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19.09.2011 17:55

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Börse Frankfurt Schluss: Deutliche Abschläge, Volkswagen fahren hinterher

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben einen schwächeren Start in die neue Handelswoche erwischt und gingen am Montag mit roten Vorzeichen aus dem Handel. Das Treffen der Finanzminister der Eurozone hatte am Wochenende nicht die von den Märkten erhofften Ergebnisse geliefert, woraufhin nun die Sorge vor einer Zahlungsunfähigkeit des Landes wieder wächst. Der DAX verlor 2,83 Prozent auf 5.415,91 Punkte, während der MDAX 2,13 Prozent auf 8.720,81 Stellen fiel. Für den SDAX ging es derweil um 1,78 Prozent auf 4.368,77 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechterte sich um 2,35 Prozent auf 689,81 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,57 Prozent auf 137,43 Punkte, während sich der Euro um 0,28 Prozent auf 1,3644 US-Dollar verbilligte.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland wird sich laut der aktuellen Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) abschwächen. So wird das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2011 um 3 Prozent steigen, in 2012 aber nur noch um knapp 1,25 Prozent. Maßgeblich dafür sind die neuerlichen Turbulenzen an den Finanzmärkten als Folge der Staatsschuldenkrisen in Europa und den USA. In eine Rezession dürften aber weder Deutschland noch die globale Konjunktur abgleiten.

An den US-Börsen zeichnet sich heute eine negative Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes momentan mit bis zu 1,6 Prozent im Minus. Konjunkturseitig werden morgen in Deutschland die Erzeugerpreise für August und die ZEW Konjunkturerwartung für September bekannt gegeben. In den USA werden die Wohnbaubeginne und Wohnbaugenehmigungen für August sowie das Federal Reserve Bank Sitzungsergebnis erwartet.

Merck teilte heute mit, dass man die weltweiten Exklusivrechte an PI-2301, einem experimentellen Medikament für Multiple Sklerose, erworben hat, das bislang von der Peptimmune Inc. entwickelt wurde. Wie es heißt, hat PI-2301 die Phase 1b für Multiple Sklerose durchlaufen und kann nun in Phase 2 der klinischen Studien eintreten. Der Erwerb von PI-2301 umfasst die weltweiten Exklusivrechte für Entwicklung und Vermarktung. PI-2301 ist ein Peptid-Copolymer der zweiten Generation, das mutmaßlich die regulierende Reaktion des Immunsystems verstärkt. Merck wird die Anwendung dieses Produkts bei Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose untersuchen. Die Aktie des Pharmakonzerns verschlechterte sich um 1,1 Prozent. Volkswagen (Volkswagen vz) fuhren daneben als schwächster Wert im Dax mit einem Abschlag von 5,4 Prozent hinterher. Der Automobilkonzern hat das größte Investitionspaket in der Geschichte des Konzerns für neue Modelle, umweltfreundliche Technologien und Werke angekündigt. So wird man in den kommenden fünf Jahren im Konzernbereich Automobile rund 62,4 Mrd. Euro investieren. Dies ist das Ergebnis der Investitionsplanung für die Jahre 2012 bis 2016, die der Aufsichtsrat am Freitag erörtert hatte. Auf Sachinvestitionen entfallen 49,8 Mrd. Euro. Mit 57 Prozent wird mehr als die Hälfte davon allein in Deutschland investiert. Im DAX notierten heute alle 30 Titel in der Verlustzone. Am kleinsten fielen dabei die Abschläge bei Beiersdorf mit 0,4 Prozent aus.

Für Bilfinger Berger ging es um 0,9 Prozent nach unten. Der Baukonzern beabsichtigt die Initiierung eines börsennotierten Fonds, in den das Unternehmen bis zu 19 Public Private Partnership-Projekte aus seinem derzeit 30 Engagements umfassenden Portfolio einbringen will. STADA Arzneimittel verschlechterten sich indes um 3,8 Prozent. Der Konzern interessiert sich Presseangaben zufolge offenbar für einen Teil des Selbstmedikationsgeschäfts der britischen GlaxoSmithKline (GSK) . Wie es heißt, will der deutsche Pharmakonzern das Europa-Geschäft des GSK-Pakets erwerben. Diese Aktivitäten erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 190 Mio. Britische Pfund. Daneben flogen EADS als Tagessieger um 2,8 Prozent vor. Der Luft- und Raumfahrtkonzern könnte Presseangaben von Sonntag zufolge bald einen neuen Investor erhalten. Wie es heißt, versucht der Automobilkonzern Daimler seit Monaten erfolglos, seine Anteile an EADS loszuwerden. Jetzt stehe das Emirat Katar bereit. Die zu EADS gehörende Tochter Airbus rechnet ferner inmitten der aktuellen Finanzmarkt-Turbulenzen mit einer weiterhin starken Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen. So geht der Flugzeughersteller in seiner jüngsten globalen Marktprognose davon aus, dass zur Deckung der anhaltend hohen Nachfrage bis 2030 insgesamt mehr als 27.800 neue Flugzeuge benötigt werden. Der Wert der mehr als 26.900 Passagierflugzeuge in der Kategorie ab 100 Sitzen und der mehr als 900 neuen Frachtflugzeuge wird auf 3,5 Bio. US Dollar beziffert. Die rote Laterne ging indes an Wacker Chemie mit einem Wertverlust von 7,9 Prozent.

Die Gewinnerliste im TecDax wurde am Ende von JENOPTIK mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent angeführt, während am Indexende SMA Solar Technology um 12,3 Prozent einbrachen. Der Spezialist für Solar-Wechselrichter hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2011 aufgrund der schwachen Nachfrage im Geschäft mit Solarwechselrichtern für Aufdachanlagen nach unten korrigiert. Nunmehr wird mit einem Umsatz von 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro (vorher: 1,5 bis 1,9 Mrd. Euro) und einem operativen Ergebnis (EBIT) von 220 bis 300 Mio. Euro (vorher: 315 bis 475 Mio. Euro) gerechnet.

DAX: 5.415,91 (-2,83 Prozent) MDAX: 8.720,81 (-2,13 Prozent) SDAX: 4.368,77 (-1,78 Prozent) TecDAX: 689,81 (-2,35 Prozent) (19.09.2011/ac/n/m)

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