Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes befanden sich heute auf dem Vormarsch. Gestützt wurde die Stimmung am Markt von den aktuellen Konjunkturdaten aus den USA, die im Großen und Ganzen positiv aufgenommen wurden. Der DAX gewann zuletzt 1,05 Prozent auf 5.852,18 Punkte. Der MDAX legte um 0,66 Prozent zu auf 8.775,39 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,07 Prozent nach oben auf 4.305,49 Zähler, während der TecDAX 1,56 Prozent auf 676,89 Punkte hinzugewann. Der Bund Future fiel zuletzt um 0,10 Prozent zurück auf 137,68 Zähler, während der Euro um 0,04 Prozent auf 1,3040 Dollar zulegte.
An der Wall Street notieren die wichtigsten US-Indizes zur Stunde mit bis zu 0,55 Prozent im Plus. Morgen werden aus den USA die Zahlen zu den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter für November sowie zu den persönlichen Einkommen und Auslagen für November veröffentlicht.
Die deutschen Reallöhne wiesen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im dritten Quartal 2011 einen Anstieg aus. So waren die Reallöhne um durchschnittlich 0,6 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal 2011 war ein Plus von 1,9 Prozent und im dritten Quartal 2010 ein Zuwachs von 1,5 Prozent zu verzeichnen gewesen. Ferner stiegen die Nominallöhne um 3,0 Prozent und die Verbraucherpreise erhöhten sich um 2,5 Prozent. Während sich die Inflationsrate das achte Quartal in Folge erhöhte, stiegen die Nominallöhne im Vergleich zu den beiden Vorquartalen deutlich schwächer an.
RWE (RWE) rückten heute rund 5 Prozent vor und markierten damit die Indexspitze im DAX. Der Versorger konnte mit dem russischen Erdgaskonzern OAO Gazprom (Gazprom (Spons ADRs)) keine Einigung über gemeinsamen Bau und Betrieb von Kraftwerken erzielen. Daher wurde in gegenseitigem Einvernehmen beschlossen, die exklusiven Gespräche über ein mögliches Joint Venture zum gemeinsamen Bau und Betrieb von Kraftwerken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden zum Jahresende auslaufen zu lassen. Fresenius Medical Care steigt in das Geschäft mit Dialysedienstleistungen in Ecuador ein. Mit Wirkung zum 1. Dezember hat man von einer Unternehmerfamilie aus Ecuador acht privat geführte Dialysekliniken übernommen. Die Akquisition wird jährlich rund 17 Mio. US-Dollar zum Umsatz von FMC beitragen und soll sich bereits im ersten Jahr nach Abschluss positiv auf das Konzernergebnis auswirken. Zudem wird FMC den lokalen Vertriebspartner Nefrocontrol S. A. übernehmen. Diese Übernahme wird jährlich weitere rund 7,5 Mio. US-Dollar zum Umsatz beitragen. Die Anteilsscheine des Dialysespezialisten notierten annähernd auf Vortagesniveau.
Anteile von Bayer gewannen heute 1,9 Prozent hinzu. Der Konzern hat bei der europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde EMA die Marktzulassung des oralen Gerinnungshemmers Xarelto (Rivaroxaban) in Kombination mit Standard-Plättchenaggregationshemmung zur Sekundärprävention nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) beantragt. Daneben flogen Deutsche Lufthansa um 1,9 Prozent vor. Die Fluggesellschaft und die International Consolidated Airlines Group (IAG) haben einen Vertrag über den Verkauf der British Midland Ltd. (BMI) an IAG unterzeichnet. Der Bruttokaufpreis beträgt 172,5 Mio. Britische Pfund (GBP) in bar (ca. 207 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung der vereinbarten Anpassungen wird der Nettokaufpreis jedoch voraussichtlich deutlich negativ sein. Die rote Laterne wurde heute im Dax mit einem geringfügigen Abschlag von 0,2 Prozent von Henkel gehalten.
Im MDAX richtete sich der Fokus der Investoren heute auf den Zahlenausweis von Südzucker (Suedzucker). Der Zuckerproduzent konnte in den ersten neun Monaten (1. März 2011 bis 30. November 2011) des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 beim Umsatz und Ergebnis zulegen. So wuchs der Konzernumsatz im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um rund 12 Prozent auf 5,24 Mrd. Euro. Das operative Konzernergebnis erhöhte sich um 41 Prozent auf 586 Mio. Euro. Diese Ergebnisverbesserung wird vor allem durch das Segment Zucker getragen. Für das Geschäftsjahr 2011/12 rechnet der Konzern weiterhin mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf rund 6,8 (Vorjahr: 6,2) Mrd. Euro und des operativen Konzernergebnisses auf rund 750 (Vorjahr: 519) Mio. Euro. Die Aktie stieg um 2,4 Prozent.
Im SDAX ging es für HORNBACH HOLDING (HORNBACH vz) um 2,8 Prozent nach oben. Der Baumarktkonzern erzielte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/2012 (1. März bis 30. November 2011) neben einem deutlichen Umsatzwachstum auch einen überproportionalen Ergebnisanstieg. So wuchsen die Umsätze um 6,6 Prozent auf 2,58 Mrd. Euro. Gleichzeitig legte das Betriebsergebnis (EBIT) um 12,8 Prozent auf 191,2 Mio. Euro zu. Wachstumsmotor waren einmal mehr die Bau- und Gartenmärkte in Deutschland, die mit einem flächenbereinigten Umsatzplus von kumuliert 6,0 Prozent die Branche weiterhin deutlich auf Abstand halten.
DAX: 5.852,18 (+1,05 Prozent) MDAX: 8.775,39 (+0,66 Prozent) SDAX: 4.305,49 (+0,07 Prozent) TecDAX: 676,89 (+1,56 Prozent)
(22.12.2011/ac/n/m)