Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes konnten sich am Mittwoch von ihren deutlichen Vortagesverlusten erholen und legten klar zu. Dabei stützte auch der positive Zahlenausweis der US-Bank JPMorgan Chase. Der DAX gewann 1,06 Prozent auf 7.177,97 Punkte. Der MDAX (ISIN E0008467416/ WKN 846741) stieg um 0,38 Prozent auf 10.348,31 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,82 Prozent nach oben auf 5.201,69 Zähler. Der TecDAX verbesserte sich um 1,28 Prozent auf 921,17 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,05 Prozent auf 120,52 Zähler, während der Euro 0,05 Prozent auf 1,4475 US-Dollar abgab.
Die deutschen Großhandelsverkaufspreise sind im März 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit erhöhtem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterten die Preise um 10,9 Prozent, nach Zuwächsen von 10,8 Prozent im Februar 2011 und 4,3 Prozent im März 2010. Dies war die höchste Veränderung gegenüber dem Vorjahr seit Oktober 1981. Daneben zogen die Großhandelspreise binnen Monatsfrist um 1,3 Prozent an, während sie im Februar 2011 um 1,4 Prozent und im März 2010 um 1,3 Prozent gestiegen waren.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Tendenz ab. Die wichtigsten US-Indizes liegen derzeit mit bis zu 0,5 Prozent im Plus. Am Donnerstag wird in der EU der EZB Monatsbericht für April erwartet. In den USA stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Erzeugerpreisindex für März zur Veröffentlichung an.
Im Dax machten heute insbesondere die Automobilhersteller Daimler und Volkswagen auf sich aufmerksam. Daimler will einem Medienbericht zufolge seine Verkaufszahlen in China gegenüber 2010 bis 2015 auf etwa 300.000 Modelle verdoppeln. Ferner setzt der Autobauer in diesem Jahr seinen Erfolgskurs fort. In den ersten drei Monaten 2011 stieg der Absatz von Mercedes-Benz Cars um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Summe rechnet der Konzern für das Gesamtjahr 2011 aus heutiger Sicht allein bei der Marke Mercedes-Benz mit einem Absatz von über 1,2 Millionen Fahrzeugen. Einschließlich smart sollen es über 1,3 Millionen werden. Konzernchef Zetsche bestätigte die Prognosen für das Jahr 2011. So rechnet der Konzern für das Gesamtjahr 2011 mit einem Konzernumsatz über dem des Vorjahrs. Das EBIT aus dem laufenden Geschäft sollte aus heutiger Sicht deutlich über dem Ergebnis von 7,2 Mrd. Euro des Jahres 2010 liegen. In den folgenden Jahren will Daimler die Ertragskraft weiter stärken und auf hohem Niveau stabilisieren. Des Weiteren will die zu Daimler gehörende Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corp. (MFTBC) die Produktion in ihrem Hauptwerk im japanischen Kawasaki am 20. April wieder aufnehmen. Der Titel rückte um 1,3 Prozent vor. Indes konnte der Konkurrent Volkswagen (Volkswagen vz) im März einen deutlichen Absatzanstieg bei der Kernmarke VW ausweisen. So setzte Volkswagen Pkw 468.000 Modelle ab, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von 4,9 Prozent entspricht. Im ersten Quartal 2011 wurden insgesamt 1,23 Millionen Fahrzeuge der Marke VW abgesetzt. Dies waren 10,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ferner prüft Volkswagen einem Pressebericht zufolge eine teilweise oder vollständige Übernahme des japanischen Nutzfahrzeugherstellers Isuzu Motors . Der Anteilsschein verbesserte sich um 2,7 Prozent. Henkel (Henkel vz) verzeichnete einen Aufschlag von 0,7 Prozent. Der Konsumgüterkonzern will die Europäische Kommission bei der Aufklärung von Kartellverstößen unterstützen.
