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20.01.2011 18:12

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Börse Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen belasten, Klöckner & Co im Höhenrausch

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienmärkte gingen am Donnerstag infolge von Gewinnmitnahmen mit Abschlägen aus dem Handel. Auf die Stimmung drückte dabei unter anderem die Sorge vor einer weiteren geldpolitischen Straffung in China. Der DAX fiel um 0,83 Prozent auf 7.024,27 Punkte. Der MDAX gab um 1,68 Prozent nach auf 10.075,60 Stellen. Für den SDAX ging es um 1,80 Prozent nach unten auf 5.102,60 Zähler. Der TecDAX verschlechterte sich um 1,88 Prozent auf 863,18 Punkte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,43 Prozent auf 123,81 Zähler, während der Euro 0,02 Prozent auf 1,3447 Dollar nachgab.

Der EZB-Rat sieht Belege für einen kurzfristigen Aufwärtsdruck auf die Gesamtinflation, der in erster Linie auf die Energiepreise zurückzuführen ist. Wie aus dem EZB-Monatsbericht hervor geht, bleibt der EZB-Rat aber bei seiner Einschätzung, dass sich die Preise über die geldpolitisch relevante Frist weiterhin im Einklang mit Preisstabilität entwickeln werden. Die jüngsten Wirtschaftsdaten stehen im Einklang damit, dass die konjunkturelle Grunddynamik positiv ist, wenngleich weiterhin erhöhte Unsicherheit herrscht. Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind indes nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2010 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,3 Prozent. Im November 2010 hatte die Jahresveränderungsrate bei 4,4 Prozent und im Dezember 2009 bei -5,2 Prozent gelegen. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate hatten die Preissteigerungen für Energie. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 3,6 Prozent höher als im Dezember 2009. Gegenüber November 2010 stiegen sie um 0,5 Prozent. Binnen Monatsfrist kletterte der Preisindex um 0,7 Prozent. Davor waren die Erzeugerpreise im November 2010 um 0,2 Prozent gestiegen und im Dezember 2009 um 0,1 Prozent gefallen.

An der Wall Street zeichnet sich heute eine negative Tendenz ab. Die wichtigsten US-Indizes liegen derzeit mit bis zu 1,2 Prozent im Minus. Am Freitag wird in Deutschland der ifo-Geschäftsklimaindex für Januar erwartet. In der EU steht die Zahlungsbilanz für das dritte Quartal auf der Agenda.

Die Deutsche Telekom hat ihre Strategie für die amerikanische Mobilfunktochter T-Mobile USA vorgestellt. Dabei hat das Management die Programme "Grow" und "Reinvent" aufgelegt. "Grow" sieht vor, dass der Umsatz bis 2014 um 3 Mrd. Dollar wachsen soll. Im Zuge dieser Strategie sollen den Kunden die besten Datentarife für das größte 4G-Netz geboten werden. Gleichzeitig sollen mit "Reinvent" zusätzlich Einsparungen von brutto 1 Mrd. Dollar bis 2013 erzielt werden. Das Papier verteuerte sich um 1,2 Prozent. Der Versorger RWE hat zusammen mit seien Partnern GDF SUEZ (GDF SUEZ ) und Iberdrola entschieden, das Projekt Cernavoda nicht weiter zu verfolgen. Die Aktie von RWE rückte als bester Wert im Dax um 2,9 Prozent vor. Daimler will ferner einem Medienbericht zufolge eine Verfassungsrichterin in den Vorstand berufen. So solle Christine Hohmann-Dennhardt in Kürze das neu geschaffene Führungsressort "Compliance und Integrität" übernehmen. Das Papier verbilligte sich um 3 Prozent. Infineon (Infineon Technologies) verloren indes 3,1 Prozent an Wert. Der Chipkonzern hat heute in China eine neue Geschäftseinheit eröffnet. Siemens gaben gleichzeitig um 1,1 Prozent nach. Der Technologiekonzern verlautbarte, dass Siemens VAI Metals Technologies vom brasilianischen Stahlerzeuger Usinas Siderurgicas de Minas Gerais S.A. (Usiminas) den Auftrag erhalten hat, je ein Intensiv-Misch- und Granuliersystem in den Sinteranlagen der Stahlwerke in Cubatão und Ipatinga zu installieren. Der Auftragswert liegt den Angaben zufolge im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Wie bereits gestern bekannt wurde, hat die Deutsche Lufthansa im Tarifstreit mit der Gewerkschaftsorganisation unabhängiger Flugbegleiter UFO eine Einigung erzielt. So haben sich die beiden Parteien im Tarifstreit auf eine Nullrunde und bessere Arbeitsbedingungen geeinigt. Dabei verzichten die 16.000 Flugbegleiter bis Ende des laufenden Jahres auf eine Tariferhöhung. Die bestehenden Vergütungsregeln werden somit um 22 Monate verlängert. Die Aktie verbilligte sich um 1,3 Prozent. Als schwächster Wert im DAX verloren Volkswagen 4,6 Prozent an Wert.

