Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendierten im Donnerstaghandel wieder deutlich fester. Dabei stützte auch die Hoffnung, dass die Politik nun endlich geeignete Schritte zur Bewältigung der Schuldenkrise unternimmt. Der DAX gewann 3,15 Prozent auf 5.645,25 Punkte, während der MDAX 4,12 Prozent auf 8.398,51 Stellen stieg. Für den SDAX ging es derweil um 2,37 Prozent auf 4.286,61 Zähler nach oben. Der TecDAX verbesserte sich um 3,36 Prozent auf 663,86 Punkte. Der Bund-Future verlor zuletzt 0,74 Prozent auf 136,05 Punkte, während sich der Euro um 0,46 Prozent auf 1,3408 US-Dollar verteuerte.
Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss vor dem Hintergrund der EU-Schuldenkrise auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau unverändert zu lassen. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, bleibt damit bei 1,50 Prozent. Marktbeobachter hatten diese Entscheidung bereits im Vorfeld erwartet.
Der Auftragseingang in der Industrie hat sich im August 2011 reduziert. Dies gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Berlin heute bekannt. Nach vorläufigen Angaben fielen die Auftragseingänge preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,4 Prozent. Im Vormonat waren sie aufwärts revidiert um 2,6 Prozent gesunken. Der Umfang an Großaufträgen war im August unterdurchschnittlich. Ursächlich für die aktuelle Nachfrageschwäche war der Rückgang der Inlandsbestellungen um 3,2 Prozent. Dieser ist allerdings durch einen Ferieneffekt überzeichnet. Die Auslandsnachfrage nahm leicht zu (+0,1 Prozent).
An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes derzeit mit bis zu 1,2 Prozent im Plus. Konjunktuseitig stehen morgen in Deutschland Daten zur Produktion im Produzierenden Gewerbe an. In den USA werden ferner die Arbeitslosenquote, die Stundenlöhne, die Wochenstunden und die beschäftigten ex Agrar für September sowie die Großhandelsdaten für August veröffentlicht.
Infineon (Infineon Technologies) ist mit der zum kanadischen Mischkonzern Bombardier (Bombardie b) gehörenden Konzernsparte Bombardier Transportation eine strategische Partnerschaft im Bereich Antriebselektronik von modernen Schienenverkehrsfahrzeugen eingegangen. Der Titel legte daraufhin um 4 Prozent zu. RWE will ferner seine Verhandlungen mit dem russischen Erdgasproduzenten OAO Gazprom (Gazprom (Spons ADRs)) über ein Joint Venture fortsetzen. RWE und Gazprom haben sich am 3. Oktober 2011 anlässlich eines Treffens von Gazprom-CEO Alexey Miller und RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann in Den Haag geeinigt, die Verhandlungen zu einem möglichen Joint Venture intensiv fortzusetzen. Dabei werden die Verhandlungen bis Ende des Jahres 2011 exklusiv weitergeführt und betreffen eine mögliche Zusammenarbeit bei neuen bzw. bestehenden Gas- und Steinkohlekraftwerken in Deutschland, Großbritannien und den Benelux-Staaten. Die Aktie des Versorgers verteuerte sich um 3,4 Prozent. Deutsche Telekom rückte derweil um 1,5 Prozent vor, nachdem der Telekommunikationskonzern einen fünfjährigen Beratungsvertrag mit Cap Gemini zu Business Intelligence (BI) Lösungen geschlossen hat. BASF stiegen um 4,7 Prozent, nachdem der Chemiekonzern meldete, dass seine Sparte BASF Coatings beabsichtigt, das Geschäft mit Bautenanstrichmitteln der RELIUS COATINGS GmbH & Co. KG und ihrer Tochtergesellschaften in Frankreich und den Niederlanden zeitnah zu verkaufen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen zum Handelsschluss die Anteilsscheine von ThyssenKrupp mit einem Aufschlag von 9,4 Prozent, während die rote Laterne mit einem Abschlag von 2 Prozent an Beiersdorf ging.
