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20.10.2011 18:08

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Börse Frankfurt Schluss: Indizes schließen mit deutlichen Abschlägen

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem Pressebericht, wonach die Bundesregierung eine Verschiebung des am Wochenende anstehenden EU-Gipfels nicht ausschließt, gingen die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Donnerstag mit Abschlägen aus dem Handel. Der DAX verlor 2,49 Prozent auf 5.766,48 Punkte, während der MDAX 2,56 Prozent auf 8.705,59 Stellen fiel. Für den SDAX ging es derweil um 1,78 Prozent auf 4.403,98 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechterte sich um 1,33 Prozent auf 679,85 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,41 Prozent auf 135,65 Punkte, während sich der Euro um 0,50 Prozent auf 1,3697 US-Dollar verbilligte.

Die Bundesregierung schließt angesichts der stockenden Verhandlungen um den Einsatz eines so genannten Hebels beim Euro-Rettungschirm eine Verschiebung des für das Wochenende geplanten Spitzentreffens in Brüssel nicht mehr aus. Einem Pressebericht zufolge, der sich auf Koalitions- und Regierungsquellen beruft, werde in Brüssel derzeit über eine endgültige Ausgestaltung des erweiterten Rettungsschirmes EFSF verhandelt. Gemäß den Angaben liegen den Abgeordneten des deutschen Bundestages derzeit Richtlinien zur EFSF vor, in der die Hebelwirkung nicht explizit erläutert wird. Der Haushaltsausschuss müsste einem solchen Mechanismus zustimmen. Die Oppositionsfraktionen und auch Abgeordnete aus den Koalitionsfraktionen drängen dem Bericht zufolge darauf, den gesamten Bundestag vor dem Gipfel noch einmal mit der EFSF zu befassen.

Indes erwartet die Bundesregierung in ihrer Herbstprojektion einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,9 Prozent im laufenden Jahr 2011 und von 1 Prozent im nächsten Jahr 2012. Laut der Herbstprojektion wird die Binnennachfrage immer stärker zum Tragpfeiler des Wirtschaftswachstums in Deutschland. In diesem und im nächsten Jahr wird das gesamtwirtschaftliche Wachstum fast gänzlich von ihr getragen. Auch bei der Arbeitslosigkeit gibt es positive Signale. Die Bundesregierung rechnet mit einer Arbeitslosenquote von 7 Prozent in diesem Jahr und 6,7 Prozent im nächsten Jahr. Die schwächere Wirtschaftsentwicklung macht sich indes zu allererst bei den Exporten bemerkbar. Insgesamt rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr noch mit einem Anstieg der Exporte um 7,5 Prozent, im nächsten Jahr werden sie aber voraussichtlich nur noch um 3,5 Prozent ansteigen.

Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind im September 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit unverändert hohem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,5 Prozent. Im August 2011 hatte die Jahresveränderungsrate ebenfalls bei 5,5 Prozent und im September 2010 bei 3,9 Prozent gestanden. Die Preissteigerungen für Energie waren im Berichtsmonat für gut zwei Drittel der gesamten Jahresveränderungsrate verantwortlich. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 3,1 Prozent höher als im September 2010. Gegenüber August 2011 stiegen sie leicht um 0,1 Prozent. Binnen Monatsfrist kletterte der Preisindex um 0,3 Prozent. Davor waren die Erzeugerpreise im August 2011 um 0,3 Prozent gefallen und im September 2010 um 0,3 Prozent gestiegen.

Die Wall Street zeichnet sich heute eine negative Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes derzeit mit bis zu 1,1 Prozent im Minus. Besonders wichtige Konjunkturdaten stehen morgen nicht zur Veröffentlichung an. Allerdings geht die Berichtssaison in ihre nächste Runde.

Im Fokus der Investoren standen im Dax heute die Aktien der Deutschen Börse AG (Deutsche Boerse). Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, konnte der Börsenbetreiber nach vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2011 Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Die Umsatzerlöse verbesserten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 20 Prozent auf etwa 605 Mio. Euro. Zusätzlich zu den Umsatzerlösen flossen der Gruppe Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft in Höhe von rund 20 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 15,8 Mio. Euro) und sonstige betriebliche Erträge in Höhe von ebenfalls rund 20 Mio. Euro zu (Vorjahreszeitraum: 11,7 Mio. Euro). Das EBIT lag bei rund 330 Mio. Euro, nach 244,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss und Kosten für Effizienzprogramme belief sich das EBIT auf 355 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum bereinigt: 257,4 Mio. Euro). Das Konzern-Periodenüberschuss für das dritte Quartal 2011 erhöhte sich um rund 95 Prozent auf ungefähr 315 Mio. Euro. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss, Kosten für Effizienzprogramme und den Ertrag im Zusammenhang mit der Vereinbarung mit SIX Group, belief sich der Konzern-Periodenüberschuss auf rund 245 Mio. Euro, ein Anstieg von ungefähr 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Papier fiel um 0,9 Prozent.

Die zur MAN gehörende MAN Truck & Bus hat derweil vom russischen Bushersteller LIAZ (Likinski Awtobusny Zawod), einem Tochterunternehmen des größten russischen Automobilkonzerns GAZ Group, einen Auftrag über die Lieferung von 2.188 Busmotoren erhalten. Der Auftragswert liegt im höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Aktie fuhr mit einem Abschlag von 4,7 Prozent hinterher. Siemens hat unterdessen einen Auftrag aus den USA erhalten. So wurde die Sparte Siemens VAI Metals Technologies von der Southwire Company (Carrollton, Georgia) damit beauftragt, Ausrüstungen für ein Aluminium-Drahtwalzwerk zu liefern. Endkunde ist die chinesische Beauty Sun Holdings Ltd., die Teil der Heaven and Earth Dragon Group ist. Die neue Anlage wird in Yixing in der Provinz Jiangsu errichtet und soll im ersten Quartal 2012 in Betrieb gehen. Für den Titel ging es um 2 Prozent nach unten. Tagessieger im DAX wurden die Aktien von METRO mit einem Zugewinn von 1 Prozent, während die rote Laterne mit einem Wertverlust von 5,8 Prozent an E.ON ging.

