Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendierten im Donnerstaghandel deutlich im Minus. Dabei belasteten vor allem enttäuschende Kommentare von EZB-Chef Draghi. Der DAX verlor zuletzt 2,20 Prozent auf 6.606,09 Punkte. Der MDAX gab um 1,99 Prozent nach auf 10.674,74 Punkte. Für den SDAX ging es derweil um 1,05 Prozent nach unten auf 4.851,26 Zähler, während der TecDAX um 1,25 Prozent auf 773,45 Punkte verlor. Der Bund Future gewann zuletzt 1,09 Prozent auf 145,07 Zähler, während der Euro um 0,74 Prozent auf 1,2148 Dollar nachgab.
In den USA notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 1,05 Prozent im Minus. Am Freitag steht in Deutschland konjunkturseitig die Veröffentlichung des Dienstleistungsindex für Juli auf der Agenda.
Auch heute strömte wieder eine Flut an Quartalsbilanzen auf die Investoren ein. adidas zeigte sich weiterhin in guter Form und konnte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis verbessern. Preissteigerungen, ein besserer Produktmix und eine günstigere regionale Umsatzverteilung sowie ein größerer Anteil von Einzelhandelsumsätzen, die höhere Margen erzielen, konnten aber den wesentlichen Anstieg der Beschaffungskosten nur zum Teil kompensieren. Für das laufende Fiskaljahr erwartet man nach wie vor, dass sich der Konzernumsatz im Jahr 2012 währungsbereinigt um annähernd 10 Prozent erhöhen wird. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter rechnet man für das laufende Fiskaljahr mit einem Anstieg um 15 bis 17 Prozent. Zuvor hatte adidas hier einen Zuwachs um 12 bis 17 Prozent auf 750 bis 785 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Die Aktie lief mit einem Abschlag von 3,0 Prozent hinterher. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen daneben die Papiere von Beiersdorf , die sich um 7,6 Prozent verteuerten. Der Konsumgüterkonzern musste im ersten Halbjahr 2012 aufgrund von Sondereffekten einen Gewinnrückgang ausweisen. Die Geschäftsentwicklung liegt aber innerhalb der Erwartungen des Unternehmens. Der Umsatz wurde gesteigert. Des Weiteren wurde der Umsatz-Ausblick bestätigt und die Ergebniserwartung für 2012 angehoben.
Deutsche Post (Deutsche Post) verbesserten sich daneben um 2,3 Prozent. Der Brief- und Logistikkonzern konnte seinen Wachstumskurs auch im zweiten Quartal weiter fortsetzen. Der Umsatz wurde um mehr als 7 Prozent gesteigert. Vor allem die DHL-Bereiche haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Beim Konzernüberschuss wurde wegen einer Umsatzsteuernachzahlung aber ein Rückgang ausgewiesen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem moderaten Wachstum der Weltwirtschaft und - getrieben durch die DHL-Bereiche - mit weiteren Umsatz- und Ergebnisverbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. Vor diesem Hintergrund und angesichts der positiven Entwicklung im zweiten Quartal hat der Konzern seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben angepasst und erwartet nun ein EBIT in Höhe von 2,6 bis 2,7 Mrd. Euro. Zuletzt hatte der Konzern hier einen operativen Gewinn von 2,5 bis 2,6 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Die Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa (Deutsche Lufthansa) verloren um 1,3 Prozent. Die Fluggesellschaft konnte ihren Verlust im ersten Halbjahr reduzieren. Der Umsatz wurde gleichzeitig erhöht. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr unverändert mit einer Umsatzsteigerung und einem operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Volkswagen (Volkswagen vz) fuhren schließlich um 1,7 Prozent hinterher. Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, haben der Automobilhersteller und der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns wie geplant zum 1. August abgeschlossen. Im Dax trennten sich die Investoren bevorzugt von den Papieren der Commerzbank, die mit einem Wertverlust von 6,2 Prozent am Indexende notierten.
