Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienindizes gingen am letzten Handelstag der Woche mit roten Vorzeichen ins Wochenende. Dabei machte die nach wie vor ungelöste Schuldenkrise in der Euro-Zone den Anlegern nach wie vor zu schaffen. Der DAX verlor 0,85 Prozent auf 5.800,24 Punkte. Der MDAX gab um 1,08 Prozent nach auf 8.626,15 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,80 Prozent nach unten auf 4.400,39 Zähler, während der TecDAX um 1,38 Prozent auf 670,99 Punkte abgeben musste. Der Bund Future gab zuletzt 0,55 Prozent nach auf 136,57 Zähler, während der Euro 0,44 Prozent auf 1,3515 Dollar anstieg.
Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind im Oktober 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erneut deutlich aber mit etwas vermindertem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,3 Prozent. Im September 2011 hatte die Jahresveränderungsrate sogar bei 5,5 Prozent und im Oktober 2010 bei 4,3 Prozent gestanden. Die Preissteigerungen für Energie waren im Oktober 2011 für fast zwei Drittel der gesamten Jahresveränderungsrate verantwortlich. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 2,8 Prozent höher als im Oktober 2010. Gegenüber September 2011 sanken sie leicht um 0,1 Prozent. Binnen Monatsfrist kletterte der Preisindex um 0,2 Prozent. Davor waren die Erzeugerpreise im September 2011 um 0,3 Prozent und im Oktober 2010 um 0,4 Prozent gestiegen. Unterdessen wurde in den ersten neun Monaten 2011 bei den Baugenehmigungen für Wohnungen ein klarer Zuwachs verzeichnet. So wurde von Januar bis September 2011 in Deutschland der Bau von 167.700 Wohnungen genehmigt. Das waren 21,6 Prozent oder 29.800 Wohnungen mehr als in den ersten neun Monaten des Jahres 2010.
An der Wall Street waren zu Handelsbeginn nach dem schwachen Vortagessschluss gemischte Vorzeichen auszumachen. Während der Dow Jones leichte Zugewinne vorzuweisen hatte, tendierte der technologielastige Nasdaq Composite schwächer. Im weiteren Verlauf sorgten die besser als erwartet ausgefallenen US-Frühindikatoren für positive Impulse und sorgten im weiteren Verlauf kurzfristig für Zugewinne. Zum Xetra-Schluss wiesen die US-Leitindizes allerdings mehrheitlich leichte Aufschläge aus.
Im Blickpunkt standen unter anderem Anteilsscheine der Deutschen Telekom . Einem Medienbericht zufolge will der Technologie- und Innovationschef Edward Kozel den Konzern zum Jahresende vorzeitig verlassen. Konzernchef René Obermann wolle laut dem Bericht keinen Nachfolger für Kozel suchen, sondern das wichtige Thema Innovationen künftig selbst in die Hand nehmen. Die Deutsche Telekom wollte dies nicht kommentieren. Die Aktie verbesserte sich um 0,6 Prozent.
Daneben ging es für Siemens um 1,3 Prozent nach unten. Der Technologiekonzern hat mehrere Aufträge erhalten, darunter einen Großauftrag im Bereich Bahntechnik aus den Niederlanden.
Bei der Deutschen Bank (Deutsche Bank) gibt es Medienberichten zufolge im Top-Management des Geldhauses Streit über den Zeitpunkt des geplanten Abgangs von Konzernchef Josef Ackermann. Laut dem Bericht stößt die Absicht von Ackermann, mit der Hauptversammlung am 31. Mai 2012 den Weg freizumachen für die Doppelspitze aus Deutschlandschef Jürgen Fitschen und dem Investmentbanker Anshu Jain, im Topmanagement auf Unverständnis. Deshalb sei eine Diskussion entbrannt, ob der Schweizer nicht schon früher den Chefsessel räumen soll - mindestens zwei Vorstandsmitglieder des siebenköpfigen Gremiums sprechen sich dem Bericht zufolge dafür aus. Ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang könnte die Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 am 2. Februar kommenden Jahres sein. "Eine Stabsübergabe nach der Bilanz-Pressekonferenz wäre das Richtige", wird ein Top-Banker zitiert. Am Ende verlor der Wert 1,3 Prozent.
Daneben sorgt die Ankündigung des Autobauers BMW über eine Beteiligung am Graphit- und Karbonhersteller SGL CARBON (SGL Carbon) für Aufsehen. Nach Angaben des Automobilkonzerns hat man sich insgesamt 15,16 Prozent der Anteilsscheine an dem im MDAX notierten Konzern gesichert. Damit verstärkt das Unternehmen die Ausrichtung auf das Thema Leichtbau und den Einsatz von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) im Automobilbau. BMW und SGL CARBON arbeiten bereits erfolgreich im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens zusammen. BMW verlor am Ende 1,7 Prozent.
Die Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) und die NYSE Euronext bestätigen schließlich heute, dass sie einen Vorschlag über Abhilfemaßnahmen bei der Generaldirektion "Wettbewerb" der Europäischen Kommission eingereicht haben. Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen sollen die verbliebenen Bedenken der Generaldirektion "Wettbewerb" in den Bereichen Derivatehandel und Clearing adressieren, zugleich jedoch die überzeugende industrielle Logik der Transaktion wahren. Die Anteilsscheine der Deutschen Börse AG konnten als bester Wert im Dax um 2,8 Prozent zulegen.
Im MDAX befanden sich die Papiere von SGL CARBON nach der heute veröffentlichten Beteiligung des Autobauers BMW lange Zeit mit deutlichem Abstand an der Spitze, mussten am Ende jedoch einen Großteil der Gewinne wieder abgeben und legte am Ende 1,2 Prozent zu. Deutlichere Aufschläge waren bei STADA (+3,7 Prozent) auszumachen. Die rote Laterne ging mit einem Minus von 4,4 Prozent an ElringKlinger.
Im TecDax waren QSC mit einem Zugewinn von 2 Prozent an der Indexspitze zu finden. Auf dem letzten Platz brachen Q-Cells nach dem starken Anstieg der vergangenen Handelstage infolge von Gewinnmitnahmen um mehr als 17 Prozent ein.
Einen Zahlenausweis gab es schließlich heute aus dem SDAX. zooplus musste für die ersten neun Monate 2011 trotz steigender Gesamtleistung ein negatives Ergebnis ausweisen. Für das Fiskaljahr 2012 äußerte sich der Konzern aber optimistisch. Die Titel des Tierbedarfshändlers zierte mit einem Wertverlust von mehr als 11 Prozent das Indexende des SDAX. Vorne legten Prime Office um 6,1 Prozent zu.
DAX: 5.800,24 (-0,85 Prozent) MDAX: 8.626,15 (-1,08 Prozent) SDAX: 4.400,39 (-0,80 Prozent) TecDAX: 670,99 (-1,38 Prozent) (18.11.2011/ac/n/m)