Für die Titel des Baukonzerns HOCHTIEF ging es heute um 3,6 Prozent nach unten. Die zum Unternehmen gehörende australische Tochter Leighton Holdings hat einen weiteren Auftrag an Land gezogen. So wird die HOCHTIEF-Tochter für umgerechnet 890,3 Mio. Euro den Kopfbahnhof für den "Guangzhou-Shenzhen-Hong Kong Express Rail Link" bauen. Die in weiten Teilen unterirdisch geführte Schnellbahnverbindung soll ab 2015 das internationale Gateway von Hongkong nach China werden. Die Arbeiten, die noch in diesem Monat beginnen, werden gemeinsam mit einem Partner erbracht. Der Anteil der HOCHTIEF-Tochter beträgt den Angaben zufolge 50 Prozent. Derweil verschlechterten KUKA um 2,8 Prozent. Der Maschinenbaukonzern hat einen Großauftrag von Ford Europa zur Automatisierung einer Produktionsanlage von Karosserien für den Nachfolger des Ford KUGA im spanischen Valencia erhalten. Den Angaben zufolge umfasst das Auftragsvolumen einen kleineren zweistelligen Millionen Euro Betrag und wurde im dritten und vierten Quartal 2011 gebucht. Im MDAX rückten an der Indexspitze PUMA um 0,6 Prozent vor. Gleichzeitig standen die Titel von EADS am Indexende mit einem Wertverlust von 5,9 Prozent deutlich unter Druck.

Im TecDax befanden sich die Papiere des Netzwerkspezialisten ADVA nach Zahlen zum dritten Quartal 2011 an der Indexspitze mit einem Zugewinn von 9,3 Prozent im Höhenflug. Der Umsatz lag mit 79,3 Mio. Euro leicht über der Prognosebandbreite von 73 Mio. bis 78 Mio. Euro. Das IFRS Pro-Forma-Betriebsergebnis hat mit 5,5 Mio. Euro oder 6,9 Prozent vom Umsatz ebenfalls die Prognosebandbreite übertroffen, die bei 2 bis 5 Prozent vom Umsatz lag. Nach IFRS nahm das Betriebsergebnis auf 4,4 Mio. Euro zu, nach 3,3 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Ferner entstand ein IFRS-Quartalsgewinn in Höhe von 9,7 Mio. Euro, nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Für das Schlussquartal 2011 prognostiziert das Unternehmen Umsatzerlöse zwischen 79 Mio. und 84 Mio. Euro und ein Pro-Forma-Betriebsergebnis zwischen 6 und 9 Prozent vom Umsatz.

Evotec (Evotec) teilte ferner mit, dass sie und die Apeiron Biologics AG ein Forschungsprojekt mit Fokus auf die Beeinflussung des Cbl-b Enzymes, ein exzellentes Target für Anti-Tumor Immuntherapie, begonnen haben. Die Aktie des Biotechnologiekonzerns verbilligte sich um 1,9 Prozent. PSI übernimmt unterdessen im Rahmen eines Asset Deals Teile der Axxom Software AG und verstärkt sich damit im Bereich Logistik. Der Titel verschlechterte sich daraufhin um 2,2 Prozent. Des Weiteren hat die amerikanische Tochter des Solartechnikkonzerns SolarWorld , SolarWorld Industries America Inc. bereits gestern, unterstützt von weiteren amerikanischen Herstellern von Solarstromtechnologie bei der Regierung in Washington D.C. eine Klage gegen die wachsende Flut von Billig-Importen aus China eingereicht. Der Anteilsschein stieg um 0,2 Prozent. Am Indexende gaben SINGULUS um 6,7 Prozent nach.

Schließlich gab es aus dem SDAX interessante Quartalsausweise. Amadeus FiRe (Amadeus Fire) verbilligten sich um 0,2 Prozent. Der Personaldienstleister hat in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres Umsatz und Ergebnis gesteigert. So lag der Umsatz mit 97,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 85,5 Mio. Euro. Unter dem Strich wies man einen Nettogewinn nach Anteilen Dritter in Höhe von 10,9 Mio. Euro aus, nach 8,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. zooplus gaben daneben um 2,8 Prozent nach. Der Internethändler für Heimtierbedarf steigerte nach vorläufigen Berechnungen in den ersten drei Quartalen seinen Umsatz. So lag die Gesamtleistung in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit rund 185,0 Mio. Euro um rund 37 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Umsatzerlöse durch den Online-Verkauf von Heimtierprodukten erreichten in den ersten drei Quartalen 176,4 Mio. Euro, was einem Plus von rund 43 Prozent entspricht. TAG Immobilien gingen auf Vortagesniveau aus dem Handel. Der Immobilienkonzern hat sich von einem Grundstück in München getrennt. Der Gesamtkaufpreis liegt bei insgesamt rund 31 Mio. Euro und wird auf Basis der IFRS-Buchwerte zu einem nicht unbeträchtlichen Gewinn führen, der mit über 7 Mio. Euro zum Jahresergebnis 2011 beitragen wird.

DAX: 5.766,48 (-2,49 Prozent) MDAX: 8.705,59 (-2,56 Prozent) SDAX: 4.403,98 (-1,78 Prozent) TecDAX: 679,85 (-1,33 Prozent) (20.10.2011/ac/n/m)

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