Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes verabschiedeten sich am Mittwoch mehrheitlich mit negativen Vorzeichen aus dem Handel. Dabei belasteten die Ratingabstufung Portugals, die die europäische Schuldenkrise wieder stärker ins Blickfeld der Investoren rückte, sowie die Zinserhöhung in China. Gleichzeitig fielen aber die Industrieaufträge gut aus. Der DAX verschlechterte sich um 0,11 Prozent auf 7.431,19 Punkte. Der MDAX fiel um 0,14 Prozent auf 11.073,96 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,21 Prozent nach oben auf 5.540,89 Zähler. Der TecDAX gab um 0,33 Prozent nach auf 899,62 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,69 Prozent auf 126,49 Zähler, während sich der Euro um 0,69 Prozent auf 1,4333 US-Dollar verschlechterte.
Der Auftragseingang in der Industrie hat sich im Mai 2011 nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erhöht. Nach vorläufigen Angaben stiegen die Auftragseingänge preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,8 Prozent. Im Monat zuvor waren sie um revidiert um 2,9 Prozent geklettert. Der Anteil an Großaufträgen war stark überdurchschnittlich, was sich insbesondere in der Nachfrage nach inländischen Investitionsgütern niederschlug. Die Nachfrage aus dem Inland stieg um 11,3 Prozent, wogegen die aus dem Ausland um 5,8 Prozent nachgab. Die deutsche Konjunktur wird derweil nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auch 2011 kaum an Fahrt verlieren. Wie aus der heute vorgestellten DIW-Konjunkturprognose hervorgeht, prognostizieren die DIW-Experten trotz einer leichten Abkühlung im zweiten Quartal ein Wachstum von 3,2 Prozent für das gesamte Jahr 2011. Auch im nächsten Jahr wird die Wirtschaft mit 1,8 Prozent nach der DIW-Prognose noch deutlich wachsen.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine leicht positive Tendenz ab. Die wichtigsten US-Indizes liegen derzeit mit bis zu 0,3 Prozent im Plus. Am Donnerstag stehen in Deutschland die Daten zur Produktion im produzierenden Gewerbe für Mai an. Ferner werden in der EU und Großbritannien die Zinsentscheidungen erwartet. In den USA werden unter anderem die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.
Volkswagen (Volkswagen vz) fuhren heute um 0,3 Prozent vor. Die Tochter Audi hat im ersten Halbjahr 2011 erneut einen Absatzrekord auf dem chinesischen Markt erzielt. So wuchs der Absatz mit insgesamt 140.699 Auslieferungen in China und Hongkong um 28 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010. Im Juni verkaufte Audi 27.658 Automobile, mehr als jemals zuvor in einem Monat. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im Dax die Aktien von Bayer mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent. Gleichzeitig hatten Banktitel einen schweren Stand. So ging die rote Laterne an die Commerzbank mit einem Verlust von 3 Prozent, während es für die Deutsche Bank um 1 Prozent nach unten ging.
Mit einer positiven Nachricht konnte GERRY WEBER (GERRY WEBER International) aufwarten. Der Retail-Bereich des Modekonzerns hat sich im Juni 2011 freundlich entwickelt. So wurde der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 Prozent auf 17,0 Mio. Euro gesteigert. Die Aktie verbilligte sich um 0,2 Prozent. Der Automobilzulieferer Continental sieht indes im Wandel zu Elektrofahrzeugen mehr Chancen als Risiken und sieht hierin auch die Möglichkeit, den Rückstand auf den Marktführer Bosch zu verkürzen. Das Papier legte um 0,4 Prozent zu. Im MDAX verbesserten sich LANXESS als bester Wert um 2,2 Prozent, während sich die Anleger gleichzeitig insbesondere von den Aktien der Aareal Bank trennten, die als Schlusslicht 4,9 Prozent einbüßten.
Die Thüringer Industriebeteiligungs GmbH & Co. KG (TIP) ist neuer Großaktionär beim Technologiekonzern JENOPTIK . So belief sich dessen Stimmrechtsanteil am 30. Juni 2011 auf 11,0 Prozent. Die TIP hat das Aktienpaket von der ECE Industriebeteiligungen GmbH übernommen, die seit 2007 Kerninvestor von JENOPTIK ist. Die ECE Industriebeteiligungen GmbH hält künftig 14,01 Prozent der Anteile an der JENOPTIK AG und bleibt damit größter Einzelaktionär und weiterhin langfristig investiert. Die Aktie von JENOPTIK rückte um 1,5 Prozent vor. AIXTRON (AIXTRON SE) verschlechterten sich daneben als schwächster Wert im TecDax um 4,9 Prozent. Der Technologiekonzern hat mit dem Suzhou Institut für Nanotechnologie und -bionik in China (SINANO) ein gemeinsames Trainings- und Demonstrationszentrum gegründet. In dem neuen Zentrum im Suzhou Industrial Park (SIP) soll AIXTRON´s Technologie an bereits existierende wie auch an potentielle Kunden vermittelt werden. Eine personelle Veränderung meldete indes der Solartechnikkonzern SolarWorld . So berief der Aufsichtsrat des Konzerns mit Wirkung zum 1. Juli 2011 Frau Colette Rückert-Hennen als neues Vorstandsmitglied mit der Funktion Chief Human Resources and Brand Officer in den Vorstand des Konzerns. Ferner hat der Konzern eine Anleihe mit einem Volumen von 150 Mio. Euro emittiert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren bei einer Verzinsung von 6,375 Prozent per annum. Das Papier verlor 2 Prozent an Wert. Stratec Biomedical konnten nach einem positiven Analystenkommentar heute die Spitzenposition im TecDAX mit einem Zugewinn von 4,4 Prozent erobern.
Im SDAX flogen Air Berlin um 0,1 Prozent vor, nachdem die Fluggesellschaft im Juni 2011 ihre Passagierzahlen steigern konnte. So wurden im Berichtszeitraum 3.471.923 Fluggäste befördert, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Plus von 4,0 Prozent entspricht. Die Auslastung der Flotte stieg um 5,1 Prozentpunkte auf 80,1 Prozent. Daneben verschlechterten sich alstria office REIT (alstria office REIT-AG) um 0,3 Prozent. Der Konzern hat von VastNed O/I ein Immobilienportfolio mit Bürogebäuden in Düsseldorf und Frankfurt erworben. Der Kaufpreis für das Immobilienportfolio beläuft sich den Angaben zufolge auf etwa 89 Mio. Euro.
DAX: 7.431,19 (-0,11 Prozent) MDAX: 11.073,96 (-0,14 Prozent) SDAX: 5.540,89 (+0,21 Prozent) TecDAX: 899,62 (-0,33 Prozent) (06.07.2011/ac/n/m)