Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte legten am Mittwoch mehrheitlich wieder zu. Hintergrund war die durch Pressespekulationen ausgelöste Zuversicht auf eine umfassende Lösung der EU-Schuldenkrise. Demnach würden Deutschland und Frankreich eine Versicherung für Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten planen, um mittels dieses Hebels das Volumen des Rettungsschirms EFSF deutlich auszuweiten. Am Wochenende treffen sich die europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel zu Beratungen. Der DAX gewann 0,61 Prozent auf 5.913,53 Punkte, während der MDAX 0,44 Prozent auf 8.934,17 Stellen fiel. Für den SDAX ging es derweil um 0,58 Prozent auf 4.483,82 Zähler nach oben. Der TecDAX verbesserte sich um 1,69 Prozent auf 689,02 Punkte. Der Bund-Future verlor zuletzt 0,41 Prozent auf 135,03 Punkte, während sich der Euro um 0,38 Prozent auf 1,3785 US-Dollar verteuerte.
Die Deutsche Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge angesichts der negativen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft ihre Wachstumsprognose für 2012 nach unten revidieren. Wie es dem Bericht zufolge heißt, dürfte die amtliche Schätzung für das Wirtschaftswachstum in Deutschland bei 1,0 oder 1,1 Prozent liegen, wenn sie am Donnerstag verkündet wird. Bislang hatte das Wirtschaftsministerium mit einem Plus von 1,8 Prozent gerechnet. Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute hatten in der vergangenen Woche für 2012 lediglich ein Plus von 0,8 Prozent vorausgesagt.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine uneinheitliche Tendenz ab. Konjunkturseitig werden morgen in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Verkäufe bestehender Häuser und die Frühindikatoren für September sowie der Philadelphia Fed Index für Oktober erwartet.
Wie schon gestern bekannt gegeben wurde, hat der Düngemittelhersteller K+S den Verkauf seiner Sparte COMPO erfolgreich abgeschlossen. Demnach wurde die Veräußerung der COMPO an den europäischen Private-Equity-Investor Triton am 18. Oktober 2011 abgeschlossen. Die Aktie rückte um 0,4 Prozent vor. Ebenfalls bereits gestern teilte BASF mit, dass seine Tochter Wintershall die Ölförderung aus der libyschen Wüste in den Konzessionen 96 und 97 wieder gestartet hat. Angesichts der politischen Lage hatte das Unternehmen im Februar 2011 aus Sicherheitsgründen frühzeitig die Förderung aus den acht Onshore-Ölfeldern rund 1.000 Kilometer südöstlich von Tripolis heruntergefahren und sicher eingeschlossen. Der Titel verbilligte sich als schwächster Wert im Dax um 1,5 Prozent. Im DAX standen heute Banktitel hoch im Kurs. So legten Deutsche Bank auf Platz drei der Gewinnerliste im DAX um 4,2 Prozent zu, während es für die Commerzbank an der Indexspitze um 4,7 Prozent nach oben ging.
Aus dem MDAX gab es heute eine Nachricht von Salzgitter . Der Stahl- und Technologiekonzern hat einen Vertrag zur Übernahme der Stahl-Metall-Service Gesellschaft für Bandverarbeitung mbH (Stahl-Metall-Service) unterzeichnet. Das Unternehmen, das derzeit etwa 110 Mitarbeiter beschäftigt, betreibt seit 2008 einen hochmodernen Produktionsstandort im Karlsruher Rheinhafen und erzielte im Jahr 2010 bei einem Absatz von über 200.000 Tonnen einen Umsatz von 135 Mio. Euro. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Papiere gaben um 1,5 Prozent nach. Tagessieger im MDAX wurden die Anteilsscheine der Aareal Bank mit einem Zugewinn von 5 Prozent, während sich die Anleger gleichzeitig bevorzugt von den Aktien von EADS trennten, die am Indexende um 3,9 Prozent nachgaben.
Im TecDax belegte die Software AG am Ende mit einem Aufschlag von 12 Prozent Platz eins der Gewinnerliste, nachdem der Konzern bereits gestern Abend die Ergebnisse zum dritten Quartal 2011 veröffentlichte. Der Gesamtumsatz im Konzern erreichte einen Wert von 275 Mio. Euro und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Währungsbereinigt hatte das Wachstum rund 2 Prozent betragen. Das operative Ergebnis (EBIT) lag zwischen 71 Mio. und 73 Mio. Euro, nach 69,1 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die detaillierten Ergebniszahlen wird das Unternehmen am 27. Oktober 2011 veröffentlichen. SINGULUS (Singulus Technologies) verteuerten sich als zweibester Wert im TecDAX um 10,3 Prozent. Der Technologiekonzern konnte nach vorläufigen Zahlen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres dank steigender Umsätze ein positives EBIT erzielen. So wurden rund 121,8 Mio. Euro umgesetzt. Damit liegt der Umsatz bereits über dem Jahresumsatz von 2010 mit 120,1 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug etwa 6,3 Mio. Euro nach -13,1 Mio. Euro (vor Sonderaufwendungen) in den ersten neun Monaten 2010. Das EBITDA liegt bei rund 14,7 Mio. Euro. Der Vorstand bestätigte die am 26. Mai dieses Jahres veröffentlichte Umsatzprognose für 2011 von über 160,0 Mio. Euro mit einem positiven Jahresergebnis.
Daneben haben SÜSS MicroTec (Suess Microtec) und TMAT, ein auf Prozesstechnologie und Materialien für temporäres Bonden spezialisierter Technologie-Anbieter, von einem international führenden IDM (Integrated Device Manufacturer) eine Bestellung für die neueste Generation des Produktions-Bondclusters von SÜSS MicroTec zum Einsatz in der Massenfertigung erhalten. Für den Titel ging es daraufhin um 9 Prozent nach oben. Nordex legten um 3,1 Prozent zu, nachdem der Windenergieanlagenspezialist mehrere Aufträge aus Pakistan erhalten hat. Die Aufträge stehen aber noch unter dem Vorbehalt erforderlicher finanzieller Abschlüsse. Die rote Laterne ging im TecDAX heute an JENOPTIK mit einem Abschlag von 3,6 Prozent.
Im SDAX schossen SAF-HOLLAND (SAF-Holland SA) als Tagessieger um 14 Prozent nach oben. Der Zulieferer für die weltweite Truck- und Trailer-Industrie konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres nach vorläufigen Berechnungen einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis vorweisen. So lag der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit rund 627 Mio. Euro um 36,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei hätten den Angaben zufolge gute Umsätze im September die saisonbedingten ruhigeren Sommermonate Juli und August ausgleichen können, so dass das dritte Quartal einen stabilen Verlauf im Vergleich zu den ersten zwei Quartalen des laufenden Geschäftjahres verzeichnete. Das vorläufige bereinigte EBIT betrug in den ersten neun Monaten 44,9 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 26,0 Mio. Euro). Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich auf 7,2 Prozent (Vorjahreswert: 5,7 Prozent). Angesichts dieser Entwicklung bestätigt SAF-HOLLAND seine Erwartung, für das Geschäftsjahr 2011 ein Umsatzplus von bis zu 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu erreichen. Das Ergebnis werde sich ebenfalls deutlich verbessern.
DAX: 5.913,53 (+0,61 Prozent) MDAX: 8.934,17 (-0,44 Prozent) SDAX: 4.483,82 (+0,58 Prozent) TecDAX: 689,02 (+1,69 Prozent) (19.10.2011/ac/n/m)