Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Indizes tendierten am ersten Tag der Handelswoche schwächer. Dabei belastete erneut die unsichere politische Lage in Griechenland. Ferner richtete sich der Blick der Marktteilnehmer ein weiteres Mal auf Italien, nachdem Gerüchte um einen Rücktritt des italienischen Regierungschefs Berlusconi kursierten. Der DAX verlor zuletzt 0,63 Prozent auf 5.928,68 Punkte. Der MDAX gab um 0,48 Prozent ab auf 9.032,78 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,90 Prozent nach unten auf 4.532,38 Zähler, während der TecDAX um 2,43 Prozent auf 689,60 Punkte nachgab. Der Bund Future gewann zuletzt 0,32 Prozent auf 138,05 Zähler, während der Euro 0,30 Prozent auf 1,3747 Dollar verliert.
An der Wall Street bewegen sich die wichtigsten US-Indizes zur Stunde mit bis zu 0,9 Prozent im Minus. Am morgigen Dienstag stehen in Deutschland unter anderem die Zahlen zum deutschen Außenhandel und zum Umsatz im verarbeitenden Gewerbe und im Bergbau für September 2011 auf dem Programm.
Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe hat im September 2011 abgenommen. Dies gab das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) heute auf Basis vorläufiger Berechnungen bekannt. Demnach fiel die Erzeugung im Vergleich zum Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,7 Prozent. Im Monat zuvor war sie aufwärts revidiert um 0,4 Prozent gesunken. Der aktuelle Produktionsrückgang ist wohl erneut durch einen Ferientageffekt überzeichnet. Die industrielle Erzeugung fiel mit -3,0 Prozent etwas stärker als der Gesamtindex.
Bayer legten heute als Spitzenreiter im Dax um 2,5 Prozent zu. Wie bereits am Freitag bekannt wurde, hat der Pharmakonzern in den USA die Zulassung für seinen Gerinnungshemmer Xarelto zum Schutz vor Schlaganfällen erhalten. Ferner hat Bayer vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise ein riesiges Liquiditätspolster aufgebaut. Wie der Finanzchef des Pharmakonzerns, Werner Baumann, in einem Presseinterview verlautbarte, habe man zur Zeit eine Liquiditätsposition von etwa 3,8 Mrd. Euro. Das sei gut das Fünffache dessen, was in "Nichtkrisenzeiten" an Kasse gehalten werde. Abgeschmolzen werde der Betrag erst im kommenden Jahr, wenn eine 2 Mrd. Euro schwere Anleihe fällig werde. Damit werde vermieden, dass Liquiditätsengpässe an den Finanzmärkten auf das eigene Geschäft durchschlagen. Unterdessen ging es für Deutsche Bank um 0,6 Prozent nach unten. Die zur Deutschen Bank gehörende Tochter Sal. Oppenheim ist ein Jahr früher als geplant zurück in der Gewinnzone. So verlautbarte der Vorstandschef Wilhelm von Haller im Gespräch mit der Presse, dass man profitabel sei und bereits in diesem Jahr einen Gewinn ausweisen werde.
Die Aktie der Deutschen Telekom fiel um 0,8 Prozent zurück. Der Serviceprovider Drillisch , dessen Aktie heute um rund 40 Prozent einbrach, hat die von der Deutschen Telekom erhobenen Vorwürfe bestritten. So hatte die Deutsche Telekom in einer Medieninformation behauptet, es gäbe einen schwerwiegenden Betrugsverdacht gegen das Drillisch Tochterunternehmen Simply. Volkswagen (Volkswagen vz) will unterdessen nach längerer Pause offenbar wieder in das Geschäft mit der Vermietung von Autos einsteigen. So plant der Konzern einem Pressebericht zufolge den Kauf der Autovermietung Euromobil. Das Papier lag knapp im Plus. Schließlich will sich Daimler enger an den japanischen Autobauer Nissan Motor anbinden und plant einem Medienbericht zufolge ein gemeinsames Motorenwerk in den USA. Für die Aktie ging es 1,2 Prozent nach unten.
Axel Springer schossen als bester Wert im MDAX um 11,5 Prozent nach oben. Der Verlagskonzern hat nach den Zahlen zum dritten Quartal die Erwartungen für das Gesamtjahr bekräftigt. Der Konzern steigerte das um Sondereffekte und Kaufpreisallokationen bereinigte EBITDA in den ersten neun Monaten auf 446,3 Mio. Euro (Vorjahr: 385,8 Mio. Euro). Beim Konzernumsatz verzeichnete man gleichzeitig einen Zuwachs von 11,7 Prozent auf 2,32 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss belief sich in den ersten neun Monaten auf 233,2 Mio. Euro, nach 257,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der um wesentliche nicht-operative Effekte bereinigte Konzernüberschuss stieg um 7,7 Prozent auf 259,5 Mio. Euro. Das auf Aktionäre der Axel Springer AG entfallende bereinigte Ergebnis je Aktie legte von 2,28 Euro auf 2,31 Euro zu. Die rote Laterne wurde unterdessen mit einem Wertverlust von fast 5 Prozent von DEUTZ eingenommen.