Gut lief es im ersten Halbjahr 2012 für FUCHS PETROLUB (FUCHS PETROLUB vz). Der Konzern konnte dank der starken Absatzentwicklung in allen Regionen mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten. Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer Fortsetzung des Umsatzwachstums. Zudem will man das EBIT im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die Aktie verbilligte sich allerdings um 0,4 Prozent. Unterdessen verschlechterten sich ProSiebenSat.1 Media (ProSiebenSat1 Media vz) um 5 Prozent. Der Medienkonzern hat das abgelaufene Quartal mit einem Umsatz- und Gewinnwachstum abgeschlossen. Zudem bestätigte der Konzern seine Ziele für das laufende Jahr.
Indes notierten Continental mit 2,1 Prozent im Plus. Der Automobilzulieferer konnte Umsatz und Ergebnis in den ersten sechs Monaten 2012 klar verbessern. "Auf Basis des erfolgreichen ersten Halbjahres sind wir zuversichtlich, unsere gesteckten Jahresziele sicher zu erreichen", sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart. "Aufgrund der guten Entwicklung im ersten Halbjahr rechnen wir nunmehr mit einem Anstieg des Konzernumsatzes um mehr als 7 Prozent auf über 32,5 Mrd. Euro. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Marge beim bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) sogar über dem sehr guten Vorjahresniveau liegen wird. Grund für diese Neueinschätzung ist die leicht rückläufige Belastung aus den zuvor stark gestiegenen Rohstoffkosten", erklärte Degenhart. Für BayWa ging es um 1,6 Prozent nach unten, nachdem der Handels- und Dienstleistungskonzern im abgelaufenen Halbjahr einen Ergebnisrückgang verzeichnete. Der Umsatz wurde indes gesteigert.
Bilfinger Berger verbilligten sich um 1 Prozent. Der Baukonzern hat einen Rahmenvertrag mit dem niederländischen Gasversorger NAM erweitert. So wird der Engineering-Spezialist Tebodin, der seit Februar 2012 zum Bilfinger Berger Konzern gehört, gemeinsam mit den Partnern Cofely und Hak Leidingbouw das komplette Engineering sowie Beschaffung und Montagearbeiten für alle Onshore-Anlagen des größten niederländischen Gasversorgers NAM übernehmen. Tebodin trägt dabei die Verantwortung für Planung und Ingenieurtechnik, während die Partner für die Bau- und Montagearbeiten zuständig sind. Der gegenüber bisherigen Vereinbarungen erweiterte Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Das Konsortium wird über die Vertragsdauer Leistungen im Gesamtwert von einigen hundert Millionen Euro erbringen.
Drägerwerk (Draegerwerk) gaben nach Geschäftszahlen für das erste Halbjahr als schwächster Wert im TecDax um 6,5 Prozent nach. Der Medizin- und Sicherheitstechnologiekonzern konnte den Umsatz moderat steigern. Der Nachsteuergewinn war aber leicht rückläufig. Im Anschluss wurde die Jahresprognose bestätigt. MorphoSys ist im ersten Halbjahr indes in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz des Biotechnologiekonzerns war ebenfalls deutlich rückläufig. Allerdings bestätigte der Konzern seine Finanzziele für das Gesamtjahr. Der Titel verschlechterte sich um 2,6 Prozent. PSI hat indes von der chinesischen Shenhua Shendong Coal Group Co. Ltd. (Shendong) den Auftrag erhalten, für deren Minen in der Inneren Mongolei das SCADA-System PSImining zu liefern (Supervisory Control and Data Acquisition). Hierbei handelt es sich um den größten Einzelauftrag, den PSI bislang in China erhalten hat. Die Aktie gab um 2,3 Prozent nach.
Im SDAX gaben Ströer Out-of-Home Media (Stroeer Out-of-Home Media) um über 10 Prozent nach, nachdem der Werbespezialist seine langfristige Konzernfinanzierung erfolgreich neu aufgestellt hat.
DAX: 6.606,09 (-2,20 Prozent) MDAX: 10.674,74 (-1,99 Prozent) SDAX: 4.851,26 (-1,05 Prozent) TecDAX: 773,45 (-1,25 Prozent) (02.08.2012/ac/n/m)