Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes sind am Dienstag im Zuge einer schwächeren Tendenz an der Wall Street mehrheitlich mit Abschlägen aus dem Handel gegangen. Neben der Berichtssaison stand vor allem der morgige EU-Gipfel im Fokus der Investoren. Diesbezüglich zeigten sich die Anleger heute sehr nervös. Der DAX verlor 0,14 Prozent auf 6.046,75 Punkte, während der MDAX 0,90 Prozent auf 9.065,46 Stellen fiel. Für den SDAX ging es derweil um 0,49 Prozent auf 4.542,09 Zähler nach oben. Der TecDAX verschlechterte sich um 1,25 Prozent auf 700,88 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,26 Prozent auf 135,12 Punkte, während sich der Euro um 0,14 Prozent auf 1,3895 US-Dollar verbilligte.
Die Stimmung der deutschen Verbraucher zeigt nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auch im Oktober 2011 ein differenziertes Bild. Der Gesamtindikator prognostiziert für November einen Wert von 5,3 Punkten nach 5,2 Zählern im Oktober. Damit kann das Konsumklima trotz Krise und steigender Rezessionsängste sogar noch leicht zulegen.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine negative Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes derzeit mit bis zu 1,4 Prozent im Minus. Am Mittwoch werden in Deutschland die Außenhandelspreise für September veröffentlicht. Ferner werden aus den USA die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter und die Verkäufe neuer Häuser für September bekannt gegeben.
Die Deutsche Bank konnte mit ihrem Quartalsausweis für das dritte Quartal überzeugen. Die Bank hat in diesem Zeitraum einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust ausgeweisen. Dabei war das Ergebnis im Vorjahr aber durch Sonderbelastungen beeinträchtigt. So lag der Gewinn nach Steuern im dritten Quartal bei 777 Mio. Euro, nach einem Verlust von 1,2 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Ohne Berücksichtigung der Belastung von 2,3 Mrd. Euro im Zusammenhang mit der Konsolidierung der Deutsche Postbank belief sich der Gewinn nach Steuern im dritten Quartal 2010 auf 1,1 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn betrug 942 Mio. Euro (Vorjahr: -1,0 Mrd. Euro). Bereinigt um den Effekt aus der vorgenannten Belastung im Zusammenhang mit der Postbank wäre im Vorjahr ein Ergebnis vor Steuern von 1,3 Mrd. Euro erreicht worden. Der Rückgang der Profitabilität spiegelt die mit der Staatsschuldenkrise im Zusammenhang stehenden äußerst schwierigen Marktbedingungen und den daraus resultierenden Rückgang der Kundenaktivität wider, der vor allem die Geschäftsaktivitäten in CB&S beeinträchtigte. In ihren klassischen Bankbereichen konnte die Bank hingegen den Vorsteuergewinn im Vergleich zum dritten Quartal 2010 durchweg ausbauen. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) belief sich auf 0,74 Euro, nach -1,75 Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern und bezogen auf das durchschnittliche Active Equity lag im dritten Quartal 2011 bei 7,2 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent). Die Aktie rückte am Ende um 0,3 Prozent vor.
Deutsche Lufthansa (Deutsche Lufthansa) flogen mit einem Abschlag von 0,7 Prozent hinterher. Die Airline teilte heute mit, dass sie im bevorstehenden Winterflugplan ihr Flugangebot um die drei neuen Ziele Rio de Janeiro, Aberdeen und London-Gatwick erweitern wird. Die beiden Energieversorger E.ON (EON) und RWE bekommen einem Pressebericht zufolge ihre Zahlungen aus der Brennelementesteuer vorläufig zurück. Wie es in dem Bericht heißt, hat E.ON vorläufig 96 Mio. Euro zurückerhalten. Bei Konkurrent RWE sind es immerhin 74 Mio. Euro. Während E.ON 0,3 Prozent an Wert verloren, ging es für RWE um 1,8 Prozent nach unten. BASF hat derweil am Verbundstandort Ludwigshafen eine neue Anlage für die Herstellung des neuen Wirkstoffs Xemium, zur Kontrolle von Pilzkrankheiten, in Betrieb genommen. Der Anteilsschein verteuerte sich daraufhin um 0,4 Prozent. Tagessieger im Dax wurden Infineon mit einem Zugewinn von 2,8 Prozent, während die rote Laterne mit einem Abschlag von 2,1 Prozent an Merck ging.
