Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Indizes beendeten den Freitagshandel im Minus. Nachdem zunächst Hoffnungen bezüglich einer baldigen Lösung der Griechenland-Krise im Fokus der Marktteilnehmer standen, lasteten am Nachmittag schwächer als erwartete BIP-Daten aus den USA auf der Stimmung. Der DAX verlor zuletzt 0,43 Prozent auf 6.511,98 Punkte. Der MDAX gab um 0,34 Prozent nach auf 9.940,44 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,32 Prozent nach oben auf 4.736,12 Zähler, während der TecDAX um 0,17 Prozent auf 744,54 Punkte zurückfiel. Der Bund Future gewann zuletzt 0,17 Prozent auf 138,93 Zähler, während der Euro um 0,58 Prozent auf 1,3164 Dollar zulegte.
In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,73 Prozent im Minus. Am Montag steht in den Deutschland die Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse zu den Verbraucherpreisen für Januar 2012 auf der Agenda.
Die deutschen Außenhandelspreise haben sich im Dezember 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis mit vermindertem Tempo erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten sich die Importe um 3,9 Prozent, nach einem Plus von 6,0 Prozent im Vormonat und 12,0 Prozent im Dezember 2010. Auf Monatssicht stiegen die Einfuhrpreise um 0,3 Prozent. Davor waren die Preise im November 2011 um 0,4 Prozent gesunken und im Dezember 2010 um 2,3 Prozent angezogen. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Erdöl- und Mineralölerzeugnisse erhöhte sich der Einfuhrpreis-Index im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,1 Prozent und binnen Monatsfrist um 0,3 Prozent. Die Exportpreise legten im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozent zu, während sie im November um 2,9 Prozent und im Dezember 2010 um 5,2 Prozent geklettert waren. Im Vormonatsvergleich wuchsen die Ausfuhrpreise um 0,1 Prozent an. Im November 2011 waren die Exportpreise um 0,2 Prozent zurückgegangen und im Dezember 2010 um 0,8 Prozent gestiegen.
RWE rückten heute an der Indexspitze um 1,2 Prozent vor, nachdem die zu dem Versorger gehörende Öl- und Erdgastochter RWE Dea in Norwegen sieben neue Lizenzen erhalten hat. Ferner hat man gemeinsam mit den Lizenzpartnern Lundin Norway und Wintershall Norge beim norwegischen Erdöl- und Energieministerium einen Plan für die Feldesentwicklung und den Betrieb des Luno-Feldes eingereicht. Einem Medienbericht zufolge steht geplante Zusammenschluss der Edelstahlsparte des Stahlkonzerns ThyssenKrupp mit dem finnischen Wettbewerber Outokumpu Oy offenbar kurz vor dem Abschluss. Wie es heißt, solle der Aufsichtsrat bereits in der kommenden Woche in einer außerordentlichen Sitzung dem Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu zustimmen. Die Verträge seien laut dem Bericht weitgehend unter Dach und Fach. Der Titel verbilligte sich um 1 Prozent.
Daneben flogen Deutsche Lufthansa als zweitbester Wert im Dax um 1,1 Prozent vor. Die Fluggesellschaft gab gestern bekannt, dass sich in der Tarifrunde 2012 der Arbeitgeberverband Luftverkehr (AGVL) und die Gewerkschaft ver.di am 26. Januar auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt haben. Die Verliererliste im DAX wurde mit einem Abschlag von 2,4 Prozent von HeidelbergCement angeführt.
Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, wird Tom Enders neuer Vorstandschef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS . So soll der langjährige Airbus-Chef Enders nach der Hauptversammlung am 31. Mai 2012 die Nachfolge des derzeitigen Chief Executive Officer (CEO) Louis Gallois antreten. Zeitgleich wird Arnaud Lagardère den Vorsitz des Verwaltungsrats (Chairman) übernehmen, den derzeit Bodo Uebber innehat. Die Aktie legte ein halbes Prozent zu. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im MDAX die Papiere von Wacker Chemie mit einem Zugewinn von 5,6 Prozent, während die rote Laterne von TUI mit einem Wertverlust von fast 4 Prozent eingenommen wurde.
DAX: 6.511,98 (-0,43 Prozent) MDAX: 9.940,44 (-0,34 Prozent) SDAX: 4.736,12 (+0,32 Prozent) TecDAX: 744,54 (-0,17 Prozent)
(27.01.2012/ac/n/m)