlichen Reibungsverluste habe die deutsche Industrie beeindruckende Steherqualitäten gezeigt.

 

Auch in der neuen Handelswoche drohe mit Zahlen von Eon, RWE, Merck und K+S kaum Gegenwind für den DAX, von der Makroseite seien ebenfalls keine schlechten Nachrichten zu erwarten. Einer weiterhin positiven Aktienmarktentwicklung stehe also nichts im Wege. "Letztlich ist diese allerdings wie so oft abhängig vom Wohl und Wehe der politischen Unwägbarkeiten in der Euro-Krise."

 

DAX wird müde

 

Aus charttechnischer Sicht sind beim DAX für Christian Schmidt von der Helaba nach dem relativ steilen Anstieg der vergangenen Tage erste Schwächeanzeichen zu erkennen. "Zunächst ist es dem Index mit drei Versuchen nicht gelungen, die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten zu überwinden." Zwei negativ zu wertende Tageskerzen, ein nachlassendes Momentum und kippende Indikatoren ließen befürchten, dass es zu einer kurzfristigen Korrekturbewegung komme. "Erste Kurszielmarken auf der Unterseite finden sich bei 6.835 und 6.765 Zählern, Widerstand geht von den letzten Impulshochs aus."

 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

 

Montag, 13. August

 

- Quartalszahlen Eon

 

Dienstag, 14. August

 

- Quartalszahlen Merck KGaA, RWE, K+S, Salzgitter, TUI

 

- 8.00 Uhr. Deutschland: BIP 2. Quartal. Die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten in Deutschland waren laut HSBC Trinkaus & Burkhardt alles andere als beeindruckend, deuteten aber immerhin noch auf eine marginale Expansion der wirtschaftlichen Aktivität hin. Die Analysten rechnen mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

 

- 11.00 Uhr. EU: BIP Eurozone 2. Quartal. Wie die DekaBank anmerkt, hat die Eurozone im ersten Quartal noch mit einer Stagnation der Wirtschaftsleistung überrascht. Damit habe der Abschwung aber nur eine kurze Pause eingelegt, die Zeichen stünden deutlich auf Rezession. Im zweiten Quartal sei es wahrscheinlich zu einer Schrumpfung des Bruttoinlandprodukts gekommen.

 

- 11.00 Uhr. Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen August. In Deutschland zeichnet sich laut HSBC Trinkaus & Burkhardt keine Belebung der konjunkturellen Aktivität ab. Nach dem deutlichen Rückgang der Erwartungskomponenten in den vergangenen Monaten prognostizieren die Analysten im August eine weitere Rückbildung von -19,6 auf -22,0 Punkte.

 

- 14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz Juli. Die Schrumpfungsphase ist der DekaBank zufolge vorerst beendet, die Analysten prognostizieren ein Plus von 0,3 Prozent nach einem Minus von 0,5 Prozent im Vormonat.

 

Mittwoch, 15. August

 

- Quartalszahlen Cisco

 

- 14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Juli. Der Anstieg der Verbraucherpreise in den USA verliert laut DekaBank weiter an Dynamik, im Juli habe die Inflationsrate wohl bei 1,5 Prozent gelegen. Als Gründe nennen die Analysten den Rückgang der Energiepreise sowie einen moderateren Anstieg der Lebensmittelpreise.

 

- 14.30 Uhr. USA: New York Empire State Index August. Für den Index prognostizieren die Analysten der Helaba einen Sprung von 7,4 Punkten im Juli auf 10 im August. Der New York Empire State Index ist ein Maß für die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Einschätzung der nächsten sechs Monate im produzierenden Gewerbe des Staates New York. Ein Wert über 0 signalisiert eine positive Wirtschaftsentwicklung, ein Wert unter 0 eine Verschlechterung.

 

- 15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung Juli. Trotz zuletzt eher verhaltener Vertrauenswerte bei den Unternehmen geht HSBC Trinkaus von einem Zuwachs um 0,6 Prozent im Monatsvergleich aus.

 

- 16.00 Uhr. USA: NAHB/WF Hausmarktindex August. Der Index sei gegenüber Juni 2011 von 13 auf zuletzt 35 gestiegen und habe damit fast das Niveau vom Frühjahr 2007 erreicht, bemerkt die HSH Nordbank. Allerdings habe der Wert vor dem Platzen der Immobilienblase bei etwa 70 gelegen.

 

Donnerstag, 16. August

 

- 14.30 Uhr. USA: Wohnbaubeginne, -genehmigungen Juli.

 

- 16.00 Uhr. USA: Philadelphia Fed Index August. Der Baader Bank zufolge wird der sich leicht aufhellende Einkaufsmanagerindex der Philadelphia Fed signalisieren, dass die US-Konjunkturerholung nicht noch stärker unter der Verunsicherung durch die Euro-Krise zu leiden habe. Der Index der Philadelphia Federal Reserve Bank zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für den US-Markt. Ein positiver Indexstand deutet auf eine weitere Expansion der US-Wirtschaft hin.

 

Freitag, 17. August

 

- 15.55 Uhr. USA: Verbraucherstimmung Uni Michigan August. Hier werden keine großen Veränderungen erwartet: Nach 72,3 Punkten im Juli rechnen Analysten im Schnitt nun mit 72,2 Punkten. Der Index der University of Michigan basiert auf einer telefonischen Befragung von mindestens 500 Konsumenten in den USA. Das Verbrauchervertrauen ist ein Frühindikator für die künftigen Konsumausgaben.

 

Weitere Termine sowie die aktuellen Daten kurz nach ihrer Veröffentlichung finden Sie auf boerse-frankfurt.de/termine. Möchten Sie den Wochenausblick kostenlos per E-Mail erhalten, dann melden Sie sich an auf boerse-frankfurt.de/newsletter.

 

© 13. August 2012/Anna-Maria Borse

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

Nikkei etwas leichter -- Infineon trotz Wolfspeed-Pleite weiter an US-Übernahmen interessiert -- May: Kein Brexit-Vertrag besser als ein schlechter

IPO im Juli: Delivery Hero angeblich kurz vor dem Börsenstart. Neuregelungen und Gesetze: Das ändert sich im Juni 2017.

Top-Rankings

KW 21: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 21: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett aktuell im Depot
Die Top-Positionen von Warren Buffett (März 2017)
Bestbezahlte Praktikantenstellen
Welches Unternehmen bietet am meisten?
Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Das verdienen die Chefs der Notenbanken
Wie hoch sind ihre Gehälter?
Aktion Frühjahrsputz: Die unsinnigsten Subventionen der Bundesregierung
So werden Steuergelder verschwendet
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel sieht in den USA anscheinend keinen verlässlichen Partner mehr. Hat sie damit recht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
AURELIUSA0JK2A
CommerzbankCBK100
LANXESS AG547040
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
E.ON SEENAG99
BASFBASF11
Amazon.com Inc.906866
Nordex AGA0D655
BMW AG519000
Allianz840400
BVB (Borussia Dortmund)549309