Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte konnten am Dienstag mit deutlichen Zugewinnen schließen. Der DAX gewann heute 0,68 Prozent auf 7.001,91 Punkte konnte damit erstmals seit Juni 2008 über die 7.000er-Marke klettern. Der MDAX legte um 0,77rozent zu auf 9.921,16 Stellen. Für den SDAX ging es um 0,33 Prozent nach oben auf 4.967,81 Zähler. Der TecDAX verbesserte sich um 0,83 Prozent auf 812,38 Punkte. Der Bund-Future verlor zuletzt 0,74 Prozent auf 125,63 Zähler, während der Euro 0,39 Prozent auf 1,3334 Dollar zulegen konnte.
An der Wall Street waren kurz nach Handelseröffnung deutlich grüne Vorzeichen auszumachen. Der Dow Jones gewann 0,75 Prozent auf 11.447,86 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,97 Prozent auf 2.620,13 Punkte zulegte. Für den S&P 500 ging es indes um 0,92 Prozent nach oben auf 1.234,43 Zähler. Unter anderem hatte die Einigung im Steuerstreit zwischen den Demokraten und den Republikanern für gute Stimmung gesorgt. Künftig sollen damit auch Reiche weiterhin in den Genuss von Steuererleichterungen kommen. Im weiteren Verlauf kam es jedoch zu vereinzelten Gewinnmitnahmen. Zum Xetra-Schluss waren beim Dow Jones Zugewinne von knapp 0,5 Prozent auszumachen. Am Abend stehen noch die Daten zur Entwicklung der US-Verbraucherkredite auf der Agenda.
Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg im dritten Quartal 2010 der Umsatz in ausgewählten Dienstleistungsbereichen kräftig an. Im Vergleich zum dritten Quartal 2009 wuchs der Umsatz nominal um insgesamt 5,4 Prozent. Gegenüber dem zweiten Quartal 2010 kletterte der kalender- und saisonbereinigte Umsatz insgesamt um 1,3 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten stieg in den betrachteten Wirtschaftsbereichen gegenüber dem dritten Quartal 2009 insgesamt um 4,0 Prozent. Saisonbereinigt war im Vergleich zum zweiten Quartal 2010 ein Anstieg um insgesamt 0,6 Prozent zu verzeichnen. Ebenfalls erfreulich fielen die Zahlen zum Auftragseingang in der deutschen Industrie für den Monat Oktober aus. Demnach stieg der Ordereingang preis- und saisonbereinigt um 1,6 Prozent an. Im Vormonat war hier hingegen ein Minus von 4,0 Prozent ausgewiesen worden. Im Zweimonatsvergleich September/Oktober gegenüber Juli/August verringerte sich das Ordervolumen für die Industrie saisonbereinigt um 1,5 Prozent.
Im Dax standen vor allem Anteilsscheine von HeidelbergCement hoch in der Gunst der Anleger, wobei der Wert mit Zugewinnen von mehr als 2,9 Prozent an der Spitze rangierte. Daneben waren unter anderem auch Beiersdorf und adidas sowie BASF mit in der Spitzengruppe zu finden. Bei Bayer .waren Zugewinne von 0,9 Prozent auszumachen. Einem Medienbericht zufolge kann die Einnahme von Aspirin das Risiko an einer Krebserkrankung zu sterben, im Schnitt um 25 Prozent senken. Zusätzlich beflügelten aktuell auch positive Analystenkommentare die Aktie des Pharmakonzerns.
Deutlich fester präsentierten sich Anteilsscheine von Siemens mit einem Zugewinn von 1,7 Prozent. Zuvor hatte der Industriekonzern gemeldet, dass man von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ) die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften in Deutschland erhalten hat. Die Siemens Bank GmbH werde künftig mit Krediten und Garantien das Produktspektrum der Financial-Services-Einheit von Siemens insbesondere im Bereich der Absatzfinanzierung erweitern und so den Vertrieb in den drei operativen Siemens-Sektoren Industry, Energy und Healthcare unterstützen. Außerdem werde die Bank durch das Einlagengeschäft die Flexibilität bei der Konzernfinanzierung erhöhen und das Risikomanagement optimieren.
