06.12.2012 18:17
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Börse Frankfurt Schluss: Im Plus, EADS fliegen vor

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes notierten am Donnerstag im Plus. Dabei stützten beruhigende Aussagen von US-Politikern im Zusammenhang mit dem Haushaltsstreit. Der DAX gewann zuletzt 1,07 Prozent auf 7.534,54 Punkte. Der MDAX legte um 1,75 Prozent zu auf 11.887,14 Punkte. Für den SDAX ging es derweil um 0,60 Prozent nach oben auf 5.158,38 Zähler, während der TecDAX um 0,71 Prozent auf 840,26 Punkte anstieg. Der Bund Future gewann zuletzt 0,16 Prozent auf 143,38 Zähler, während der Euro um 0,76 Prozent auf 1,2970 Dollar abgab.

Die US-Börsen notieren zur Stunde mit bis zu 0,73 Prozent im Plus. In den USA stehen am Freitag konjunkturseitig der Monster-Beschäftigungsindex, die Arbeitslosenquote, die Stundenlöhne, Wochenstunden sowie die Verbraucherstimmung und die Verbraucherkredite auf der Agenda. In Deutschland werden die Zahlen zu den Insolvenzen und der Arbeitskostenindex gemeldet.

Der Auftragseingang in der Industrie hat sich im Oktober erhöht. Dies gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) heute bekannt. Nach vorläufigen Angaben stiegen die Auftragseingänge im Vormonatsvergleich preis-, kalender- und saisonbereinigt um 3,9 Prozent. Im Vormonat waren sie nach deutlicher Aufwärtsrevision um 2,4 Prozent gesunken. Der Umfang an Großaufträgen war erneut unterdurchschnittlich.

Im Blickfeld der Investoren stand heute auch die Aktie der Deutschen Bank , die sich um 0,1 Prozent verbilligte. Die Bank soll einem Medienbericht zufolge in der Finanzkrise milliardenschwere Buchverluste verschleiert haben. Wie es heißt, haben drei ehemalige Mitarbeiter des Kreditinstituts entsprechende Eingaben bei den zuständigen US-Aufsichtsbehörden gemacht. Demnach soll die Deutsche Bank während der Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 eine riesige Derivate-Position falsch bewertet haben, um mögliche Staatshilfen für die Deutsche Bank zu umgehen. Wäre die Derivate-Position zum damaligen Zeitpunkt richtig bewertet worden, wäre die Kernkapitalquote des Kreditinstituts auf ein gefährliches Niveau gefallen, was möglicherweise die Inanspruchnahme von Staatshilfen nach sich gezogen hätte. Stattdessen hätten den Angaben zufolge die Händler der Bank die Buchverluste in Höhe von bis zu 12 Mrd. US-Dollar mit dem Wissen von Führungspersonen des Kreditinstituts verschleiert. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe gegenüber der Wirtschaftszeitung in einer Stellungnahme umgehend zurück. Unterdessen hat Daimler hat die am Mittwochabend angekündigte Teil-Veräußerung seiner Beteiligung an EADS erfolgreich abgeschlossen. So hat der Autobauer heute 61,1 Millionen EADS-Aktien im Rahmen des gestern angekündigten beschleunigten Platzierungsverfahrens an die KfW, private Dedalus-Investoren sowie institutionelle Anleger verkauft. Der Preis pro Aktie wurde bei 27,23 Euro festgelegt. Daimler verteuerten sich um 1,2 Prozent.

