Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte notierten am Montag deutlich im Minus. Das Augenmerk der Marktteilnehmer blieb dabei auf die hohe Staatsverschuldung in den USA und Europa gerichtet. Insbesondere erwiesen sich heute Spekulationen über eine drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs durch die Ratingagentur Moody's als Belastungsfaktor. Der DAX verlor zuletzt 3,35 Prozent auf 5.606,00 Punkte. Der MDAX gab um 3,76 Prozent nach auf 8.301,94 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 2,66 Prozent nach unten auf 4.283,55 Zähler, während der TecDAX um 3,53 Prozent auf 647,30 Punkte zurückfiel. Der Bund Future gewann zuletzt 0,57 Prozent auf 137,29 Zähler, während der Euro 0,19 Prozent auf 1,3510 Dollar verlor.
An der Wall Street bewegen sich die wichtigsten US-Indizes zur Stunde mit bis zu 2,47 Prozent im Minus. Am morgigen Dienstag werden in den USA unter anderem die vorläufigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal und der Richmond Fed Herstellerindex für November veröffentlicht. Ferner steht das Sitzungsprotokoll des Federal Open Market Committee (FOMC Minutes) auf der Agenda.
Das aktuelle Indikatorenbild deutet auf eine merklich ruhigere konjunkturelle Gangart zum Jahresende hin, nachdem die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten dieses Jahres spürbar gewachsen ist. Dies geht aus dem heute vorgelegten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums (BMF) hervor. Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in preis-, saison- und kalenderbereinigter Betrachtung im dritten Quartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal an. Die Wachstumsbeschleunigung wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wohl ausschließlich von der Binnennachfrage getragen.
Das Statistische Bundesamt hat zugleich seine vorläufigen Ergebnisse für die vorangegangenen Quartale überprüft. Die Neuberechnung ergibt, dass der kalender-, saison- und preisbereinigte BIP-Anstieg im zweiten Vierteljahr mit 0,3 Prozent nun etwas höher liegt, als er noch im September veröffentlicht wurde (+0,1 Prozent). Daneben ist das deutsche Steueraufkommen im Oktober 2011 gestiegen. So lagen die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) mit 36,76 Mrd. Euro um 8,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Einzelnen wuchsen die Steuereinnahmen des Bundes um 11,5 Prozent auf 16,93 Mrd. Euro, während die Steuern für die Länder um 6,8 Prozent auf 15,83 Mrd. Euro zulegten.
Im Dax gab es heute ausschließlich Verlierer. Auf den ersten beiden Plätzen positionierten sich Beiersdorf und Fresenius mit Abschlägen von rund 1,5 Prozent. Am Indexende gaben Commerzbank 6,8 Prozent ab. Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) fielen um 2,3 Prozent zurück. Der Börsenbetreiber verlautbarte, dass Unternehmen ab Anfang 2012 an der Frankfurter Wertpapierbörse Anleihen im Prime Standard für Unternehmensanleihen begeben können. Den Angaben zufolge bietet das neue Segment einen kostengünstigen Zugang zu privaten und institutionellen Investoren im Primärmarkt und Liquidität und Transparenz im Sekundärmarkt. Der Prime Standard für Unternehmensanleihen richte sich an größere börsen- und nicht-börsennotierte Unternehmen, die ein Emissionsvolumen von über 100 Mio. Euro platzieren wollen. Papiere der Deutschen Bank (Deutsche Bank) verloren 4,9 Prozent an Wert. Der Konzern gab heute in einer Pflichtmitteilung bekannt, dass er weniger als 3 Prozent an eigenen Aktien hält.
Unterdessen verschlechterten sich Deutsche Post um 3,1 Prozent. Der Brief- und Logistikkonzern hat seine Portopreise in den vergangenen Jahren einem Pressebericht zufolge möglicherweise nicht stark genug gesenkt. Der Bericht beruft sich dabei auf Anwälte von Post-Konkurrenten. Wie es heißt, machten die Konkurrenzunternehmen der Post geltend, dass bei der Liberalisierung des Postmarktes vor zehn Jahren die Bundesnetzagentur Berechnungen angestellt habe, wonach der frühere Monopolist seine Portoeinnahmen jährlich um 750 Mio. Euro bis 1,5 Mrd. Euro hätte senken müssen. Doch bei einem Treffen im März 2002 hätten der noch heute amtierende Behördenchef Matthias Kurth, der damalige Wirtschaftsminister Werner Müller und der damalige Post-Chef Klaus Zumwinkel eine Herabsenkung um nur 270 Mio. Euro vereinbart.
Daneben ging es für RWE um 4,4 Prozent nach unten. Der Versorger meldete, dass RWE Innogy und die zum Bankhaus Lampe gehörende Hamburger Beteiligungsgesellschaft CEE (Conetwork Erneuerbare Energien) eine langfristig angelegte Zusammenarbeit im Bereich Venture Capital besiegelt haben. adidas liefen mit einem Abschlag von 3,2 Prozent hinterher. Der Sportartikelhersteller beabsichtigt Presseangaben zufolge, das deutschlandweit erste Geschäft für seine Modemarke Neo im Februar in Hamburg in der Poststraße zu eröffnen. Dem Bericht zufolge plant der Konzern aus Herzogenaurach zehn weitere Geschäfte in deutschen Großstädten. Die zu MAN gehörende MAN Truck & Bus übernimmt das bisherige indische Gemeinschaftsunternehmen MAN FORCE TRUCKS. Wie der Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbaukonzern heute erklärte, soll die Transaktion vorbehaltlich der noch erforderlichen Zustimmungen bis Ende des Jahres erfolgen. Die Produktpalette umfasst unter anderem Chassis, Baukipper und Sattelzugmaschinen für den Fernverkehr. Anteile von MAN fielen um 5,9 Prozent zurück.
Im DAX standen heute ferner die Aktien von K+S im Blick. Der Düngemittelhersteller hat einem Pressebericht zufolge eine höhere Dividende in Aussicht gestellt und ließ zudem durchblicken, dass das Geschäft mit Streusalz offenbar gut läuft. Der Titel verbilligte sich um 1,8 Prozent. Beiersdorf verloren 3,5 Prozent an Wert. Der Konsumgüterkonzern will laut einem Pressebericht seine operative Marge steigern. Wie Finanzvorstand Ulrich Schmidt gegenüber der Presse verlautbarte, wolle man auf alle Fälle "in Richtung 16 Prozent". Das Unternehmen wolle weiterhin aber auch stark investieren und weiter internationalisieren. Deshalb sei die schnelle Erreichung einer solchen Zahl nicht entscheidend.
Im MDAX lagen zuletzt Anteile von Wacker Chemie mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent als einziger Wert im Plus. An zweiter und dritter Stelle behaupteten sich Rhön-Klinikum und GSW Immobilien mit Abschlägen von unter 1 Prozent. Deutlich bergab ging es derweil für Papiere von Continental, HUGO BOSS und Sky Deutschland mit Verlusten zwischen 6,8 Prozent und 7,4 Prozent. Aareal Bank verloren als Schlusslicht 8,3 Prozent an Wert verloren.
DAX: 5.606,00 (-3,35 Prozent) MDAX: 8.301,94 (-3,76 Prozent) SDAX: 4.283,55 (-2,66 Prozent) TecDAX: 647,30 (-3,53 Prozent)
(21.11.2011/ac/n/m)