Gerresheimer (Gerresheimer) stiegen nach Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011 um 4,5 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich um 9,9 Prozent auf 285,1 Mio. Euro. Zu konstanten Wechselkursen wuchs er um 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Konzernergebnis konnte um 5,1 Mio. Euro auf 19,2 Mio. Euro gesteigert werden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 0,70 Euro, nach zuvor 0,52 Euro. Zudem erhöhte der Konzern die Prognose für das Umsatzwachstum 2011 von 6 bis 7 Prozent auf jetzt 7 bis 8 Prozent auf Basis konstanter Wechselkurse. Die Prognose für die Adjusted EBITDA-Marge liegt unverändert bei etwa 20 Prozent. Daneben rückten EADS um 4,2 Prozent vor, nachdem der Luft- und Raumfahrtkonzern verlautbarte, dass Qantas Airways und Airbus einen Vertrag für 110 Flugzeuge der A320 Familie abgeschlossen haben. Der Festauftrag für 78 A320neo und 32 A320 ist den Angaben zufolge der größte Einzelauftrag der australischen Luftfahrtgeschichte und folgt dem bereits im August unterzeichneten Vorvertrag. GERRY WEBER (GERRY WEBER International) hat ferner im Monat September insgesamt fünfzehn neue Niederlassungen eröffnet. Indes erzielte die Retail-Sparte von GERRY WEBER im September einen Nettoumsatz von 18,5 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahresmonat einem Plus von 1,8 Mio. Euro entspricht. Allerdings wurde auch der Retail-Bereich durch die wetterbedingte schwache Nachfrage nach Herbst-/Winterkollektionen wie im gesamten Textileinzelhandel beeinflusst. Auf der bestehenden Fläche der HOUSES of GERRY WEBER wurde ein Minus von 5,3 Prozent in Deutschland verzeichnet. Der Titel verteuerte sich um 1,5 Prozent. Der erste Platz der Gewinnerliste wurde am Ende von TUI mit einem Aufschlag von 11,2 Prozent eingenommen, während am Indexende GAGFAH um 1,6 Prozent nachgaben.
SolarWorld verbesserten sich um 11,1 Prozent. Der Solartechnikkonzern baut seine Aktivitäten am Beginn der solaren Wertschöpfungskette weiter aus und produziert gemeinsam mit seinen Partnern künftig in Katar pro Jahr bis zu 8.000 Tonnen Silizium, das speziell für die Weiterverarbeitung zu Solarwafern geeignet ist. Dazu gründete SolarWorld zusammen mit Qatar Solar und der Qatar Development Bank das Joint Venture Qatar Solar Technologies, das nun den Auftrag zum Bau der Siliziumfabrik an den indischen Generalunternehmer Punj Lloyd Group vergeben hat. SMA Solar (SMA Solar Technology) geht derweil angesichts des weiter wachsenden Preisdrucks und der stärker werdenden Konkurrenz in die Offensive und baut einem Pressebericht zufolge die Struktur des Unternehmens bis Ende des Jahres von einer funktionalen Organisation in eine divisionale um, um besser und schneller auf Kundenwünsche reagieren zu können. Die Anteilsscheine des Solartechnikkonzerns verteuerten sich als zweitbester Wert im TecDax um 13,8 Prozent. Vorne legten Q-Cells um 14,1 Prozent zu, während am Indexende Bechtle um 2,1 Prozent nachgaben.
Im SDAX flogen Air Berlin nach Passagierzahlen für September 2011 mit einem Abschlag von 0,2 Prozent hinterher. Im September wurden insgesamt 3.683.519 Passagiere (September 2010: 3.652.087 Passagiere) befördert. Die Auslastung der Flotte blieb mit 82,8 Prozent annähernd auf Vorjahresniveau (+ 0,1 Prozentpunkte). Im Monatsvergleich erhöhte sich die Kapazität um 0,7 Prozent.
DAX: 5.645,25 (+3,15 Prozent) MDAX: 8.398,51 (+4,12 Prozent) SDAX: 4.286,61 (+2,37 Prozent) TecDAX: 663,86 (+3,36 Prozent) (06.10.2011/ac/n/m)