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30.11.2011 18:22

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Börse Frankfurt Schluss: Kräftige Aufschläge, Deutsche Bank auf Erholungskurs

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem schwachen Start nahmen die deutschen Standardwerte heute deutlich an Fahrt auf. Nachdem zunächst negative Kommentare der Ratingagentur S&P im Bankensektor für schwächere Notierungen sorgte, überraschten die sechs weltweit bedeutendsten Notenbanken mit ihrer Entscheidung, in einer abgestimmten Aktion am Geldmarkt zu intervenieren, um die Finanzmärkte mit mehr Liquidität auszustatten. Der DAX gewann zuletzt 4,98 Prozent auf 6.088,84 Punkte. Der MDAX legte um 4,70 Prozent zu auf 9.017,05 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 2,42 Prozent nach oben auf 4.421,77 Zähler, während der TecDAX um 2,93 Prozent auf 704,84 Punkte zulegte. Der Bund Future legte zuletzt 0,35 Prozent zu auf 133,86 Zähler, während der Euro 0,94 Prozent auf 1,3448 Dollar steigt.

An der Wall Street bewegen sich die wichtigsten US-Indizes zur Stunde mit bis zu 3,54 Prozent im Plus. Am morgigen Donnerstag werden unter anderem die Zahlen zum deutschen Einkaufsmanagerindex für November, zum deutschen Außenhandel nach Ländern sowie zu den deutschen Luftfrachtraten für das dritte Quartal veröffentlicht. In den USA stehen der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes, die Bauausgaben und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda.

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hielt im Oktober 2011 weiter an, so hat sich die Erwerbstätigkeit in Deutschland erneut erhöht. Dies gab das Statistische Bundesamt bekannt. Nach vorläufigen Berechnungen erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland mit rund 41,5 Millionen Personen einen neuen Höchststand. Das waren 428.000 Personen bzw. 1,0 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im September hatte die Zahl der Erwerbstätigen um 1,1 Prozent über dem Vorjahresergebnis gelegen. Im Vergleich mit dem Vormonat kletterte die Zahl der Erwerbstätigen um 156.000 Personen bzw. 0,4 Prozent. Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlichen Schwankungen, errechnet sich ein Zuwachs von 7.000 Personen. Getragen wurde die positive Entwicklung der Erwerbstätigenzahl weiterhin vom Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungen.

Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im Oktober 2011 über dem Vormonatsniveau. Dies gab das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen bekannt. Die Einzelhändler verkauften unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,0 Prozent mehr als im Vormonat, nach Zuwächsen von 0,6 Prozent im September 2011 und 0,2 Prozent im Oktober 2010. Real, d.h. zu konstanten Preisen, zog der Absatz um 0,7 Prozent an, während er im Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen und im Vorjahresmonat unverändert geblieben war. Auf Jahressicht zog der Einzelhandelsumsatz nominal um 1,6 Prozent an und sank real um 0,4 Prozent. Im September 2011 war der Umsatz um 2,5 bzw. 0,6 Prozent geklettert und im Oktober 2010 um 1,0 Prozent gestiegen bzw. 0,2 Prozent gefallen.

Die günstige Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich im November 2011 im Zuge der auslaufenden Herbstbelebung fortgesetzt. "Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert von der bisher guten wirtschaftlichen Entwicklung. Im November ist keine Eintrübung zu erkennen. Die Arbeitslosigkeit geht zurück, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachsen weiter, und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gestiegen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA) Frank-J. Weise, am Mittwoch. So fiel die Zahl der Arbeitslosen um 24.000 auf 2.713.000. Dieser Rückgang fiel stärker aus als in den Vorjahren. Auch saisonbereinigt errechnet sich ein Minus (20.000). Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 214.000 ab.

Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau ist derweil im Oktober 2011 leicht angewachsen. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) verkündete, kletterte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat um real 1 Prozent. Hierbei wuchs das Inlandsgeschäft um 5 Prozent, wogegen das Auslandsgeschäft um 1 Prozent nachgab. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich August bis Oktober 2011 ergibt sich insgesamt ein Anstieg von 5 Prozent im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 8 Prozent und bei den Auslandsaufträgen ein Zuwachs von 3 Prozent.

Im Fokus standen heute vor allem Bankenwerte. Unter anderem präsentierte sich die Deutsche Bank lagen nach anfänglichen Verlusten zuletzt mit 6,2 Prozent im Plus. Am Dienstagabend hatte S&P im Rahmen einer Branchenstudie zum Bankensektor die Bonitätsnoten zahlreicher US-Kreditinstitute und europäischer Großbanken herabgestuft. Bei der Deutschen Bank wurde das Rating "A+" zwar bestätigt, der Ausblick wurde jedoch von "stabil" auf "negativ" gesenkt, womit dem führenden deutschen Kreditinstitut möglicherweise bald eine Abstufung drohen könnte.

