Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem recht volatilen Handelsverlauf schloss der DAX am Donnerstag mit Abschlägen. Nach schwachem Beginn weitete der Leitindex im weiteren Verlauf seine Verluste angesichts der schwachen Vorgaben aus den USA und Asien zunächst aus. Am Nachmittag sorgten teilweise besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten für Erholungstendenzen. Der am späten Nachmittag veröffentlichte Philly-Fed-Index machte die Zwischenerholung dann allerdings wieder zunichte und sorgte für deutlichere Abschläge. Anleger zeigten sich angesichts der weiter schwelenden Schuldenkrise in Europa jedoch nach wie vor sehr nervös. Der Dax verlor zuletzt 1,07 Prozent auf 5.850,17 Punkte. Der MDAX gab um 1,58 Prozent nach auf 8.720,51Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 1,38 Prozent nach unten auf 4.435,99 Zähler, während der TecDAX um 1,11 Prozent auf 680,40 Punkte abgeben musste. Der Bund Future gab zuletzt 0,68 Prozent nach auf 137,11 Zähler, während der Euro 0,02 Prozent auf 1,3499 Dollar verlor.
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland zog nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im dritten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahresquartal an. Nach vorläufigen Berechnungen hatten rund 41,2 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland. Das waren 495.000 Personen oder 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Diese Zahl stellt den höchsten Stand der Erwerbstätigkeit seit der Wiedervereinigung dar. Allerdings fiel der Anstieg zuletzt schwächer aus als im ersten Quartal (+1,4 Prozent) und im zweiten Quartal 2011 (+1,3 Prozent). Im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 zog die Zahl der Erwerbstätigen saisonal bedingt um 248 000 Personen bzw. 0,6 Prozent an. Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vorquartal um 90.000 Personen bzw. 0,2 Prozent. Weiteren Angaben zufolge kletterte die Zahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum dritten Quartal 2010 insgesamt um 451.000 Personen oder 1,2 Prozent auf 36,7 Millionen Personen. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger wuchs im selben Zeitraum um 44.000 Personen bzw. 1,0 Prozent auf rund 4,5 Millionen.
An den US-Börsen waren nach schwachem Beginn auch im späteren Verlauf Minuszeichen auszumachen. Dabei wurde der Handelsverlauf vor allem durch die anhaltenden Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Schuldenkrise in Europa sowie teilweise schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten belastet. Enttäuscht hatte vor allem der Philly-Fed-Index, nachdem der wichtige Konjunkturindikator deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Beim Dow Jones waren zum Xetra-Schluss Abschläge von 0,1 Prozent auszumachen.
Im DAX zeigte sich in einem sehr schwachen Gesamtumfeld unter anderem METRO fester und konnte Zugewinne von knapp 1,5 Prozent ausweisen. Daneben präsentierten sich auch Anteilsscheine der Deutschen Börse, Beiersdorf und Deutsche Telekom behauptet.
Am unteren Ende waren am Ende Anteilsscheine des Stahlkonzerns ThyssenKrupp zu finden, die rund 5,9 Prozent abgeben mussten. Dabei machte sich der schwache Ausblick des österreichischen Konkurrenten voestalpine negativ bemerkbar. Angesichts der weiter schwelenden Schuldenkrise trennten sich Anleger auch weiterhin verstärkt von Finanzwerten und schickten Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank deutlich ins Minus, wobei hier Abschläge von 3,7 bzw. 4,3 Prozent auszumachen waren. Auch bei Infineon setzte sich die Abwärtsbewegung weiter fort, nachdem der Technologiekonzern mit seinem schwachen Ausblick bei der gestrigen Vorlage der Geschäftszahlen bei den Analysten für wenig Begeisterung gesorgt hatte. Am Ende ging es hier um 3,3 Prozent bergab.
