Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag vor dem Hintergrund unterschiedlicher Auffassungen in der EU in Bezug auf Finanzhilfen für Griechenland schwer unter Beschuss geraten. Zudem hat die Ratingagentur Standard & Poor's das das Kreditrating für Griechenland um drei Noten von BBB+ auf BB+ gesenkt, der Ausblick sei negativ. Gleichzeitig wurde das Kreditrating für Portugal um zwei Noten gesenkt. Der Dax verlor am Ende 2,73 Prozent und schloss bei 6.159,51 Punkten. Für den MDAX ging es um 3,46 Prozent nach unten auf 8.343,06 Zähler. Der SDAX kam um 1,90 Prozent zurück auf 4.041,51 Stellen. Der TecDax fiel daneben um 2,81 Prozent zurück auf 821,14 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,79 Prozent auf 125,04 Zähler. Der Euro gab zuletzt 0,95 Prozent ab auf 1,3264 Dollar.
Laut Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat sich das Konsumklima in Deutschland im Mai verbessert. Der Gesamtindikator des Marktforschungsinstituts prognostiziert einen Wert von 3,8 Punkten, nach 3,4 Punkten im April. Wie nachhaltig der Stimmungswandel ist, werden die kommenden Monate zeigen. Vor dem Hintergrund der klaren wirtschaftlichen Erholungsanzeichen sowie der positiven Vorhersagen für den Arbeitsmarkt in diesem Jahr stehen die Vorzeichen jedoch günstig, dass sich diese Entwicklung fortsetzen kann, zumal auch die Inflationsrate voraussichtlich gemäßigt bleiben wird.
An der Wall Street waren zum Xetra-Schluss kräftige Abschläge auszumachen. Die breiten US-Indizes lagen mit bis zu 1,4 Prozent hinten. Zahlen kamen unter anderem von 3M (+1,2 Prozent), DuPont (-3 Prozent), Ford (-7,8 Prozent), Lexmark (+2,3 Prozent) Texas Instruments (-0,8 Prozent), UAL (-3,7 Prozent) und UPS (-1,9 Prozent). Laut Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board ist das US-Verbrauchervertrauen im April angestiegen. Demnach lag der entsprechende Index bei 57,9 Punkten, nach revidiert 52,3 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten zuvor einen Wert von 53,5 Punkten erwartet. Am Mittwoch werden Ergebnisse unter anderem von China Telecom, Comcast, Dow Chemical, General Dynamics, GlaxoSmithKline, Goodyear, Honda, Infineon, JetBlue Airways, Logitech, Merck KGaA, Northrop Grumman, PUMA, Regis, Royal Caribbean Cruises, Renault, Sprint Nextel, Royal Dutch Shell, Visa, Vossloh, WellPoint und Wincor Nixdorf erwartet. Ferner stehen das DIW-Konjunkturbarometer und am Abend die Zinsentscheidung der Fed auf dem Programm.
Daimler schlossen mit 3,9 Prozent im Minus. Der Autobauer hat zuvor seine endgültigen Geschäftszahlen für das erste Quartal präsentiert. Die Erlöse stiegen um 13 Prozent auf 21,19 Mrd. Euro. Unter dem Strich wurde ein Gewinn von 612 Mio. Euro verzeichnet, nach einem Nettoverlust von 1,29 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwarten die Stuttgarter einen deutlichen Absatzanstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 1,6 Millionen Modellen. Nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2009 gehe man außerdem davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2010 zwar wieder steigt, aber noch deutlich unter dem Niveau des Jahres 2008 liegen wird. Beim EBIT aus dem laufenden Geschäft peilt Daimler einen Gewinn von über 4 Mrd. Euro an.
