07.11.2012 18:20
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Börse Frankfurt Schluss: Abschläge, HOCHTIEF gesucht

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach einem freundlichen Start drehten die wichtigsten deutschen Aktienindizes im Handelsverlauf ins Minus. Dabei litt die Stimmung der Marktteilnehmer unter den deutlich schwachen Vorgaben aus den USA nach der Wiederwahl von US-Präsident Obama. Der DAX verlor zuletzt 1,96 Prozent auf 7.232,83 Punkte. Der MDAX gab um 1,18 Prozent nach auf 11.518,31 Punkte. Für den SDAX ging es derweil um 1,07 Prozent nach unten auf 5.011,84 Zähler, während der TecDAX um 0,12 Prozent auf 814,11 Punkte stieg. Der Bund Future gewann zuletzt 0,66 Prozent auf 142,69 Zähler, während der Euro um 0,37 Prozent auf 1,2758 Dollar zulegte.

An der Wall Street notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 2,36 Prozent im Minus. Am Donnerstag stehen in den USA konjunkturseitig die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Handelsbilanz auf der Agenda. In Deutschland werden die Zahlen zum Außenhandel und zum Umsatz im verarbeitenden Gewerbe gemeldet.

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe hat im September nachgegeben. Dies gab das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) auf Basis vorläufiger Berechnungen bekannt. Demnach fiel die Erzeugung im Vergleich zum Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,8 Prozent, während sie im Monat zuvor nach revidierten Angaben um 0,4 Prozent gesunken war. Hierbei schrumpfte die Industrieproduktion um 2,3 Prozent.

Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) verschlechtern sich heute um 0,2 Prozent. Der Versicherer hat in den ersten neun Monaten einen Gewinnsprung erzielt. Im dritten Quartal konnte der Gewinn dabei annähernd vervierfacht werden. Zu diesem Ergebnis trug neben einer anhaltend positiven operativen Geschäftsentwicklung auch ein hohes Ergebnis aus Kapitalanlagen bei. Für 2012 erwartet man nun ein höheres Konzernergebnis als bisher angestrebt - vorausgesetzt die Belastungen aus dem Wirbelsturm "Sandy" und weiteren möglichen Großschadenereignissen halten sich im derzeit erwartbaren Rahmen. Des Weiteren tendierten SAP mit 2,1 Prozent im Minus, nachdem der Softwarekonzern eine Unternehmensanleihe über 1,3 Mrd. Euro am Euro-Anleihemarkt erfolgreich platziert hat. Ferner fuhren Volkswagen (Volkswagen vz) um 0,8 Prozent hinterher. Der zum Automobilkonzern gehörende Premium-Hersteller AUDI (Audi) konnte im Oktober mit einem Absatzanstieg aufwarten.

Die EU-Wettbewerbskommission hat die Übernahme der Edelstahlsparte Inoxum von ThyssenKrupp durch den finnischen Wettbewerber Outokumpu Oy unter Auflagen gebilligt. ThyssenKrupp verloren 2,5 Prozent zu. Commerzbank verbesserten sich daneben um 3,2 Prozent. Die Bank plant einem Medienbericht zufolge einen groß angelegten Stellenabbau. Wie es heißt, wird das Kreditinstitut auf dem Investorentag am Donnerstag voraussichtlich härtere Sparmaßnahmen ankündigen, als bislang vermutet. Den Angaben zufolge könnten diesen Plänen insgesamt 5.000 bis 6.000 Stellen zum Opfer fallen. Die rote Laterne wurde unterdessen von Infineon mit einem Minus von 4,8 Prozent getragen, während BMW zuletzt um 0,6 Prozent vorfuhren und damit als einziger Wert im Dax im Plus lagen.

Aus dem MDAX wurde heute eine ganze Reihe an Quartalsbilanzen veröffentlicht. Gut lief es im laufenden Geschäftsjahr bei HOCHTIEF . Der Baukonzern verbuchte in den ersten neun Monaten einen Ergebnisanstieg und konnte wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Die Gesamtleistung verbesserte sich deutlich. Für das Geschäftsjahr 2012 bestätigt HOCHTIEF seine Erwartungen für den Auftragseingang auf hohem Vorjahresniveau. Auch Auftragsbestand und Umsatz werden voraussichtlich das Niveau von 2011 erreichen. Aus dem operativen Geschäft erwartet der Konzern weiterhin ein Vorsteuerergebnis leicht unter 550 Mio. Euro und einen Konzerngewinn knapp unter 180 Mio. Euro. Das Papier rückte an zweiter Stelle im MDAX um 3,1 Prozent vor.

