Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nachdem die deutschen Aktienmärkte zur Mittagszeit deutlich zulegen konnten, trübte sich die Stimmung der Marktteilnehmer nach schwächeren Vorgaben aus den USA wieder ein. Das Marktumfeld bleibt weiterhin sehr nervös. Der DAX verlor zuletzt 0,11 Prozent auf 5.473,78 Punkte. Der MDAX gewann 0,25 Prozent hinzu auf 8.424,93 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,07 Prozent nach oben auf 4.258,92 Zähler, während der TecDAX um 0,08 Prozent auf 690,96 Punkte zulegte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,02 Prozent auf 135,28 Zähler, während der Euro 0,03 Prozent auf 1,4370 Dollar zulegte.
Die US-Indizes liegen zur Stunde mit bis zu 0,65 Prozent im Plus und büßen damit einen Teil ihrer starken Auftaktgewinne wieder ein. Am morgigen Dienstag steht in Deutschland unter anderem die Veröffentlichung der Zahlen zur Konjunkturerwartung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für August 2011 an. In den USA werden die Daten zu den Verkäufen neuer Häuser für Juli 2011 und der Richmond-Fed-Herstellerindex für August 2011gemeldet.
Im Dax gab die BMW-Aktie (BMW) heute um 4,2 Prozent ab und markierte damit das Indexende. Der Autohersteller will einem Bericht der "Automobilwoche" vom Samstag zufolge für sein Werk in Leipzig eine eigene Windkraftanlage zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien bauen. So sollen vier Windräder in Leipzig errichtet werden, um künftig in der Fertigung der geplanten Carbonautos Strom aus erneuerbaren Energien einzusetzen. Die Windkraftanlage solle spätestens zum Produktionsstart der Elektromodelle i3 und i8 im Herbst 2013 fertig gestellt sein. Wie es weiter hieß sind die Pläne für Leipzig nur ein Teil der geplanten Erweiterung des weltweiten Produktionsnetzwerks. Um den Bestellansturm zu bewältigen und die Lieferzeiten im Rahmen zu halten geht der Hersteller in die Produktionsoffensive. So plant Konzernchef Reithofer laut dem Bericht eine neue Montagefabrik in Brasilien. Von 26 möglichen Standorten seien zwei in der engeren Auswahl, davon liege einer nahe São Paulo.
Anteile von Henkel (Henkel vz) bewegten sich mit 0,3 Prozent knapp im Plus. Der Konsumgüterkonzern hat heute den Bau einer neuen Klebstofffabrik in China angekündigt. Die neue Anlage in Shanghai umfasst den Angaben zufolge 150.000 Quadratmeter und wird zentrale Produktionsstätte für Industrie-Klebstoffe in China und in der Region Asien/Pazifik. Jährlich sollen dort 428.000 Tonnen Klebstoffe produziert werden. Mit der neuen Fabrik erweitert das Unternehmen seine Produktionskapazitäten und reagiert auf die steigende Nachfrage nach industriellen Klebstoff-Technologien in China und in der gesamten Region Asien/Pazifik. Wie es weiter heißt, investiert Henkel in das Werk rund 50 Mio. Euro und wird dort etwa 600 Mitarbeiter beschäftigen. Produktionsbeginn ist Ende 2012. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren fanden sich heute die Papiere von E.ON mit einem Aufschlag von 3,6 Prozent wieder.
Im MDAX notierte die Aktie des Flughafenbetreibers Fraport mit 0,4 Prozent im Plus. Das Unternehmen sieht sich durch die jüngsten Marktturbulenzen kaum beeinträchtigt. Eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung von Zukäufen steht beim führenden deutschen Flughafenbetreiber ebenfalls nicht auf der Agenda. "Wir gehen davon aus, dass wir nachhaltig eine Überschussnachfrage in Frankfurt haben werden", erklärte der Finanzvorstand Matthias Zieschang in einem Zeitungsinterview. Bis 2015 werde Frankfurt mit der schrittweisen Erhöhung der Kapazität auf etwa 100 Flugbewegungen stündlich und gut 65 Millionen Passagiere an London-Heathrow vorbei zur Nummer 1 in Europa werden. Wincor Nixdorf bewegten sich knapp im Plus, nachdem der Konzern einen Auftrag aus Österreich erhalten hat. An der Indexspitze legten Deutsche Euroshop 4,9 Prozent, während sich die Anleger gleichzeitig insbesondere von den Anteilsscheinen von Continental trennten, die sich um 6,0 Prozent verschlechterten.
Im SDAX verteuerten sich die Papiere von Sixt um 3,3 Prozent. Der Autovermieter konnte im ersten Halbjahr mit einem kräftigen Ergebnisanstieg aufwarten und das Konzernergebnis nahezu verdoppeln. Im Anschluss wurden die Jahresprognosen trotz der bestehenden Risiken bestätigt. Daneben gaben zooplus rund 2 Prozent nach. Europas führender Internethändler für Heimtierbedarf, präsentierte heute die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr. Demnach verbesserte sich die Gesamtleistung im Berichtszeitraum um 39,5 Prozent auf 118,7 Mio. Euro. In dem von der Logistikmigration und dem Wechsel zur neuen Hauptlogistik der Gesellschaft entscheidend geprägten zweiten Quartal des Jahres 2011 sah sich zooplus mit erhöhten Aufwendungen und einer beeinträchtigten Umsatzgenerierung konfrontiert. Das Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit (EBIT) lag dementsprechend mit -6,4 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,1 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis wurde ein Verlust von 4,8 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Plus von 0,6 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.
Im TecDax stach heute die Aktie von QSC mit einem Plus von knapp 5 Prozent hervor. Der Anteilschein profitierte von Übernahmefantasien. Anteile von ADVA legten um 4,0 Prozent zu, während Papiere von freenet ein Plus von 2,2 Prozent verbuchten. Am Indexende gaben Aktien von Dialog Semiconductor 6,0 Prozent ab.
DAX: 5.473,78 (-0,11 Prozent) MDAX: 8.424,93 (+0,25 Prozent) SDAX: 4.258,92 (+0,07 Prozent) TecDAX: 690,96 (+0,08 Prozent)
(22.08.2011/ac/n/m)