Im MDAX stand der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines im Fokus. Der Konzern hatte im Rahmen der diesjährigen Dubai Air Show Aufträge für über 240 Triebwerke eingesammelt. Unternehmensangaben zufolge haben die Bestellungen einen Wert in Höhe von über 400 Mio. Euro. Am Ende reichte es hier für ein Plus von 0,9 Prozent. Papiere von EADS bewegen sich mit 2,9 Prozent im Minus. Der Luft- und Raumfahrtkonzern meldete, dass der mexikanische Low Cost Carrier Volaris mit Airbus eine Grundsatzvereinbarung über 44 ökoeffiziente A320-Flugzeuge mit 30 A320neo und 14 Flugzeugen der A320-Familie abgeschlossen hat. Damit wird Volaris zum ersten Kunden der A320neo in Mexiko. Der Technologiekonzern GEA Group AG konnte zwei Großaufträge an Land ziehen. Am Ende waren auch hier Abschläge von mehr als 2,6 Prozent auszumachen.
Im SDAX verloren Aktien von Air Berlin 2,1 Prozent an Wert. Die Fluggesellschaft musste im dritten Quartal 2011 einen deutlichen Ergebnisrückgang ausweisen. So wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zwar um 10,8 Prozent auf 1,38 Mrd. Euro, der Nettogewinn reduzierte sich allerdings von 135,9 Mio. auf 30,2 Mio. Euro. Papiere von TAG Immobilien zogen 0,2 Prozent an. Der Konzern hat seine Barkapitalerhöhung erfolgreich durchgeführt. So konnten die 5.000.000 neuen Aktien zum Bezugspreis von 6,10 Euro je Aktie aufgrund der hohen Nachfrage vollständig bei qualifizierten Investoren platziert werden. Anteile von SAF-HOLLAND (SAF-Holland SA) mussten am Ende mehr als 6 Prozent abgeben, obwohl man in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Umsatz- und Ergebnisanstieg ausweisen konnte. SAF-HOLLAND bleibt für das Gesamtjahr 2011 bei seiner Erwartung, ein Umsatzplus von bis zu 25 Prozent gegenüber 2010 zu erzielen. Das Ergebnis werde sich ebenfalls deutlich verbessern. Angesichts eines veränderten Kunden- und Produktmix sowie der aktuell steigenden Materialpreise werde das Wachstum der bereinigten EBIT-Marge allerdings voraussichtlich nicht mit dem Umsatzwachstum Schritt halten können. Die stärksten Zugewinne waren bei Norma Group mit einem Plus von 5,6 Prozent auszumachen.
Im TecDax konnten Anteile von Q-Cells ihre positive Vortagesentwicklung fortsetzen und legten um 14 Prozent zu. Gigaset verloren hingegen 0,7 Prozent an Wert. Dabei konnte der Telefonhersteller im dritten Quartal 2011 durch die konsequente Fokussierung auf das Kerngeschäft nach einem Vorjahresverlust wieder einen Überschuss erzielen. Deshalb bestätigt der Vorstand trotz Verschärfung der Euro-Finanzkrise erneut seine Prognosen für das Jahr 2011. Papiere von Wirecard zählen mit einem Plus von 4,6 Prozent zu den größten Gewinnern. Der Bezahldienstleister präsentierte die endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Demnach lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 84,5 Mio. Euro um 19,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Nachsteuerergebnis kletterte auf 16,7 Mio. Euro, nach 13,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Geschäftsjahr 2011 konkretisierte der Konzern seine vorherige EBITDA-Prognose (81 bis 89 Mio. Euro) auf nun 83 bis 89 Mio. Euro. Am Indexende gaben centrotherm mehr als 9,7 Prozent ab.
DAX: 5.850,17 (-1,07 Prozent) MDAX: 8.720,51 (-1,58 Prozent) SDAX: 4.435,99 (-1,38 Prozent) TecDAX: 680,40 (-1,11 Prozent) (17.11.2011/ac/n/m)