Deutsche Telekom legten indes um 0,6 Prozent zu. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat die Deutsche Telekom in Zusammenhang mit zwei Klagen der zu telegate gehörenden Tochtergesellschaften datagate GmbH (Aktenzeichen VI U 1/11) und telegate MEDIA AG (Aktenzeichen VI U 6/11) zu einer Rückzahlung im zweistelligen Millionenbereich verurteilt. So muss die Deutsche Telekom demzufolge die missbräuchlich überhöhten Kosten für die Überlassung von Teilnehmerdaten in den Jahren 2000 bis 2004 in Höhe von 33,63 Mio. Euro zurück bezahlen. Zu der Rückerstattung von Datenkosten kommen noch Prozesszinsen in Höhe von rund 11,5 Mio. Euro. Die Revision gegen die Urteile wurde nicht zugelassen. Wie es weiter heißt, seien die Urteile noch nicht rechtskräftig, die Urteilsbegründung des OLG Düsseldorf liege noch nicht vor. Ferner spielt ThyssenKrupp einem Medienbericht zufolge offenbar Verkäufe einzelner Konzerngesellschaften durch, um Konzernverbindlichkeiten zu tilgen. Offiziell will der neue Vorstandschef Heinrich Hiesinger seine Strategie Mitte Mai vorstellen. Angesichts einer Nettoverschuldung von zuletzt 5,8 Mrd. Euro und einem Rating auf Ramschniveau ist sein Handlungsspielraum kurzfristig allerdings begrenzt. Hinzu kommen Probleme beim Hochfahren der neuen Stahlwerke in Amerika, die in diesem Geschäftsjahr nach Konzernangaben noch einmal Anlaufkosten in höherer dreistelliger Millionenhöhe verursachen. Die Aktie verbesserte sich um 1,4 Prozent. Am Ende verbilligten sich Commerzbank um 5 Prozent, während vorne HeidelbergCement um 4 Prozent vorrückten.
Bilfinger Berger (Bilfinger Berger) verteuerten sich um 1 Prozent. Der Baukonzern hat er den Auftrag erhalten, gemeinsam mit dem dänischen Partner Per Aarsleff die Fundamente für 80 Offshoreanlagen des neuen Windparks DanTysk in der Nordsee zu bauen. Auftraggeber sind der Energiekonzern Vattenfall und die Stadtwerke München. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag. DanTysk wird nach seiner Fertigstellung über eine Kapazität von 288 MW verfügen. Tagessieger im MDAX waren die Papiere von Sky Deutschland, die um 2,4 Prozent nach oben kletterten. Den letzten Platz belegten ProSiebenSat.1 Media mit einem Verlust von 5 Prozent.
Nordex (Nordex) hat eine Anleihe begeben. Die bis 2016 laufende Schuldverschreibung wird mit einem Zinssatz von 6,375 Prozent angeboten. Das Volumen beläuft sich auf 150 Mio. EUR. Die Aktie rückte um 0,4 Prozent vor. Indes hat Phoenix Solar einen Vertrag über die schlüsselfertige Errichtung eines Solarparks mit einer Spitzenleistung von zwölf Megawatt in Frankreich unterzeichnet. Für die Umsetzung wurde der Konzern von einem Joint Venture aus dem geschlossenen Fonds InfraClass Energie 5 der KGAL und der französischen CRYO SARL beauftragt. Dabei handelt es sich um das dato größte Solarkraftwerk von Phoenix Solar außerhalb Deutschlands. Der Titel verschlechterte sich um 0,1 Prozent. Im TecDax nahmen SÜSS MicroTec mit einem Aufschlag von 6,9 Prozent den Spitzenplatz ein, während als schwächster Wert Carl Zeiss MediTec 2,5 Prozent verloren.
Zahlen gab es heute aus dem SDAX. VTG musste für das Geschäftsjahr 2010 einen leichten Gewinnrückgang ausweisen. Während der Umsatz des Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmens um 8,2 Prozent auf 629,4 Mio. Euro wuchs, verschlechterte sich das Konzernergebnis aufgrund höherer Abschreibungen leicht um 1,9 Mio. Euro auf 20,6 Mio. Euro. Der Titel verteuerte sich um 2,9 Prozent. Ferner verbilligten sich DIC Asset um 0,3 Prozent, nachdem der Immobilienkonzern im Grundsatz die Emission einer fünfjährigen Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro beschlossen hat. Vorne legten Wacker Neuson um 5 Prozent zu, während am Ende Sixt um 1,1 Prozent nachgaben.
DAX: 7.177,97 (+1,06 Prozent) MDAX: 10.348,31 (+0,38 Prozent) SDAX: 5.201,69 (+0,82 Prozent) TecDAX: 921,17 (+1,28 Prozent) (13.04.2011/ac/n/m)