Für eine positive Nachricht sorgte heute der Konsumgüterkonzern Beiersdorf . So wurde die Umsatzprognose für das laufende Fiskaljahr nach oben revidiert. Demnach geht Beiersdorf für das Fiskaljahr 2012 aufgrund der guten Geschäftsentwicklung und der gestiegenen Erwartungen für den Konzern und den Unternehmensbereich Consumer nun von einem Umsatzanstieg von deutlich über 4 Prozent aus. Zuvor hatte der Konzern hier ein Umsatzplus von 3 bis 4 Prozent in Aussicht gestellt. Der Titel legte um 2 Prozent zu. Bereits gestern meldete derweil der Industriekonzern ThyssenKrupp Veränderungen im Vorstand. So hat der Personalausschuss des Aufsichtsrats in enger Abstimmung mit Vorstandschef Heinrich Hiesinger entschieden, dem Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 10. Dezember 2012 vorzuschlagen, die Bestellung der Vorstandsmitglieder Dr. Olaf Berlien (50) und Edwin Eichler (54) sowie Dr. Jürgen Claassen (54) mit Wirkung zum 31. Dezember 2012 aufzuheben. Claassen hatte den Aufsichtsrat bereits am 1. Dezember gebeten, ihn bis auf weiteres von seinen Vorstandsaufgaben zu entbinden. Die nordrhein-westfälische Landesregierung sieht derweil die radikalen Personalentscheidungen bei ThyssenKrupp als Chance für einen Neuanfang. "Ein solches Unternehmen braucht Vertrauen", sagte Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) gegenüber der Presse. Durch die Entscheidung werde der Kurs des Vorstandschefs Heinrich Hiesinger gestärkt, sagte Duin. "Mittelfristig ergibt sich so die Chance, wieder mit guten Produkten und erfolgreichen Geschäften Aufmerksamkeit zu erregen." Das Papier verteuerte sich um 2,3 Prozent.

Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im Dax die Anteilsscheine von Bayer mit einem Plus von 3,4 Prozent, während sich die Anleger gleichzeitig bevorzugt von den Titeln von RWE trennten, die um 1,4 Prozent nachgaben.

EADS flogen heute als bester Wert im MDAX um fast 8 Prozent vor. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat bereits gestern eine grundlegende Überarbeitung der Führungs- und Aktionärsstruktur bekannt gegeben. Dabei sollen u.a. Frankreich und Deutschland neue Großaktionäre des Konzerns werden. Abhängig von der Entscheidung einer außerordentlichen EADS-Hauptversammlung wird der seit Gründung des Unternehmens im Jahr 2000 geltende Aktionärspakt aufgelöst und durch eine neue, begrenzte Vereinbarung zwischen den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Spaniens ersetzt. Dazu haben Frankreich, Deutschland und Spanien auf eine staatliche Höchstbeteiligung geeinigt (zwölf plus zwölf plus vier Prozent). Die drei Staaten erhalten ein wechselseitiges Bezugsrecht. Die geänderte EADS-Satzung wird ferner eine Eigentums- und Stimmrechtsbeschränkung auf 15 Prozent enthalten, die weder von Einzelaktionären noch von Aktionärsgruppen überschritten werden darf. Der Anteil der in Streubesitz befindlichen EADS-Aktien wird am Ende von etwas unter 50 Prozent auf über 70 Prozent steigen. Die rote Laterne wurde unterdessen von Rheinmetall mit einem Minus von 1,2 Prozent getragen.

Im TecDax notierten Carl Zeiss Meditec nach endgültigen Zahlen zum abgelaufenen Fiskaljahr nahezu auf Vortagesniveau. Der Medizintechnikkonzern konnte sowohl die Umsatzerlöse als auch den Gewinn steigern. MorphoSys steigen daneben um 1,8 Prozent. Der Biotechnologiekonzern teilte mit, dass das US-Patent- und Markenamt (USPTO) ein Patent zum Schutz seines Wirkstoffs MOR202 erteilt hat. Des Weiteren verbilligten sich AIXTRON (AIXTRON SE) um 0,1 Prozent. Der Hersteller von Depositionsanlagen für die globale Halbleiterindustrie hat einen weiteren Auftrag an Land gezogen. So hat der chinesische Hersteller Dynax Semiconductor Inc. erstmals eine CRIUS Close Coupled Showerhead (CCS) MOCVD-Anlage von AIXTRON bestellt.

Für Air Berlin ging es um knapp 0,1 Prozent nach oben. Die Fluggesellschaft musste im November erneut einen Rückgang bei den Passagierzahlen ausweisen. Daneben verlautbarte Biotest (Biotest vz), dass nach Genehmigung des Studienprotokolls demnächst die klinische Entwicklung des von der Gesellschaft neu entwickelten, humanen Fibrinogenkonzentrates mit dem Einschluss des ersten Patienten beginnt. Die Aktie des Anbieters von Plasmaproteinen und diagnostischen Erzeugnissen in der Mikrobiologie fiel um 0,9 Prozent.

DAX: 7.534,54 (+1,07 Prozent) MDAX: 11.887,14 (+1,75 Prozent) SDAX: 5.158,38 (+0,60 Prozent) TecDAX: 840,26 (+0,71 Prozent) (06.12.2012/ac/n/m)

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