KUKA (KUKA) hat derweil in den vergangenen neun Monaten ein kräftiges Ergebnisplus erwirtschaftet. Beim Umsatz konnte man ebenfalls klar zulegen. Für 2012 wurde der Ausblick bestätigt und konkretisiert. Die Aktie des Maschinenbaukonzerns verbesserte sich um 0,7 Prozent. Derweil ist Klöckner & Co (KloecknerCo) in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz wurde gleichzeitig aber gesteigert. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch die schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und die weiter fortschreitende Preiserosion. Indes soll das Sparprogramm verschärft werden. Die Titel des Metalldistributeurs stiegen an der Indexspitze um 3,2 Prozent.

Brenntag (Brenntag) fielen um 1,5 Prozent. Der Chemikalienhändler hat im abgelaufenen Quartal einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Das Unternehmen geht für den weiteren Jahresverlauf derzeit nicht von einem Anstieg der Nachfrage aus. Vor dem Hintergrund dieses schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes hat man die Bandbreite für das erwartete operative EBITDA in 2012 auf 705 bis 725 Mio. Euro eingegrenzt (ohne Einbeziehung von außergewöhnlichen Aufwendungen). Zuletzt hatte man ein operatives EBITDA von 705 bis 735 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Zudem hat ElringKlinger im dritten Quartal einen Gewinnrückgang ausgewiesen. Der Umsatz wurde indes erhöht. Für das Gesamtjahr 2012 erwartet man in Summe noch einen moderaten Anstieg der Weltfahrzeugproduktion. Vor diesem Hintergrund geht der Konzern weiterhin davon aus, den Umsatz im laufenden Gesamtjahr organisch um 5 bis 7 Prozent steigern zu können - abhängig von der weiteren Entwicklung der Kundennachfrage im vierten Quartal. Dabei soll das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern überproportional zum Umsatzanstieg wachsen. Die Aktie verteuerte sich um 1,9 Prozent.

Axel Springer (Axel Springer) stiegen daneben um 0,3 Prozent. Der Verlagskonzern meldete, dass sein Konzernüberschuss in den ersten neun Monaten 2012 zurückgegangen ist, während der Umsatz zulegen konnte. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden bestätigt. Gut lief es indes in den ersten drei Quartalen 2012 für den Aromenhersteller Symrise . So konnte man Umsatz und Ergebnis verbessern. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bekräftigt. Das Papier gab trotzdem um 2,5 Prozent nach.

Im TecDax ging es für MorphoSys um 0,1 Prozent nach oben. Der Biotechnologiekonzern hat seinen Verlust im dritten Quartal reduziert. Der Umsatz war indes rückläufig. Im Anschluss wurde die Prognose für das laufende Fiskaljahr angepasst. So erwartet MorphoSys für das laufende Geschäftsjahr Konzernumsatzerlöse in der Spanne von 70 bis 75 Mio. Euro, was geringfügig unter der ursprünglichen Prognose von 75 bis 80 Mio. Euro liegt. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird eher im unteren Bereich der ursprünglichen Finanzprognose von 1 bis 5 Mio. Euro erwartet. Ferner gab MorphoSys die Erweiterung seiner strategischen Kooperation mit dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis bekannt. Die langjährige Zusammenarbeit kann nun von neuen Technologien profitieren, die zum Zeitpunkt der Vertragsunterschrift des derzeitigen Vertrags im Jahr 2007 noch nicht zur Verfügung standen.

Im SDAX verschlechterten sich Grammer um 3,1 Prozent. Der Automobilzulieferer hat in den ersten neun Monaten 2012 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg bei Umsatz und Nettoergebnis erzielt. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet man ein Gesamtergebnis, das sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen wird. Unterdessen fielen Heidelberger Druckmaschinen um 1,4 Prozent. Der Konzern musste im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2012/13 mit einem größeren Verlust abschließen. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Schließlich gaben comdirect bank um 2,6 Prozent nach, nachdem das Unternehmen verhaltene Zahlen für den Monat Oktober vermeldet hat.

DAX: 7.232,83 (-1,96 Prozent) MDAX: 11.518,31 (-1,18 Prozent) SDAX: 5.011,84 (-1,07 Prozent) TecDAX: 814,11 (-0,12 Prozent) (07.11.2012/ac/n/m)

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