PUMA (PUMA SE) liefen im MDAX nach Drittquartalszahlen mit einem Abschlag von 3 Prozent hinterher. Die konsolidierten Umsätze des Sportartikelherstellers erhöhten sich währungsbereinigt um 10,2 Prozent sowie 7,3 Prozent auf Euro-Basis auf 841,6 Mio. Euro. Der Gewinn pro Aktie kletterte von 5,43 auf 5,45 Euro und der verwässerte Gewinn pro Aktie stieg von 5,39 auf 5,45 Euro. Daneben gaben Heidelberger Druck (Heidelberger Druckmaschinen) als schwächster Wert im MDAX um 11,7 Prozent nach. Das Unternehmen hat am Montag die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 (1. Juli bis 30. September 2011) veröffentlicht und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr reduziert. Der vorläufige Umsatz konnte wie erwartet gegenüber dem Vorquartal gesteigert werden und liegt leicht über dem Vorjahresniveau von 633 Mio. Euro. Das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) ohne Sondereinflüsse ist im zweiten Quartal mit rund 5 Mio. Euro leicht positiv ausgefallen und hat sich gegenüber dem Vorjahresquartal (-6 Mio. Euro) deutlich verbessert. Der vorläufige Free Cashflow beträgt -12 Mio. Euro (Vorjahr: +6 Mio. Euro). Für die zweite Geschäftsjahreshälfte geht Heidelberger Druck davon aus, dass sich die konjunkturellen Unsicherheiten bremsend auf das Investitionsverhalten in der Branche auswirken werden. Daher rechnet man damit, dass das Ziel eines ausgeglichenen Vorsteuerergebnisses nicht erreicht werden kann. Die Gewinnerliste im MDAX wurde am Ende von Salzgitter mit einem Aufschlag von 2,9 Prozent angeführt.
Aus dem TecDax meldeten sich ferner Dialog Semiconductor und Kontron mit Zahlen zu Wort. Dialog Semiconductor gaben als Schlusslicht um 5,9 Prozent nach, obwohl der Konzern im dritten Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten konnte. Der Umsatz stieg um 76,9 Prozent auf 140,6 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 17,3 Mio. US-Dollar, nach 13,3 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern eine weitere Fortsetzung des starken Umsatztrends und geht von Umsatzerlösen im Bereich von 150,0 bis 157,0 Mio. US-Dollar aus. Allerdings werde die Bruttomarge im vierten Quartal weiterhin unter Druck stehen, da der Produktmix von Dialog zunehmend die Kundenaufträge mit hohem Volumen und die höheren aktuellen Materialkosten widerspiegelt. Kontron hat indes auch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein zweistelliges Wachstum erzielt. So wuchs der Umsatz um knapp 12 Prozent auf 148,2 Mio. Euro. Der Periodenüberschuss lag bei 7,2 Mio. Euro (Vorjahr 5,6 Mio. Euro). Der Titel des Anbieters von Embedded Computer Systemen verschlechterte sich um 2,1 Prozent.
Im SDAX ging es für TAG Immobilien um 0,3 Prozent nach unten, nachdem der Immobilienkonzern verlautbarte, dass er eine Wohnanlage mit rund 420 Wohnungen erworben hat.
DAX: 6.046,75 (-0,14 Prozent) MDAX: 9.065,46 (-0,90 Prozent) SDAX: 4.542,09 (+0,49 Prozent) TecDAX: 700,88 (-1,25 Prozent) (25.10.2011/ac/n/m)