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14.09.2011 17:57

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Börse Frankfurt Schluss: Indizes schließen mit deutlichen Zugewinnen

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes sind am Mittwoch erneut mit Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Für Aufschwung sorgten Spekulationen, wonach China europäische Staatsanleihen kaufen und damit die Schuldenkrise etwas entschärfen könnte. Allerdings zeigten sich die Investoren insgesamt weiterhin sehr nervös. Der DAX gewann 3,36 Prozent auf 5.340,19 Punkte, während der MDAX 3,05 Prozent auf 8.659,52 Stellen stieg. Für den SDAX ging es derweil um 2,27 Prozent auf 4.252,38 Zähler nach oben. Der TecDAX verbesserte sich um 2,36 Prozent auf 703,80 Punkte. Der Bund-Future verlor zuletzt 0,70 Prozent auf 136,76 Punkte, während sich der Euro um 0,20 Prozent auf 1,3706 US-Dollar verteuerte.

Die deutsche Konjunktur hat sich im ersten Halbjahr 2011 nach Angaben des Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) merklich verlangsamt. Deshalb prognostiziert das RWI nur noch einen Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,9 Prozent für 2011, nachdem es im Juni noch von 3,7 Prozent ausgegangen war. Verschlechtert hat sich insbesondere das internationale Umfeld, was sich in nur geringen Zuwächsen im zweiten Halbjahr 2011 und für 2012 niederschlagen dürfte. Für das nächste Jahr 2012 erwartet das RWI eine BIP-Zunahme um 1,0 Prozent, nachdem es im Juni 1,7 Prozent prognostiziert hatte. Zudem geht das Institut von einer geringfügig sinkenden Arbeitslosenquote und weiter zurückgehender Staatsverschuldung aus.

An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes derzeit mit bis zu 0,6 Prozent im Plus. Am Donnerstag werden in Deutschland Angaben zu den Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe für Juli erwartet. In den USA stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Verbraucherpreise und die Industrieproduktionsdaten für August sowie der NY Empire State Index und der Philadelphia Fed Index für September zur Veröffentlichung an.

Siemens legten um 3,1 Prozent zu, nachdem der Technologiekonzern verlautbarte, dass er und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) im Zusammenhang mit der Realisierung des Nordeuropäischen Radioonkologischen Centrums Kiel (NRoCK) eine Absichtserklärung zur Auflösung der bisherigen Verträge unterzeichnet haben. Dabei sieht die Erklärung, die unter der Moderation von Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Jost de Jager zustande gekommen war, vor, dass das UKSH eines der modernsten und leistungsfähigsten Zentren in Deutschland zur Behandlung von Krebspatienten mit konventioneller Strahlentherapie zu Vorzugskonditionen erhält. Die Arbeiten zur Errichtung einer Partikeltherapieanlage von Siemens auf Basis von Protonen und Kohlenstoffionen sollen nicht fortgesetzt werden. Ferner hat sich Siemens dazu entschlossen, den Börsengang der Lichttochter Osram zu verschieben. Begründet wurde diese Entscheidung vor allem mit dem zuletzt deutlich eingetrübten Umfeld an den internationalen Kapitalmärkten. Ursprünglich war der Börsengang für Herbst dieses Jahres vorgesehen. Nun wird man den Börsengang von Osram zu einem späteren Zeitpunkt durchführen. Nach der Ratingabstufung französischer Banken durch Moody's standen heute auch in Deutschland Banktitel im Blick. Dabei verbesserten sich Deutsche Bank um 1,6 Prozent, während Commerzbank 1,5 Prozent hinzugewannen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren fanden sich mit einem Zugewinn von 7 Prozent die Aktien der Deutschen Börse AG wieder, während die rote Laterne mit einem Wertverlust von 0,6 Prozent an Merck ging.

GERRY WEBER (GERRY WEBER International) konnte in den ersten neun Monaten 2010/2011 neue Höchstwerte bei Umsatz und Ertrag erreichen und hat die Umsatz- und Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt. So erhöhte sich der Konzernumsatz von 432,3 Mio. auf 486,8 Mio. Euro. Das DVFA-Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,78 Euro, nach 0,69 Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen von einem Anstieg des Konzernumsatzes von mehr als 10 Prozent auf etwa 700 Mio. Euro aus. Die EBIT-Marge wird auf über 14 Prozent steigen. Auch in den kommenden zwei bis drei Jahren soll der Umsatz jeweils zweistellig wachsen. Die EBIT-Marge dürfte sich dann auf 15 Prozent verbessern. Der Titel gewann 2,8 Prozent an Wert. Eine personelle Veränderung wurde indes vom Baukonzern HOCHTIEF gemeldet. So hat der Aufsichtsrat des Konzerns Peter Sassenfeld (45) zum neuen Vorstandsmitglied und Chief Financial Officer (CFO) des Konzerns bestellt. Er tritt die Nachfolge von Dr. Burkhard Lohr (48) an, der das Unternehmen wie angekündigt zum 18. Oktober 2011 verlässt. Das Papier verteuerte sich um 2,9 Prozent. Im MDAX konnten GEA Group heute auf Platz eins der Gewinnerliste um 8,2 Prozent zulegten, während am Indexende Axel Springer 2,7 Prozent an Wert einbüßten.

Mit einer positiven Nachricht wartete MorphoSys auf. Der Biotechnologiekonzern gab den Start einer klinischen Phase-1-Studie mit dem HuCAL-basierten Antikörperwirkstoffkonjugat BAY 94-9343 durch seinen Partner Bayer HealthCare Pharmaceuticals, eine Sparte des Pharmakonzerns Bayer , bekannt. Den Angaben zufolge wird das Antikörperwirkstoffkonjugat im Bereich Onkologie eingesetzt. Dieser Schritt repräsentiert den zweiten klinischen Meilenstein innerhalb der Allianz zwischen MorphoSys und Bayer HealthCare. Während MorphoSys um 1,9 Prozent zulegten, ging es im Dax für Bayer um 1 Prozent nach oben. Tagessieger im TecDax wurden Phoenix Solar mit einem Aufschlag von 7,4 Prozent, während auf dem letzten Platz Software AG 1,6 Prozent an Wert verloren.

Im SDAX notierten die Aktien der Deutschen Beteiligungs AG (DBAG) (Deutsche Beteiligungs) am Ende mit einem Abschlag von 4,3 Prozent am Indexende im Minus. Infolge von Belastungen aus der Kapitalmarktentwicklung hat die Private Equity-Gesellschaft das dritte Quartal 2010/2011 (zum 31. Juli 2011) mit einem Quartalsverlust abgeschlossen. Das Konzernergebnis lag bei -8,0 Mio. Euro. Das Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft beträgt insgesamt -6,7 Mio. Euro, -4,2 Mio. Euro, davon entfallen auf Homag (Homag Group). Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2010/2011 berichtete die DBAG ein Konzernergebnis von 9,7 Mio. Euro (Vorjahr: 21,8 Mio. Euro, davon 4,0 Mio. Euro im dritten Quartal). Das Eigenkapital je Aktie betrug 19,31 Euro per Stichtag 31. Juli 2011. Dies sind 0,72 Euro weniger als zu Beginn des Geschäftsjahres. Daneben legten KUKA um 5,4 Prozent zu, nachdem der Konzern weitere Aufträge an Land ziehen konnte.

DAX: 5.340,19 (+3,36 Prozent) MDAX: 8.659,52 (+3,05 Prozent) SDAX: 4.252,38 (+2,27 Prozent) TecDAX: 703,80 (+2,36 Prozent) (14.09.2011/ac/n/m)

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