Am unteren Ende waren nach der fulminanten Entwicklung der vergangenen Handelstage Anteilsscheine von Infineon Technologies zu finden. Dabei konnte der Technologiekonzern einen Großauftrag zur Lieferung der neuen Generation von Sicherheitscontrollern für den neuen Personalausweis im Chipkartenformat, den die deutschen Behörden seit dem 1. November 2010 ausgeben, an Land ziehen. Am Ende verlor der Wert allerdings mehr als 3,4 Prozent. Henkel hatte unter negativen Analystenkommentaren zu leiden und gab ebenfalls deutlicher ab.
Im MDAX präsentierten sich Anteilsscheine des Baukonzerns HOCHTIEF mit einem Zugewinn von zeitweise mehr als 6,8 Prozent mit deutlichem Abstand an der Spitze, nachdem die australische Tochter Leighton . erneut einen Großauftrag vermelden konnte. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, wurde die zu Leighton gehörende Tochter John Holland mit dem Bau der 10,5 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Glenfield und Leppington beauftragt. Das Auftragsvolumen wurde auf 550 Mio. Australische Dollar beziffert. Bereits am Montag hatte HOCHTIEF mit der Qatar Holding überraschend einen neuen Großaktionär präsentiert. Am Ende hatte die Aktie von HOCHTIEF jedoch unter Gewinnmitnahmen zu leiden und ging mit einem Plus von mehr als 3,4 Prozent aus dem Handel.
Abschläge waren hingegen bei den Anteilsscheinen von Demag Cranes auszumachen, nachdem der Konzern am Morgen die Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt hatte. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 931,3 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahresniveau von 1,05 Mrd. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde ein deutlicher Anstieg auf 50,2 Mio. Euro verzeichnet, nach 13,2 Mio. Euro im Vorjahr. Um Einmaleffekte bereinigt wurde beim EBIT ein Gewinn von 54,2 Mio. Euro verzeichnet, nachdem der Konzern hier zuvor einen Gewinn zwischen 45 und 50 Mio. Euro in Aussicht gestellt hatte. Beim Nachsteuergewinn wurde ein Anstieg auf 27,8 Mio. Euro ausgewiesen, nach 1,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der operative Nachsteuergewinn lag bei 30,5 Mio. Euro. Neben der Belebung in der zweiten Jahreshälfte habe man vor allem von den realisierten Einsparungen profitieren können, so der Konzern. Auch will man für das abgelaufene Fiskaljahr wieder eine Dividende von 60 Cent je Aktie ausschütten, nachdem man im Vorjahr auf die Auszahlung einer Dividende verzichtet hatte. Am Ende musste der Wert rund 0,7 Prozent abgeben.
Im TecDax zogen Anteilsscheine von Kontron mit einem Plus von mehr als 7 Prozent an der Spitze einsam ihre Bahnen. Daneben waren unter anderem bei AIXTRON und bei freenet deutliche Zugewinne auszumachen. Bei der Software AG waren ebenfalls Aufschläge zu verzeichnen. Zuvor war bekannt geworden, dass das Saarländische Oberlandesgerichtdem Antrag von IDS Scheer auf Freigabe der Eintragung der Verschmelzung mit der Software AG stattgegeben hatte. Wie es weiter heißt, rechnet IDS Scheer auf Grundlage dieser Entscheidung zeitnah mit der Eintragung im Handelsregister und damit mit der Wirksamkeit der Verschmelzung. Mit Wirksamkeit der Verschmelzung werden entsprechend dem im Verschmelzungsvertrag festgelegten Umtauschverhältnis je 33 IDS Scheer AG-Aktien in je 4 Aktien der Software AG umgetauscht. Am Ende gewann die Software AG 2 Prozent.
Am unteren Ende waren unter anderem Roth & Rau sowie QSC zu finden. Hier standen Abschläge von teilweise mehr als 5 Prozent zu Buche.
DAX: 7.001,91 (+0,68 Prozent) MDAX: 9.921,16 (+0,77 Prozent) SDAX: 4.967,81 (+0,33 Prozent) TecDAX: 812,38 (+0,83 Prozent) (07.12.2010/ac/n/m)