Tagessieger im MDAX ist heute die Aktie von Klöckner & Co (KloecknerCo) mit einem Aufschlag von 6,8 Prozent. Wie bereits gestern bekannt wurde, will der Konzern durch eine Übernahme seine Marktposition in den Vereinigten Staaten stärken. So hat der Vorstand mit dem Verkäufer Macsteel Global eine grundsätzliche Übereinkunft über den Erwerb der Macsteel Service Centers USA erzielt. Die Rüstungssparte von Rheinmetall hat einen Großauftrag aus den Niederlanden erhalten. So hat man mit den Königlich Niederländischen Streitkräften einen Rahmenvertrag über die Versorgung mit verschiedenen Munitionstypen geschlossen. Das zu erwartende Auftragsvolumen des auf zehn Jahre laufenden Vertrags wurde mit bis zu 200 Mio. Euro beziffert. Das Papier verbilligte sich um 3,4 Prozent. Des Weiteren hat Bilfinger Berger einen weiteren Auftrag an Land gezogen. So wird der Baukonzern für rund 60 Mio. Euro das neue Stadtquartier "The Seven" im Herzen der Münchener Innenstadt bauen. Dabei sollen auf dem Gelände eines ehemaligen Heizkraftwerks bis Ende 2012 Wohnungen, Büros und Gewerbeflächen entstehen. Der Titel verlor 1,1 Prozent an Wert. IVG Immobilien kommen bei der Entschuldung voran. So hat man mit einer Tilgung von 120 Mio. Euro beim sogenannten SynLoan II-Kredit aus 2009 zum Jahresende 2010 die Umsetzung des beschlossenen Entschuldungsprogramms planmäßig fortgesetzt. Konzernangaben zufolge sieht das Programm derzeit Tilgungen von insgesamt rund 600 Mio. Euro bis Ende 2012 vor. Die Aktie verteuerte sich um 2,3 Prozent. Wincor Nixdorf gaben indes um 2,1 Prozent nach. Der Geldautomatenhersteller arbeitet künftig bei der Automatisierung der weltweiten Bargeldkreisläufe mit Giesecke & Devrient zusammen. Schließlich hat Heidelberger Druckmaschinen das Darlehen aus dem Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für große Unternehmen Ende 2010 vorzeitig vollständig getilgt und die Finanzierungsstruktur weiter optimiert. Die Aktie verlor 0,1 Prozent an Wert. Am Indexende gaben Sky Deutschland um 5 Prozent nach.

Im TecDax verbilligten sich Evotec um 2,2 Prozent. Der Biotechnologiekonzern gab eine Zusammenarbeit mit der Takeda Cambridge Ltd. zur gemeinsamen Identifizierung niedermolekularer Modulatoren gegen G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs) und Protease-Targets als mögliche Ansätze zur Behandlung unterschiedlicher ZNS- und Stoffwechselkrankheiten bekannt. Spitzenreiter im TecDAX ist heute der Anteilsschein von Dialog Semiconductor mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent, während als Schlusslicht QSC 6,5 Prozent an Wert verloren.

C.A.T. oil (CAT Oil) hat die Ausschreibungssaison für das Geschäftsjahr 2011 erfolgreich abgeschlossen. Wie der Ölfeld-Servicedienstleister mitteilte, habe das Orderbuch zum 20. Januar 2011 einen Stand von 222 Mio. Euro erreicht. Zusätzlich zu den Aufträgen für 2011 lägen dem Konzern außerdem bereits weitere Verträge aus 2010 vor, wodurch sich das Gesamtvolumen der Auftragsbücher 2011/2012 auf 259 Mio. Euro belaufe. Der Titel verschlechterte sich um 2,5 Prozent. Wie bereits gestern nach Börsenschluss bekannt wurde, hat Tipp24 im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen und ungeprüften Berechnungen die eigenen Prognosen übertroffen und bei Umsatz und Gewinn das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erreicht. Der Anteilsschein legte um 2,9 Prozent zu. An der Indexspitze gewannen BAUER 3,8 Prozent hinzu, während am Ende Bertrandt um 7,7 Prozent nachgaben.

DAX: 7.024,27 (-0,83 Prozent) MDAX: 10.075,60 (-1,68 Prozent) SDAX: 5.102,60 (-1,80 Prozent) TecDAX: 863,18 (-1,88 Prozent) (20.01.2011/ac/n/m)

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