Für Titel der Deutschen Bank ging es um 5 Prozent nach unten. Die Großbank konnte ihren Nachsteuergewinn im ersten Quartal auf 1,8 Mrd. Euro steigern, gegenüber 1,2 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Die Erträge beliefen sich auf 9,0 Mrd. Euro und stiegen damit um 24 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Josef Ackermann sagte: "Im ersten Quartal 2010 hat sich die Weltwirtschaft spürbar stabilisiert, auch wenn noch einige Risiken verbleiben. In diesem ökonomischen Umfeld hat die Deutsche Bank erneut ihre Ertragsstärke bewiesen und ihr zweitbestes Quartalsergebnis vor Steuern erzielt." Am Indexende verloren Infineon 5,1 Prozent. Einen weiten Bogen machten die Anleger unter anderem auch um die Münchener Rück mit -4,5 Prozent, um MAN mit -4,3 Prozent und um MAN mit -4,3 Prozent. Merck stiegen auf der Gegenseite um 1,7 Prozent.
Auch im MDAX zogen sich die Verluste quer durch alle Branchen. Am Indexende fielen Titel von Praktiker um 6,2 Prozent zurück. Daneben verloren unter anderem HeidelbergCement 5,7 Prozent und die Aareal Bank 5,4 Prozent. Der Abfüllanlagenhersteller Krones gab bekannt, dass er im ersten Quartal wieder einen Gewinn erzielt hat, was mit einer Erholung in der Getränke- und Verpackungsindustrie sowie verbesserten gesamtwirtschaftlichen Bedingungen zusammenhängt. Den Angaben zufolge lag der Umsatz mit 533,5 Mio. Euro um 10,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Um 14,2 Mio. Euro auf 9,1 Mio. Euro verbesserte sich das Ergebnis nach Steuern. Krones schlossen mit 3,7 Prozent im Minus.
Der im SDAX gelistete Direktbroker comdirect bank konnte im ersten Quartal einen Ergebnisanstieg vorweisen. Nach Steuern wurde ein Plus von 23 Prozent auf 15,7 Mio. Euro verbucht. Bis 2013 peilt man ein Ergebnis vor Steuern zwischen 150 und 170 Mio. Euro an. Zugleich soll die Kundenzahl auf 3 Millionen steigen und das Kundenvermögen 50 Mrd. Euro betragen. Die Aktie kam um 0,8 Prozent zurück.
AIXTRON (AIXTRON) konnten im TecDAX leicht zulegen. Der Technologiekonzern hat im vierten Quartal 2009 eine größere Bestellung über mehrere 11x4-Zoll Planetary Reactor sowie 31x2-Zoll Close Coupled Showerhead-Anlagen von Jiang Su Can Yang erhalten. Evotec gewannen 1,1 Prozent. Der Anbieter der Wirkstoffforschung und -entwicklung wird vom Bundesministerium für Forschung und Entwicklung (BMBF) eine Forschungsförderung von bis zu 1,5 Mio. Euro erhalten, um sein H3-Rezeptor-Antagonisten-Programm in die klinische Entwicklung voranzutreiben. Für MorphoSys ging es gleichzeitig um 0,9 Prozent nach oben. Der Biotechnologiekonzern konnte im ersten Quartal nicht das Vorjahresergebnis erreichen. Die Erlöse stiegen um 8 Prozent auf 20,6 Mio. Euro. Unter anderem aufgrund erhöhter Investitionen in die firmeneigene Forschung und Entwicklung sank der Nettogewinn von 3,5 Mio. auf 3,2 Mio. Euro.
Wirecard (Wirecard) gingen mit -1,6 Prozent in den Feierabend. Der Spezialist für elektronische Zahlungs- und Risikomanagementlösungen konnte nach vorläufigen Zahlen Umsatz und EBIT im ersten Quartal verbessern. Die Erlöse stiegen um mehr als 20 Prozent auf 59,1 Mio. Euro. Das EBITDA verbesserte sich um 23 Prozent auf 15,7 Mio. Euro. Papiere der Software AG bröckelten indes um 6,9 Prozent ab. Der Konzern hat im ersten Quartal dank der Übernahme des Wettbewerbers IDS Scheer einen Umsatz- und Ergebnisanstieg verbucht. Die Erlöse lagen mit 250,3 Mio. Euro um 51 Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Gewinn von 28,0 Mio. Euro verzeichnet, nach 25,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
DAX: 6.159,51 (-2,73 Prozent) MDAX: 8.343,06 (-3,46 Prozent) SDAX: 4.041,51 (-1,90 Prozent) TecDAX: 835,41 (-1,13 Prozent) (27.04.2010/ac/n/m)