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31.10.2011 18:17

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Börse Frankfurt Schluss: Deutliche Abschläge, Deutsche Bank und Commerzbank unter Druck

Volkswagen vz zu myNews hinzufügen Was ist das?


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes beendeten den ersten Tag der neuen Handelswoche mit deutlichen Abschlägen. Dabei gerieten insbesondere Banktitel unter Druck. Ferner belasteten am Nachmittag schwache Vorgaben aus den USA. Der DAX verlor zuletzt 3,23 Prozent auf 6.141,34 Punkte. Der MDAX gab um 2,82 Prozent nach auf 9.076,24 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 1,08 Prozent nach unten auf 4.611,25 Zähler, während der TecDAX um 1,55 Prozent auf 705,68 Punkte verlor. Der Bund Future gewann zuletzt 1,37 Prozent auf 135,51 Zähler, während der Euro 1,49 Prozent auf 1,3927 Dollar abgab.

An der Wall Street bewegen sich die wichtigsten US-Indizes nach einem schwachen Start mit bis zu 1,3 Prozent im Minus. Am morgigen Dienstag stehen in Deutschland feiertagsbedingt keine relevanten Daten zur Veröffentlichung an. In den USA werden unter anderem die Bauausgaben für September und der ISM-Index für Oktober bekannt gegeben.

Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im September 2011 über dem Vormonatsniveau. Dies gab das Statistische Bundesamt heute nach vorläufigen Berechnungen bekannt. Die Einzelhändler verkauften unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,0 Prozent mehr als im Vormonat, nach Rückgängen von 2,8 Prozent im August 2011 und 0,6 Prozent im September 2010. Real, d.h. zu konstanten Preisen, zog der Absatz um 0,4 Prozent an, wogegen er im Vormonat um 2,7 Prozent und im Vorjahresmonat um 0,7 Prozent gefallen war. Auf Jahressicht zog der Einzelhandelsumsatz nominal um 2,2 Prozent an und real um 0,3 Prozent. Im August 2011 war der Umsatz um 3,9 bzw. 2,5 Prozent und im September 2010 um 3,2 bzw. 2,0 Prozent geklettert. Unterdessen ist der deutsche Großhandelsumsatz im September 2011 gestiegen. Im Vormonatsvergleich wuchs der kalender- und saisonbereinigte Großhandelsumsatz nominal um 0,2 Prozent, nach Zuwächsen von 0,3 Prozent im August 2011 und 1,4 Prozent im September 2010. Real stieg der Umsatz binnen Monatsfrist um 0,4 Prozent, wogegen er im August 2011 um 0,4 Prozent gesunken und im Vorjahresmonat um 0,7 Prozent geklettert war. Auf Jahressicht kletterte der vorläufige Umsatz nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, um 6,4 Prozent, nach 10,4 Prozent im Vormonat und 14,0 Prozent im Vorjahresmonat.

Volkswagen (Volkswagen vz) fuhren heute mit einem Abschlag von 4,3 Prozent hinterher. Die zum Automobilhersteller gehörende Konzernmarke SKODA konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres bei Umsatz und beim Ergebnis deutlich zulegen und die Zahl der verkauften Fahrzeuge kräftig steigern. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 7,63 Mrd. Euro um 21,2 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Dabei wurden insgesamt 664.773 Modelle an Kunden ausgeliefert, was einem Plus von 16,8 Prozent entspricht. Unter dem Strich wies SKODA beim Nachsteuerergebnis einen Anstieg auf 471 Mio. Euro aus, nach 237 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) gaben daneben um 1,5 Prozent nach. Der Versicherer hat von der Zweckgesellschaft Queen Street IV Capital Ltd. Deckung für Risiken aus US-Hurrikanen und Windstürmen in Europa mit einem Gesamtvolumen von 100 Mio. US-Dollar erworben. Queen Street IV Capital Ltd. hat dafür wiederum eine Katastrophenanleihe am Kapitalmarkt platziert. Den Angaben zufolge wurde die Transaktion von der Munich Re strukturiert und arrangiert. Munich Re erhält durch diese Katastrophenanleihe mit einer Laufzeit bis 9. April 2015 Entlastung bei Schäden aus Extremereignissen, die sich kombiniert rechnerisch circa einmal in 50 Jahren ereignen. Die Anleihe wurde von der Ratingagentur Standard & Poor's mit "BB- (sf)" bewertet, die Risikoprämie beträgt 7,50 Prozent. Im Dax notierten SAP und Infineon mit Zugewinnen von unter 1 Prozent an der Indexspitze. Unterdessen verschlechterten sich auf den letzten beiden Plätzen Deutsche Bank und Commerzbank um jeweils über 8 Prozent.

Im MDAX standen heute vor allem die Aktien von Celesio mit einem Abschlag von 2,8 Prozent im Blick. Der Pharmagroßhändler denkt offenbar über einen Verkauf der Apotheken-Marke DocMorris nach. "Was DocMorris angeht, so schließe ich keine Option aus", sagte der neue Celesio-Chef Markus Pinger in seinem ersten Interview gegenüber der Presse. Gleichzeitig stellt Pinger das bisherige Ziel, DocMorris zu einer europaweiten Dachmarke für Apotheken auszubauen, in Frage: "In diesem Zusammenhang werden wir auch unsere Markenstrategie überprüfen. Das muss nicht zwangsläufig alles unter der Marke DocMorris laufen." Celesio hatte DocMorris im Jahr 2007 übernommen. Nach Darstellung von Pinger ist Celesio dadurch in einen Konflikt mit seinen Apothekenkunden geraten: "Die Apotheker waren gar nicht erfreut über den Kauf und haben uns das im Geschäft auch deutlich spüren lassen. Wir werden diesen Konflikt nun lösen, das verspreche ich".

Unterdessen wollen einem Pressebericht zufolge weitere Manager den Baukonzern HOCHTIEF verlassen. Wie es in dem Bericht heißt, will Henner Mahlstedt, Chef der Bausparte HOCHTIEF Solutons, angeblich das Unternehmen verlassen. Auch Solutions-Finanzvorstand Heiner Helbig und der für das Amerika-Geschäft verantwortliche Mann im Vorstand der Konzern-Holding, Martin Rohr, wollen gehen, heißt es. Dabei wollen die Manager Change-of-Control-Klauseln nutzen, die ihnen nach einem Eigentümerwechsel den vorzeitigen Abschied inklusive Millionen-Abfindung ermöglichen, schreibt das Wirtschaftsmagazin. Da der spanische Baukonzern ACS HOCHTIEF am 12. Mai mehrheitlich übernommen hat, wäre der 12. November der Stichtag, die Ausstiegsoption zu ziehen oder zu verzichten. Die Papiere von HOCHTIEF verschlechterten sich um 3 Prozent. Indes rückten Bilfinger Berger um rund 1 Prozent vor und markierten damit die Indexspitze. Der Baukonzern hat einen neuen Großaktionär. So hat der Stimmrechtsanteil des Finanzinvestors Cevian Capital am 31.10.2011 durch den Erwerb von Aktien die Schwellen von 3, 5 und 10 Prozent der Stimmrechte überschritten und liegt bei 12,62 Prozent. Am Indexende brachen Heidelberger Druck und DEUTZ um jeweils 7 Prozent ein.

DAX: 6.141,34 (-3,23 Prozent) MDAX: 9.076,24 (-2,82 Prozent) SDAX: 4.611,25 (-1,08 Prozent) TecDAX: 705,68 (-1,55 Prozent) (31.10.2011/ac/n/m)

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