Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes konnten sich im Dienstaghandel wieder von ihren Vortagesverlusten erholen. Dabei profitierten die Indizes von der Zuversicht bezüglich einer Lösung für das hoch verschuldete Griechenland. Im Zuge einer deutlich positiven Entwicklung an der Wall Street bauten auch die deutschen Indizes am Nachmittag ihre Gewinne noch aus. Der DAX verbesserte sich um 1,89 Prozent auf 7.285,51 Punkte. Der MDAX stieg um 1,81 Prozent auf 10.651,59 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,73 Prozent nach oben auf 5.308,48 Zähler. Der TecDAX rückte um 1,40 Prozent vor auf 876,47 Punkte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,23 Prozent auf 125,86 Zähler, während der Euro 0,23 Prozent auf 1,4395 US-Dollar zulegte.
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Juni 2011 nach Angaben des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erneut verschlechtert. So sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland um 12,1 Punkte gefallen und liegen nun bei -9,0 Punkten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland ist im Juni ebenfalls gesunken. Der entsprechende Indikator fällt um 3,9 Punkte auf 87,6 Punkte. Der Auftragseingang in Betrieben des deutschen Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten verzeichnete derweil im April 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen Anstieg. Gegenüber dem Vorjahresmonat wuchsen die Eingänge preisbereinigt um 2,4 Prozent, wobei die Nachfrage im Hochbau um 1,6 Prozent und im Tiefbau um 3,4 Prozent anzog. Gleichzeitig kletterte der Gesamtumsatz um 4,5 Prozent auf rund 6,9 Mrd. Euro. Dagegen verringerte sich die Zahl der Beschäftigten im Vorjahresvergleich um 4.700 bzw. 0,7 Prozent auf rund 713.000 Personen. Indes sind die deutschen Frühindikatoren im April 2011 nach Angaben des Conference Board um 0,8 Prozent angestiegen. Für März 2011 war ein Zuwachs von 0,6 Prozent ermittelt worden.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine klar positive Tendenz ab. Die wichtigsten US-Indizes liegen derzeit mit bis zu 1,9 Prozent im Plus. Am Mittwoch stehen in der EU die Auftragseingänge der Industrie für April zur Veröffentlichung an. Aus den USA werden die wöchentlichen Hypothekenanträge und das FED-Sitzungsergebnis erwartet.
Siemens (Siemens) verteuerten sich um 2 Prozent, nachdem der Technologiekonzern erstmalig einen Auftrag für einen Offshore-Windpark in China erhalten hat. So wurde man mit der Lieferung von 21 Windenergieanlagen mit jeweils einer Leistung von 2,3 Megawatt (MW) und einem Rotordurchmesser von 101 Meter für ein Offshore-Projekt vor der Küste der Provinz Jiangsu im Osten Chinas beauftragt. Bereits gestern Abend teilte K+S mit, dass man die Geschäftsaktivitäten der COMPO an den europäischen Private-Equity-Investor Triton verkauft. Den Angaben zufolge ist der wirtschaftliche Übertragungsstichtag der 1. März 2011. Das Closing der Transaktion mit einem Unternehmenswert von 205 Mio. Euro für COMPO wird noch im Sommer erwartet. Nach Abzug übernommener Verbindlichkeiten rechnet K+S mit einem Barmittelzufluss von voraussichtlich rund 150 Mio. Euro. Mit dem Verkauf ist für K+S ein Buchverlust in Höhe von etwa 90 Mio. Euro im zweiten Quartal 2011 verbunden. Die Aktie des Düngemittelherstellers rückte um 1,3 Prozent vor. Banktitel standen heute hoch im Kurs. So legten Commerzbank als stärkster Wert um 4,9 Prozent zu, während sich Deutsche Bank auf Platz fünf um 2,5 Prozent verteuerten. Mit einem Abschlag von 0,1 Prozent bildeten derweil Henkel als einziger Verlierer das Schlusslicht im DAX.
EADS (EADS) rückten heute um 2,3 Prozent vor, nachdem die zum Luft- und Raumfahrtkonzern gehörende Tochter Airbus heute im Rahmen der diesjährigen Paris Air Show weitere Aufträge erhalten hat. Daneben legten Aurubis um 3,1 Prozent zu, nachdem der Kupferhersteller millionenschwere Investitionen in Bulgarien angekündigt hat. Im MDAX waren heute vor allem die Papiere von TUI gefragt, die sich um 5,2 Prozent verteuerten. Die rote Laterne wurde indes von Sky Deutschland mit einem Verlust von 2,9 Prozent gehalten.
Gigaset (Gigaset) hat sich aufgrund seiner strategischen Neuausrichtung von der van Netten GmbH getrennt. Der Titel verbesserte sich um 0,8 Prozent. Mit einem Zugewinn von 1,8 Prozent standen heute ferner die Anteilsscheine von Nordex im Aufwind. Der Windanlagenbauer baut seine Projektentwicklungsaktivitäten in den USA weiter aus und hat mit dem Unternehmen "Way Wind" einen Joint Venture-Vertrag unterschrieben, um einen 120 Megawatt-Windpark im US-Bundesstaat Nebraska zu entwickeln und ans Netz zu bringen. Die Planungen sehen dafür 48 Anlagen des Typs N100/2500 vor, die 2013 errichtet werden sollen. Am stärksten ging es heute mit 4,5 Prozent bei Software AG nach einem positiven Analystenkommentar nach oben, während sich auf dem letzten Platz Roth & Rau um 0,7 Prozent verbilligten.
Im SDAX rauschten schließlich als Tagessieger Biotest (Biotest vz) um 27,1 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat mit dem US-Pharmakonzern Abbott Laboratories eine Lizenzvereinbarung getroffen. Dabei bezieht sich die Vereinbarung auf die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers BT-061. Die Vereinbarung sieht vor, das Abbott und Biotest BT-061 im Falle einer Zulassung in den fünf europäischen Kernmärkten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien) gemeinsam vermarkten. Für alle weiteren Märkte erhält Abbott die exklusiven weltweiten Vermarktungsrechte. Mit Vertragsschluss erhält Biotest eine Vorauszahlung (Upfront Fee) in Höhe von 85 Mio. US-Dollar.
DAX: 7.285,51 (+1,89 Prozent) MDAX: 10.651,59 (+1,81 Prozent) SDAX: 5.308,48 (+0,73 Prozent) TecDAX: 876,47 (+1,40 Prozent) (21.06.2011/ac/n/m)