21.01.2013 12:19
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Börse Frankfurt-News: Lieber noch warm anziehen (Wochenausblick)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 21. Januar 2013. Glatteisgefahr auch am Aktienmarkt: Analysten gehen davon aus, dass Anleger in den kommenden Monaten eher keinen festen Boden unter den Füßen finden werden. Auf längere Sicht dominiert allerdings Zuversicht.

 

Der Schwung aus den letzten Wochen des Jahres 2012 ist definitiv weg, zumindest am deutschen Aktienmarkt: Auch in der vergangenen Woche trat der DAX auf der Stelle und ging mit einem kleinen Minus bei 7.702 Zählern aus dem Handel.

 

In den USA kletterte der Dow Jones unterdessen auf ein Fünf-Jahres-Hoch. Seit Jahresanfang gerechnet schneiden auch die portugiesischen, italienischen, spanischen und griechischen Aktienmärkte im Vergleich zu Deutschland besser ab, wie Robert Halver von der Baader Bank bemerkt. "Aktuell ist Deutschland sogar das Schlusslicht." Eine gewisse Umschichtung sei nicht zu leugnen. An der grundsätzlich positiven Gesamteinschätzung deutscher Aktien, die nach Ansicht von Halver von der sich stabilisierenden Weltkonjunktur profitieren werden, ändere dies aber nichts.

 

Zum Wochenauftakt präsentiert sich der deutsche Aktienmarkt nahezu unverändert mit einem DAX ganz leicht im Plus bei etwa 7.727 Punkten.

 

Vorsichtige Unternehmensausblicke

 

Seitwärts oder nach unten - so wird es nach Einschätzung der meisten Analysten vorerst weitergehen. Im Laufe des Jahres werden aber von vielen neue Rekordstände erwartet. Von der anlaufenden Quartalsberichtssaison - in dieser Woche legen Siemens und SAP ihre Bücher offen - sind laut Landesbank Berlin positive Impulse allerdings nicht zu erhoffen. "Die Ausblicke auf 2013 sollten zurückhaltend und vorsichtig ausfallen."

 

Für die kommenden Wochen prognostizieren die Analysten eine Seitwärtsbewegung mit wieder anziehender Schwankungsbreite. "Für den DAX und Euro Stoxx 50 erscheint eine rund fünfprozentige Korrektur durchaus möglich", heißt es. Die mittel- bis längerfristigen Aufwärtsbewegungen seien aber nicht gefährdet. "Auf Jahressicht bleiben wir vorsichtig optimistisch und rechnen für den deutschen Leitindex mit neuen Rekordständen aufgrund fehlender Anlagealternativen, moderater Bewertungen, hoher Dividendenrenditen und an erster Stelle der Liquiditätsschwemme der Notenbanken."

 

Politik sorgt für Unsicherheit

 

"Ist die Krise vorbei? Ist jetzt Schluss mit den starken Marktschwankungen und erwarten uns dieses Jahr stabil freundliche Kapitalmärkte?", fragt die DekaBank in ihrem Monatsausblick und antwortet mit einem klaren Nein. Eine ganze Reihe von Themen könne in den kommenden Monaten noch für viel Volatilität an den Finanzmärkten sorgen: potenzielle Schuldenschnitte in Zypern und Griechenland, die im Frühjahr erneut anstehenden Budgetverhandlungen in den USA sowie Wahlen in Italien und Deutschland.

 

"Die Erfahrung der Finanzkrise lehrt, dass sie in Wellen verläuft. Also warnen wir vor Euphorie ob der jüngsten positiven Entwicklung, insbesondere an den Aktienmärkten." Zwischenzeitliche Rückschläge seien nur allzu wahrscheinlich. Auf Jahressicht dürfte an den internationalen Börsen allerdings das Potenzial für weitere Kurssteigerungen realisiert werden. "Trotz aller politischen Risiken wird eine in den kommenden Quartalen zunehmende konjunkturelle Dynamik die Gewinnperspektiven der Unternehmen hinreichend unterfüttern."

 

Technisches Bild unklar

 

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der deutsche Aktienmarkt Halver zufolge in einer kurzfristig neutralen Situation. "Sollte der DAX dabei die aktuelle Handelszone verlassen und die Unterstützung bei 7.683 Punkten durchbrechen, liegen die nächsten Auffanglinien bei 7.600 und darunter bei 7.450 Punkten." Gelinge hingegen ein kraftvoller Anstieg über den Widerstand bei 7.790 Punkten, sei weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden - bis in den Bereich der psychologisch wichtigen Marke bei 8.000 und darüber am Allzeithoch bei 8.151 Punkten.

 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

 

Montag, 21. Januar

 

USA: Feiertag (Martin Luther King-Tag). Die Börsen bleiben geschlossen.

 

EU: Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Wie die HSH Nordbank erläutert, dürften auf der Tagesordnung der Eurogruppe unter anderem Zypern und die Entscheidung über den neuen "Mister Euro" stehen. Vorgesehen sei der niederländische Finanzminister Jeroen Djesselbloem.

 

Dienstag, 22. Januar

 

Quartalszahlen Google, IBM

 

Japan: Bank of Japan Sitzungsergebnis.

 

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen Januar. Die Helaba prognostiziert 12 Punkte, das wäre deutlich mehr als im Dezember, als 6,9 erreicht wurden.

 

Mittwoch, 23. Januar

 

Beginn des Weltwirtschaftsforums Davos (bis 27. Januar)

 

Quartalszahlen Novartis, Siemens, SAP, Unilever, Apple

 

Donnerstag, 24. Januar

 

Quartalszahlen Beiersdorf, Nokia, Microsoft

 

9.30 Uhr. Deutschland: Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe/Dienstleistungen Januar. Umfragen zufolge erwarten Analysten im Schnitt 46,5 Punkte für das verarbeitende Gewerbe nach 46 im Vormonat sowie 51,8 Punkte nach 52 für die Dienstleitungen.

 

10.00 Uhr. EU: Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe/Dienstleistungen Januar. Die Hoffnung auf ein Ende der Rezession im ersten Quartal dürfte von den Januardaten enttäuscht werden, meint die DekaBank. Die Teilindizes werden den Analysten zufolge die 50 Punkte-Marke nicht erreichen, aber durchaus eine Stabilisierung der Konjunktur signalisieren. Das Sicherheitsnetz aus EFSF/ESM und EZB scheine zu wirken, dazu komme die anziehende Dynamik der Weltwirtschaft.

 

Freitag, 25. Januar

 

Quartalszahlen Procter & Gamble

 

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklima Januar. Nach einer Stagnation und zwei Anstiegen in Folge ist laut DekaBank ein Aufwärtstrend bei den Geschäftserwartungen wahrscheinlich, die Lagebeurteilung könne allerdings nochmals leicht zurückgehen. Insgesamt sieht es den Analysen zufolge damit nach einem weiteren Anstieg des ifo-Geschäftsklimas aus.

 

10.30 Uhr. Großbritannien: BIP 4. Quartal. Auch die britische Wirtschaft konnte sich laut DekaBank zum Jahresende 2012 dem rezessiven Sog in Europa nicht entziehen. Die Analysten rechnen mit einer erneuten Schrumpfung des BIP gegenüber dem Vorquartal.

 

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© 21. Januar 2013/Anna-Maria Borse

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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