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04.04.2012 18:09

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Börse Frankfurt Schluss: Herbe Verluste, EZB-Zinsentscheid belastet

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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Aktien haben heute mit herben Verlusten geschlossen. Im Leitindex DAX konnte kein Wert Kursgewinne verzeichnen. Hoffnungen der Aktionäre auf geldpolitische Hilfen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden heute zerschlagen. Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau unverändert zu lassen. Der Dax schloss heute mit einem kräftigen Minus von 2,83 Prozent bei 6.784,06 Punkten, während der MDAX 3,11 Prozent auf 10.515,43 Stellen abgab. Für den SDAX ging es derweil 1,93 Prozent auf 5.121,80 Zähler bergab. Der TecDAX verlor 2,81 Prozent auf 775,24 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,45 Prozent auf 138,42 Punkte, während sich der Euro um 0,81 Prozent auf 1,3132 US-Dollar vergünstigte.

Die US-Börsen verzeichneten am Abend ebenfalls deutliche Verluste. So verlor der Dow Jones zuletzt 1,19 Prozent auf 13.042,81 Punkte, während der NASDAQ Composite 1,65 Prozent auf 3.062,27 Zähler verlor. Der S&P 500 gab daneben 1,12 Prozent auf 1.397,51 Punkte ab.

Der Auftragseingang der Industrie hat im Februar 2012 zugenommen. Dies gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bekannt. Nach vorläufigen Angaben stiegen die Auftragseingänge preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent. Im Vormonat waren sie hingegen um 1,8 Prozent gesunken. Der Umfang an Großaufträgen war im Februar erneut deutlich unterdurchschnittlich. Im Jahr 2011 haben mehr Jugendliche in Deutschland einen neuen Ausbildungsvertrag im Rahmen des dualen Systems abgeschlossen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte, stieg die Zahl gegenüber 2010 um 6.900 oder 1,2 Prozent auf rund 565.900 neue Verträge.

Im DAX konnte heute kein einziger Titel Kursgewinne erzielen. An letzter Stelle gaben Infineon 5,7 Prozent ab. In der Schlussgruppe verlor die Aktie der Deutschen Lufthansa (Deutsche Lufthansa) 4,6 Prozent an Wert. Das Unternehmen befürchtet im Zuge des Gerichtsurteils des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig zum Nachtflugverbot in Frankfurt gravierende Wettbewerbsnachteile. "Frankfurt, Hessen - ja der ganzen Export- und Logistiknation Deutschland drohen die Flügel gestutzt zu werden. Dies ist ein schwerer Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland und es besteht kein Zweifel, dass eines der größten Drehkreuze Europas im internationalen Wettbewerb zurückfallen wird", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Christoph Franz. Titel von BMW büßten 2,1 Prozent ein. Der Automobilkonzern meldete, dass er in den ersten drei Monaten einen neuen Bestwert beim Absatz erzielt hat. Auch der Automobilkonzern Daimler hat am die US-Absatzzahlen für den Monat März 2012 veröffentlicht. Demnach sprang der US-Absatz im März 2012 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 13,1 Prozent auf 25.508 Fahrzeuge. Ferner wurden die Prognosen für 2012 bekräftigt. Daimler gaben im DAX heute 2,3 Prozent ab. Die Vorzugsaktie von Volkswagen (Volkswagen vz) verlor daneben 2,7 Prozent. Die AUDI AG (Audi), eine Tochtergesellschaft des Automobilkonzerns, konnte im ersten Quartal den Fahrzeugabsatz in China weiter verbessern. Siemens-Aktien gaben 2,4 Prozent ab. Der Technologiekonzern gab bekannt, dass die Stadtwerke München (SWM) mit Siemens Infrastructure & Cities ein virtuelles Kraftwerk realisiert haben, bei dem mehrere kleinere dezentrale Stromerzeugungsanlagen gebündelt wie ein einziges Kraftwerk betrieben werden.

Titel von RWE gaben heute 1,6 Prozent ab. Der Energieversorger meldete, dass RWE Innogy die Genehmigung zum Bau des Offshore-Windparks Innogy Nordsee 1 erhält. Die Aktie der Deutschen Post sackte 3,4 Prozent ab. Der Brief- und Logistikkonzern will offenbar auf größere Zukäufe verzichten. Damit fällt die Deutsche Post als möglicher Käufer aus, sollten die europäischen Kartellbehörden den Fusionspartnern UPS (United Parcel Service) und TNT Express Unternehmensverkäufe auferlegen. Die Bayer-Aktie (Bayer) verlor 3,2 Prozent. Der Pharmakonzern will einem Medienbericht zufolge einen wichtigen Teil seiner Forschung und Entwicklung ausgliedern. Als einer der stärkeren Werte verloren Deutsche Börse (Deutsche Boerse) 1,5 Prozent. Das Unternehmen hat heute die geplanten Regeländerungen für den Open Market (Freiverkehr) sowie den aktuellen Zeitplan für die Schließung des First Quotation Boards vorgestellt. Henkel (Henkel vz) gaben 2,8 Prozent ab. Hans van Bylen, Chef der Kosmetik-Sparte beim Konsumgüterhersteller, hat die Branche in einem Interview vor einem allzu aggressiven Preiskampf gewarnt.

Im MDAX gab die Aktie von EADS 3,0 Prozent ab. Der Luft- und Raumfahrtkonzern meldete, dass das EADS-Belgacom-Konsortium einen Vertrag über die Erneuerung wesentlicher Teile des belgischen Funknetzes ASTRID unterzeichnet hat. Anteile von Axel Springer verloren 2,5 Prozent. Der Medienkonzern baut seine Marktposition bei Online-Stellenangeboten mit einer Übernahme weiter aus. Die Konzerntochter StepStone hat eine Vereinbarung zur Übernahme der britischen Totaljobs-Gruppe geschlossen. Die Aareal Bank verlor als schwächster Wert 5,6 Prozent. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, die Bestellung von Dr. Wolf Schumacher zum Vorstandsvorsitzenden sowie Thomas Ortmanns zum Vorstandsmitglied vor Ablauf ihrer Amtsperiode für fünf Jahre bis zum 31. März 2018 zu verlängern.

Im SDAX legten Titel von zooplus als einer der wenigen Werte 3,5 Prozent zu. An letzter Stelle sackten SAF Holland 6,6 Prozent ab.

Im TecDax gaben AIXTRON (AIXTRON SE) 4,5 Prozent ab. Der Technologiekonzern hat einen weiteren Auftrag erhalten. So hat die Technische Universität Ilmenau, eines der führenden Forschungsinstitute Deutschlands, eine AIXTRON MOCVD-Anlage in einer doppelten 1x2-Zoll Waferkonfiguration bestellt. An erster Stelle schlossen heute STRATEC Biomedical mit +1,6 Prozent. Als größter Tagesverlierer büßten SMA Solar fast 8 Prozent ein.

DAX: 6.784,06 (-2,83 Prozent) MDAX: 10.515,43 (-3,11 Prozent) SDAX: 5.121,80 (-1,93 Prozent) TecDAX: 775,24 (-2,81 Prozent) (04.04.2012/ac/n/d)

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