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03.05.2010 10:39

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Börse Frankfurt-News: Zweifel an Griechenland bleiben (Wochenausblick)


    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 3. Mai 2010. Kurzfristig stabilisiert, aber nicht langfristig genesen - das ist der Patient Griechenland nach Einschätzung der meisten Börsianer. Sie bleiben weiter hin und her gerissen zwischen den Sorgen um die Wackelkandidaten der Eurozone und den guten Nachrichten von Konjunktur- und Unternehmensseite.

Die am Wochenende beschlossenen Milliarden-Hilfen der Euro-Länder und des IWF für Griechenland werden von den Marktteilnehmern zwar begrüßt, echte Erleichterung will sich aber nicht einstellen. Es bleiben Zweifel, etwa an der langfristigen Zahlungsfähigkeit des Landes, den Erfolgsaussichten der Sparanstrengungen in einer Rezession und - nicht zuletzt - am europäischen Währungssystem insgesamt, das nun, anders als geplant, doch zur Transferunion wird. Nach Verlusten von fast 2 Prozent in der Vorwoche liegt der Dax am Montagmorgen mit 6.114 Punkten leicht im Minus.

Positive Unternehmensnachrichten

Jenseits von Griechenland sieht es gar nicht so schlecht aus, die Quartalszahlen sind bislang jedenfalls überwiegend erfreulich. Auch in den kommenden Tagen wird der Nachrichtenfluss nicht abbrechen: Die Berichtssaison in Deutschland ist in vollem Gange, daneben halten viele Adressen im Mai ihre Hauptversammlungen ab. "Rund ein Drittel der DAX-Unternehmen, die bislang berichtet haben, konnten die Quartalsergebnisse gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln", meldet Klaus Stabel von ICF Kursmakler. Seiner Ansicht nach müsste sich das eigentlich in festeren oder zumindest stabileren Börsenkursen niederschlagen - wenn da nicht die Ängste um die PIIGS wären, also um Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien.

 

Portugal mit Griechenland nicht zu vergleichen

Portugal ist allerdings nicht Griechenland - das ist jedenfalls das Fazit einer aktuellen UBS-Studie. Die Analysten haben die Situation der beiden Ländern untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die finanzielle Lage Portugals zwar schwierig ist, aber nicht annähernd so schlecht wie die Griechenlands. Sie verweisen unter anderem auf das innerhalb der EU unterdurchschnittliche Verhältnis von Schulden zum BIP und das deutlich niedrigere Haushaltsdefizit in Portugal. Allerdings sollten sich Anleger nicht zu früh freuen: "Wir können dennoch nicht ausschließen, dass Portugal trotz der besseren makroökonomischen Daten zum Ziel eines Angriffes wird", meinen die Analysten.

Ende der Topbildungsphase erwartet

Charttechnisch gesehen befinden sich die Aktienmärkte nach Ansicht von Klaus Deppermann derzeit in der Endphase einer langfristigen Topbildung. "Kurzfristig am wahrscheinlichsten ist eine Fortsetzung der Korrektur noch für einige Tage und danach ein erneutes Anlaufen des Jahreshochs", meint der Charttechniker der BHF Bank. Den Abschluss der Topbildungsphase erwartet er am ehesten für Ende Mai.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

Montag, 3. Mai

London Stock Exchange und Börse Tokio geschlossen

14.30 Uhr. USA: Persönliche Einkommen/Ausgaben März. HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnet bei den persönlichen Einkommen mit einem Plus von 0,3 und bei den Ausgaben mit 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. In der Vorperiode waren es noch 0,0 beziehungsweise 0,3 Prozent gewesen.

16.00 Uhr. USA: ISM Index April. Erste Veröffentlichungen von regionalen Indizes lassen laut HSBC einen grundsätzlich weiter robusten Index erwarten. Nach dem im Wesentlichen wetterbedingten kräftigen Sprung vom Vormonat werde es aber wohl zu einer Normalisierung kommen. Die Analysten prognostizieren 57 Punkte nach 59,6 im März. Der vom Institute for Supply Management (ISM) erhobene Index zeigt die Geschäftserwartungen der Industrie auf einer Skala von eins bis 100. Werte über 50 deuten auf eine Ausweitung, Werte darunter auf eine Abschwächung der Konjunktur.

Dienstag. 4. Mai

Quartalszahlen Adidas, Continental, Fresenius SE, Fresenius Medical Care, Hannover Rück, Linde

Mittwoch, 5. Mai

Quartalszahlen BMW, Deutsche Lufthansa, Henkel, Société Générale 16.00 Uhr. USA: ISM Dienstleistungsindex April. Die Konsensschätzungen liegen hier bei 56 Punkten nach 55,4 im Vormonat.

Donnerstag, 6. Mai

Quartalszahlen Beiersdorf, Commerzbank

12.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingänge Industrie März. Die DekaBank geht aufgrund von Unternehmensaussagen von einem Auftragsplus von 1,9 Prozent gegenüber dem Februar aus.

13.45 Uhr. EU: Sitzungsergebnis EZB mit anschließender Pressekonferenz. Die Pressekonferenz wird laut DekaBank erneut von der Griechenlandfrage dominiert werden, auf die auch EZB-Präsident Trichet keine abschließende Antwort habe. Es sei auch nicht damit zu rechnen, dass die Zentralbank europäische Staatsanleihen zur Marktstützung kaufen werde. Zinsänderungen erwarten Marktbeobachter nicht.

Freitag, 7. Mai

Quartalszahlen EnBW, Hypo Real Estate, HSBC, Munich Re,

12.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion März. Die UBS rechnet mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Februar, liegt damit aber weit unter den Konsensschätzungen (1,5 Prozent).

14.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktbericht April. Die DekaBank erwartet einen deutlichen Beschäftigungsaufbau, der allerdings größtenteils auf die Volkszählung zurückzuführen sei. In der Privatwirtschaft sollte der Aufbau den Analysten zufolge im Vergleich zum Vormonat etwa schwächer ausfallen, da der März witterungsbedingt nach oben verzerrt gewesen sei. Konkret geht die Bank von einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent aus.

Weitere Termine sowie die aktuellen Daten kurz nach ihrer Veröffentlichung finden Sie auf www.boerse-frankfurt.de/termine.

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© 3. Mai 2010/Anna-Maria Borse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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