Im TecDax ging es für QSC nach anfänglichen Aufschlägen letztendlich um 0,2 Prozent nach unten. Der Telekommunikationsanbieter hat sein profitables Wachstum im dritten Quartal 2011 fortsetzen können und Umsatz und operatives Ergebnis deutlich gesteigert. So wuchs der Umsatz im dritten Quartal auf 128,3 Mio. Euro, nach 105,6 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Der Konzerngewinn belief sich auf 6,4 Mio. Euro, nach zuvor 5,8 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres erhöhte sich der Umsatz um 12 Prozent auf 355,2 Mio. Euro. Der Konzerngewinn stieg um 27 Prozent auf 16,8 Mio. Euro oder 0,12 Euro je Aktie. Angesichts der positiven Entwicklung in den ersten neun Monaten hebt QSC die untere Grenze der Free-Cashflow-Prognose für das laufende Geschäftsjahr an: Das Unternehmen erwartet nun einen Free Cashflow von 40 bis 45 Mio. Euro anstatt wie bisher von 35 bis 45 Mio. Euro. Ferner ist weiterhin die erstmalige Ausschüttung einer Dividende für das laufende Geschäftsjahr geplant.
Im SDAX verloren CENTROTEC Sustainable 0,2 Prozent an Wert. Der Konzern verlautbarte heute, dass sein Ergebnis im dritten Quartal 2011 aufgrund einer Bewertungsanpassung der CENTROSOLAR-Beteiligung und der Bereinigung des Geschäftsportfolios bei Photovoltaik-Aktivitäten durch einmalige, nicht liquiditätswirksame Sondereffekte belastet wird. So beschloss der CENTROTEC-Vorstand, dass für die Bewertung der 26 Prozent-Beteiligung an der CENTROSOLAR Group (Centrosolar Group) aufgrund der Unsicherheit des Photovoltaikmarktes ein Impairment in Höhe von ca. 15 Mio. Euro durchgeführt wird, was auf Ebene des Finanzergebnisses zu einer einmaligen, nicht liquiditätswirksamen Abschreibung in gleicher Höhe führt. Den Angaben zufolge wird für das laufende Geschäftsjahr beim Umsatz die Untergrenze der Prognose von 520 Mio. Euro nach einem Vorjahreswert von 480 Mio. Euro erreicht. Das zuletzt auf 40 Mio. Euro prognostizierte operative Ergebnis (EBIT) wird auf Gesamtjahressicht ca. 25 bis 35 Prozent unterhalb des Vorjahresergebnisses von 36,2 Mio. Euro liegen. Das Ergebnis je Aktie wird nach einer Prognose von zuletzt 1,35 bis 1,45 Euro insbesondere durch die Abschreibung auf den CENTROSOLAR-Beteiligungswert sowie den At-Equity Ergebnisanteil nach einem Vorjahreswert von 1,54 Euro im niedrigen negativen Cent-Bereich liegen. alstria office REIT (alstria office REIT-AG) hat derweil in den ersten neun Monaten trotz rückläufiger Umsatzerlöse beim Ergebnis deutlich zugelegt. So lag der Umsatz mit 66,6 Mio. Euro um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Nettoergebnis wurde allerdings nach einem Verlust in Höhe von 11,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 27,6 Mio. Euro verbessert. Der Titel gab um 1,5 Prozent nach.
Air Berlin (Air Berlin) notierten nach Passagierzahlen für Oktober 2011 mit über 2 Prozent im Minus. So wurden im abgelaufenen Monat 3.345.832 (2010: 3.490.259) Fluggäste befördert, was einem Minus von 4,1 Prozent entspricht. Grund dafür ist, dass auch die Kapazität gezielt um 3,4 Prozent reduziert wurde. Die Auslastung der Flotte verringerte sich gleichzeitig um 0,6 Prozentpunkte auf 79,7 Prozent und lag damit fast auf Vorjahresniveau von 80,3 Prozent. Der Medienkonzern Highlight Communications hat des Weiteren im Zuge des zuletzt angekündigten freiwilligen Übernahmeangebots die Mehrheit an der Escor Casinos & Entertainment AG (Escor CasinosEntertainment) übernommen. So wurden bis zum Ablauf der Angebotsfrist am 4. November 201 im Rahmen des Angebots insgesamt 280.368 ESCOR-Aktien angedient. Dies entspricht 32.99 Prozent der ausstehenden Escor-Aktien. Zusammen mit den bereits von Highlight Communications gehaltenen 387.554 Escort-Anteilsscheinen (entsprechend 31,32 Prozent) ist Highlight Communications im Besitz von 53,96 Prozent der Stimmrechte und 53,97 Prozent des Aktienkapitals von Escor. Highlight notierten nahezu unverändert. comdirect bank verloren schließlich nach Monatszahlen für Oktober 2,2 Prozent an Wert. Die Kundengesamtzahl der comdirect Gruppe erhöhte sich Ende Oktober auf 2.528.782 (September: 2.523.068). Es wurden 1.686.786 Wertpapierdepots geführt (September: 1.685.326), und das betreute Kundengesamtvermögen lag im Oktober bei 41,06 Mrd. Euro (September: 39,40 Mrd. Euro).
DAX: 5.928,68 (-0,63 Prozent) MDAX: 9.032,78 (-0,48 Prozent) SDAX: 4.532,38 (-0,90 Prozent) TecDAX: 689,60 (-2,43 Prozent)
(07.11.2011/ac/n/m)