Bei der Commerzbank wurde sowohl die Bonitätsnote "A" als auch der negative Ausblick von S&P bestätigt. Einem Medienbericht zufolge zieht die Commerzbank außerdem eine Aufspaltung der Problemtochter Eurohypo in Betracht: In der Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter liegen die Problem-Portfolios der Commerzbank - unter anderem große Bestände an Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten. Diese Papiere und die Bestände an ausländischen Immobilien sollen in eine Art "Bad Bank" abgespalten werden, hieß es unter Berufung auf informierte Kreise. Bankmanager seien bereits beim Rettungsfonds vorstellig geworden, so der Bericht. Anteilsscheine der Commerzbank drehten im Handelsverlauf ins Plus und schlossen mit Zugewinnen von 4,1 Prozent. Papiere der Allianz legten um 5,6 Prozent zu. Der Versicherungskonzern will einem Medienbericht zufolge den Geschäftsbereich Sachversicherungen in den kommenden Jahren profitabler machen und in diesem Zusammenhang auch Stellen streichen.

Anteile der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) standen ebenfalls im Fokus: Am Dienstagabend hat die zuständige US-Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) zugestimmt, den Antrag zum Verkauf der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T (AT&T) zurückzuziehen. Am 24. November hatten beide Konzerne diesen Schritt angekündigt, um sich zunächst darauf zu konzentrieren, die kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion durch das Department of Justice zu erhalten. Die Unternehmen beabsichtigen, zu gegebener Zeit ein neues Genehmigungsgesuch bei der FCC zu stellen. Im Anschluss äußerte die FCC jedoch Bedenken in Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des drittgrößten Mobilfunkanbieters auf dem US-Markt an AT&T. In einem knapp 100-seitigen Bericht, den die Behörde in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichte, hieß es, dass die geplante Transaktion negative Folgen für die Wettbewerbssituation auf dem US-Mobilfunkmarkt mit sich bringen könnte. Zuletzt gewann der Wert 4 Prozent hinzu. An der Spitze legten ThyssenKrupp und HeidelbergCement um mehr als 7 Prozent zu.

Im MDAX waren an der Spitze Rheinmetall mit Zugewinnen von 12 Prozent zu finden. Auch Aareal Bank und TUI präsentierten sich mit Aufschlägen von jeweils 10 Prozent deutlich im Plus. Anteilsscheine des Technologiekonzerns GEA Group konnten 7,2 Prozent anziehen. Zuvor hatte der Konzern von einem chinesischen Kunden vier Großaufträge für das Segment GEA Heat Exchangers im Gesamtwert von rund 105 Mio. Euro für die Auslegung und Fertigung von luftgekühlten Kondensatoren erhalten.

Die Aktie von KUKA zog um 5,6 Prozent an. Zuvor konnte der Konzern einen weiteren Großauftrag aus der Automobilindustrie vermelden. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, wurde KUKA Systems im vierten Quartal von einem europäischen Premiumhersteller mit dem Bau zweier kompletter Fertigungslinien beauftragt. Dieser Großauftrag des Premiumherstellers hat den Angaben zufolge einen Umfang im mittleren zweistelligen Millionen Euro-Bereich und wird anteilig Ende 2011 sowie Anfang 2012 gebucht. Am unteren Ende lagen Wacker Chemie mit einem Abschlag von einem halben Prozent als einziger Wert im Minus.

Im SDAX dämmte die Aktie der IVG Immobilien ihre morgendlichen Abschläge etwas ein. Mit einem Minus von 11,6 Prozent belegte das Papier allerdings auch am Schluss den letzten Platz. Am Morgen hatte der Immobilienkonzern eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von 145 Mio. Euro angekündigt. Zu Handelsbeginn hatte der Wert knapp 16 Prozent eingebüßt.

Im TecDax standen Anteilsscheine des Biotechnologiekonzerns QIAGEN im Fokus. Einem Medienbericht zufolge schließt der Konzern zufolge im Zuge des zuletzt angekündigten Restrukturierungsprogramms auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Zuletzt legte der Wert um 3,7 Prozent zu. Am unteren Ende befanden sich Q-Cells mit einem Minus von 7,8 Prozent. SMA Solar konnten unterdessen an der Spitze um fast 10 Prozent zulegen.

DAX: 6.088,84 (+4,98 Prozent) MDAX: 9.017,05 (+4,70 Prozent) SDAX: 4.421,77 (+2,42 Prozent) TecDAX: 704,84 (+2,93 Prozent) (30.11.2011/ac/n/m)

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